Marckolsheim: Geschichte und Kulturerbe entdecken
Unterkünfte in Marckolsheim
Marckolsheim lässt sich über konkrete Spuren seiner Geschichte erschließen: einen mittelalterlichen Stadtgraben, eine Kasematte der Maginot-Linie und eine Siedlung, deren Wiederaufbaugeschichte an unterschiedlichen Haustypen sichtbar wird. Dazu kommen Kirchenbau, eine ehemalige Synagoge und ein Entdeckungsrundgang durch verschiedene Teile des Ortes. Wenn Sie ein Hotel für Ihren Aufenthalt auswählen, können diese Themen den Schwerpunkt Ihrer Reise bilden.
Befestigungsspuren und Maginot-Linie
Der Stadtgraben ist ein erhaltener Rest der Befestigungsanlagen, die ab 1330 errichtet wurden. Auf der Brücke, die den Graben überspannt, sind Reste des nördlichen Stadttors sichtbar. Beide Spuren gehören zur mittelalterlichen Stadtbefestigung und lassen sich auch auf dem Entdeckungsrundgang „Sur les pas du loup“ einordnen: Er führt am Stadtgraben vorbei.
Ein anderer Abschnitt der Ortsgeschichte führt in den Juni 1940. Die Kasematte 35/3 war Marckolsheims wichtigster Verteidigungsposten und trägt Spuren der deutschen Offensive. Mit zwei Schießkammern sollte sie einen wichtigen Übergang über den Rhein schützen. Seit 1971 befindet sich in der Kasematte das Musée Mémorial de la Ligne Maginot du Rhin. Seine Sammlung umfasst Objekte im Zusammenhang mit den Kämpfen im Juni 1940. Für Gruppen werden Führungen nach vorheriger Anmeldung angeboten.
Wiederaufbau und historische Gebäude
Die Cité Paysanne wurde ab 1941 von der deutschen Regierung mit drei Wohnmodellen errichtet: kleinen Arbeiterwohnhäusern, mittelgroßen Bauernhöfen für Landwirte und großen Erbhöfen. Die verschiedenen Typen geben einen konkreten Einblick in die unterschiedlichen Formen dieses Siedlungsprojekts. Die Cité Paysanne gilt als bemerkenswertes Beispiel für das Wiederaufbauprogramm der sogenannten „Ordre Nouveau“-Gemeinden.
Als „Monument historique“ ist die Cité Paysanne in ihrer Gesamtheit eingetragen. Dazu gehören vierzehn Musterhöfe – zehn landwirtschaftliche Höfe und vier Blockhäuser – sowie die zugehörigen städtebaulichen und landschaftlichen Anlagen. Die Eintragung erfolgte durch Erlass vom 24. Oktober 2012.
Auch einzelne Bauwerke geben Orientierung durch ihre Bauzeit und frühere Funktion. Die ehemalige Synagoge in der Rue de l’Hôtel-de-Ville wurde 1961 erbaut; das ehemalige Kantonsgericht in Marckolsheim stammt aus dem Jahr 1864. Die heutige St.-Georgs-Kirche wurde ab 1961 errichtet und am 7. Juni 1965 geweiht. In der Kirche befindet sich ein romanisches Taufbecken aus Sandstein aus dem 12. Jahrhundert.
Die Chapelle de Mauchenheim ist die einzige erhaltene Spur des Dorfes Mauchenheim. Über ihrem Eingang ist eine Rekonstruktion von Fresken aus dem 13. Jahrhundert zu sehen, die einen Teil der Genesis darstellen. Damit stehen bei einem Blick auf die Kapelle sowohl die Darstellung biblischer Szenen als auch die Geschichte des Dorfes im Mittelpunkt.
Rundgang, Schleusen und Radtour
Der Entdeckungsrundgang „Sur les pas du loup“ führt an traditionellen und nach dem Krieg errichteten Häusern, Gebäuden des 19. Jahrhunderts und dem Viertel Cité Paysanne vorbei. Er dauert etwa 1 Stunde und 30 Minuten. Die Routenführung kann sich ändern. Für Ihre Zeitplanung lässt sich dieser Rundgang einer längeren Radtour gegenüberstellen: Die Route „Euro Vélo 15 entre Terre et Eau“ ist 29 Kilometer lang und dauert etwa drei Stunden.
Die Radtour führt von Marckolsheim nach Kunheim. Sie verläuft über die EuroVelo 15 und die Tulla-Route sowie durch Dörfer des Ried mit ihrem Kulturerbe. Die Tour ist für alle geeignet und bietet Eindrücke von abwechslungsreichen Landschaften, Kulturerbe, Natur und Ruhe. Wenn Sie lieber Schiffe beobachten möchten, können Sie dies an den Schleusen von Marckolsheim von einer frei zugänglichen Beobachtungsbrücke aus tun: Von dort lässt sich das Schleusen der Schiffe verfolgen.
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