Artenara: Höhlen, Kirchen und Keramiktradition
Unterkünfte in Artenara
Artenara lässt sich über unterschiedliche Zeugnisse erschließen: Felsarchitektur, sakrale Baukunst, Handwerk und Landschaft prägen die Themen einer Reise. Fast das gesamte Gemeindegebiet gehört zum Parque Natural de Tamadaba. Zugleich erzählen Höhlenstätten und Kirchen von der langen Kulturgeschichte der Insel. Welche Stationen Sie interessieren, hängt davon ab, ob Sie archäologische Orte, Architektur, überlieferte Handwerkstechniken oder Naturbeobachtungen in den Mittelpunkt stellen möchten.
Felskapellen und Kirchenbau
Die Capilla de la Virgen de la Cuevita liegt etwa 500 Meter vom Ortskern entfernt und ist in den Fels gehauen. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde sie dort erweitert; Altar, Chor, Kanzel und Beichtstuhl wurden ebenfalls aus dem Gestein herausgearbeitet. Zum Fest der Virgen de la Cuevita wird das Marienbild am letzten Sonntag im August in einer Prozession von der Iglesia de San Matías zurück in die Kapelle gebracht. Das Fest findet in der zweiten Augusthälfte statt. Da die konkrete Festgestaltung variieren kann, prüfen Sie vor der Reise die Termine des jeweiligen Jahres.
Die Iglesia de San Matías setzt einen anderen architektonischen Akzent: Zwei quadratische Türme aus rotem Tirma-Stein rahmen das Gebäude. Im Inneren gliedert ein Grundriss mit drei Schiffen den Raum; die kunstvolle Kassettendecke aus Tea-Kiefernholz ist im neomudéjarischen Stil gestaltet. Die heutige Kirche wurde 1870 errichtet, nachdem dort seit 1630 eine erste Kapelle gestanden hatte. Ihre Türme wurden Mitte des 20. Jahrhunderts fertiggestellt. Diese unterschiedlichen Bauphasen lassen sich an einem Bauwerk nachvollziehen.
Archäologische Höhlen und ihre Geschichten
Risco Caído ist eine archäologische Höhlenstätte aus der Troglodytenzeit mit 21 Höhlen und Felsdarstellungen, die mit magisch-religiösen Vorstellungen und Fruchtbarkeitskulten verbunden sind. In einer Höhle fällt vom Sommersonnenwendpunkt bis zum Herbstsonnenwendpunkt ein Lichtstrahl durch eine kleine Öffnung in der Decke und beleuchtet Felsgravuren an den Wänden. Risco Caído gehört zur Kulturlandschaft „Risco Caído und die Heiligen Berge von Gran Canaria“, die wegen des einzigartigen Wertes dieses Schlüsselortes der kanarischen indigenen Kultur zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde.
Auch die Cuevas del Caballero verbinden Höhlenarchitektur mit Landschaftsblicken. Die archäologische Gruppe umfasst zwölf natürliche Höhlen; die meisten wurden durch Bearbeitung bewohnbar gemacht. Sie liegen an einem nach Süden ausgerichteten Felsband und bieten Ausblicke auf den Bentayga und das Becken von Nublo. In drei Höhlen sind Felsdarstellungen verschiedener Formen zu sehen. Der Ort wird mit Stätten in Verbindung gebracht, die für die alten Kanaren eine hohe magisch-religiöse Bedeutung hatten.
Die Cueva de Los Candiles liegt an einer Steilküste nahe der Montaña de Artenara. An ihren Wänden befinden sich mehr als 300 eingravierte weibliche Schamdreiecke. Der Zugang ins Innere ist auf Besuche des Denkmalschutzes beschränkt; die Gravuren sind jedoch von außen durch das verschlossene Gitter sichtbar. Das Museo Etnográfico de las „Casas Cuevas“ de Artenara umfasst drei ehemalige Wohnstätten, die wahrscheinlich von der prähispanischen Bevölkerung dieses Ortes bewohnt wurden. Im Inneren steht Mobiliar, das für Gegend und Epoche typisch ist und ungefähr aus einem Zeitraum von 50 bis 150 Jahren stammt. Für Gruppen werden Führungen angeboten; eine vorherige Kontaktaufnahme wird empfohlen.
Handwerk, Aussichtspunkte und Natur
Die Keramik von Lugarejos wird von Hand und ohne Töpferscheibe hergestellt. Die rohen Tonstücke werden im Freien gebrannt, nicht in einem römischen Brennofen. Das Centro Locero de Lugarejos wurde 1994 gegründet, um die Töpfertradition nach einer fast 30-jährigen Unterbrechung wiederzubeleben; Mari León führt sie heute fort. An diesem Beispiel stehen die Herstellungstechnik und die Weitergabe des Handwerks im Mittelpunkt.
Am Balcón de Unamuno erinnert eine von Manolo González geschaffene Skulptur an Miguel de Unamuno: Sie zeigt ihn in nachdenklicher Betrachtung der Landschaft. Der Balkon wurde 1999 im Rahmen der Eröffnung der Ruta de Unamuno auf Gran Canaria errichtet und erinnert an Unamunos Aufenthalt auf der Insel im Jahr 1910. Eine weitere Landmarke ist das Monumento del Corazón de Jesús. Es ist über einen Treppenpfad rechts neben dem Eingang zum Mirador de La Cilla erreichbar; auf dem Monument steht eine 1996 aufgestellte Skulptur von achteinhalb Metern Höhe.
Auch Landschaft und Tierwelt bieten konkrete Anknüpfungspunkte für die Reiseplanung. Der Parralillo-Stausee im Gebiet Barranco Grande ist für Ornithologen von Interesse. Dort kommen unter anderem Seidenreiher, Graureiher, Blässhühner, kleine Flussregenpfeifer, Strandläufer und Gelbfußmöwen vor. Die Mesa de Acusa erinnert in ihrer Struktur an einen alten Vulkan: Schichten stiegen beträchtlich auf und wurden im Laufe der Zeit abgetragen. Sie gilt als Landschaft, in der Vorgeschichte, Geschichte und biologische Vielfalt zusammenkommen.
Wer sich für Wege interessiert, findet zwei konkrete Orientierungspunkte: Die Ruta de Acusa Seca beginnt an der Plaza de Artenara; nahe dem Friedhof startet die unbefestigte Route nach Acusa Seca. Die genannten Streckeninformationen geben Startpunkte und Verlaufshinweise, aber keine Gehzeiten. So können Sie Ihre Reiseplanung an den Themen ausrichten, die Sie vor Ort erkunden möchten.
Weitere Reiseziele entdecken: Tejeda, La Sorrueda, Telde, Maspalomas, Teror, Rosiana, Lomitos De Correa, La Ladera.
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