China entdecken: Große Mauer, Grotten und Landschaften
Unterkünfte in China
Die Große Mauer erstreckt sich über mehr als 20.000 Kilometer: von Shanhaiguan in der Provinz Hebei im Osten bis Jiayuguan in der Provinz Gansu im Westen. Chinas Reiseziele bieten unterschiedliche historische und landschaftliche Schwerpunkte. Neben Bauwerken und Sammlungen prägen Grotten, Berge, Wälder und Wasserlandschaften das Bild. Für die Auswahl Ihres Reiseziels hilft die Frage, ob Sie sich besonders für Architekturgeschichte, buddhistische Kunst oder markante Naturformationen interessieren.
Große Mauer und kaiserliche Geschichte
Zum Hauptkörper der Großen Mauer gehören Mauern, Reitwege, Wachtürme, Unterstände, Festungen und Pässe. Die Ausdehnung und die Vielfalt dieser Bauteile geben der Mauer ein vielschichtiges Profil: Sie umfasst mehr als eine einzelne Befestigungslinie. Für die Beschäftigung mit dem kaiserlichen China bietet die Verbotene Stadt einen anderen Schwerpunkt. Sie wurde zwischen 1406 und 1420 errichtet und war in den folgenden 505 Jahren Schauplatz der Inthronisierung von 14 Ming- und zehn Qing-Kaisern. Sie gilt als herausragendes Modell für die Entwicklung antiker chinesischer Paläste und vermittelt Einblicke in die gesellschaftliche Entwicklung des spätkaiserlichen China, insbesondere in Ritual- und Hofkultur.
Auch die kaiserlichen Sammlungen gehören zu diesem historischen Themenfeld: Die Kaiserpaläste der Ming- und Qing-Dynastien bewahren mehr als eine Million wertvolle königliche Sammlungsstücke, von der königlichen Familie verwendete Gegenstände und umfangreiche Archivmaterialien. Am Berg Taishan treffen Naturraum und überlieferte Zeremonien aufeinander. Der Berg umfasst 25.000 Hektar und erhebt sich 1.545 Meter über das umliegende Plateau. Überliefert sind dort zwölf kaiserliche Zeremonien zu Ehren von Himmel und Erde, etwa 1.800 Steintafeln und Inschriften sowie 22 Tempel. Ein anderer Architekturakzent liegt im Ancient Building Complex in den Wudang-Bergen: Heute sind dort 53 antike Gebäude und neun architektonische Stätten erhalten. Der Komplex wurde als taoistisches Zentrum etabliert; seine Gebäude veranschaulichen Architektur der Yuan-, Ming- und Qing-Dynastien.
Grotten und historische Verbindungen
Die Mogao-Grotten verbinden buddhistische Kunst mit der Geschichte der Seidenstraße. Die Anlage wurde erstmals 366 n. Chr. angelegt und bewahrt 492 Höhlen, etwa 45.000 Quadratmeter Wandmalereien und mehr als 2.000 bemalte Skulpturen. Ihre Kunst repräsentiert die Zeit vom 4. bis zum 14. Jahrhundert. Zugleich liegen die Grotten an einem strategischen Punkt der Seidenstraße, an dem Handelsbeziehungen sowie religiöse, kulturelle und intellektuelle Einflüsse zusammentrafen. Eine andere zeitliche Spanne zeigen die Longmen-Grotten: Mehr als 2.300 Grotten enthalten 110.000 buddhistische Figuren und Bildwerke, über 80 Stupas und 2.800 beschriftete Tafeln. Sie entstanden zwischen der Nördlichen Wei-Dynastie und der Song-Dynastie, deren Zeitspanne von 960 bis 1279 reicht.
Auch das Routennetz der Seidenstraßen zwischen Chang'an und dem Tianshan-Gebiet eröffnet eine größere Perspektive. Ein 5.000 Kilometer langer Abschnitt reicht von Chang'an beziehungsweise Luoyang in China bis in die zentralasiatische Region Zhetysu. Zu den 33 Bestandteilen des Korridors zählen unter anderem Handelsniederlassungen, buddhistische Höhlentempel, alte Wege, Poststationen, Pässe, Signaltürme, Befestigungsanlagen, Gräber und religiöse Gebäude. Zusammen zeigen diese Orte, dass sich Reiseinteressen nicht nur an einzelnen Bauwerken, sondern auch an Kunst, religiöser Geschichte und historischen Routen orientieren können.
Felslandschaften und Lebensräume
Wulingyuan in der Provinz Hunan ist durch mehr als 3.000 schmale Quarzsandsteinsäulen geprägt; viele davon sind über 200 Meter hoch. Das Gebiet umfasst 26.400 Hektar. Zu seiner Landschaft gehören Schluchten und Täler mit Bächen, Tümpeln und Wasserfällen, etwa 40 Höhlen sowie zwei große natürliche Brücken. Wulingyuan ist außerdem Lebensraum bedrohter Pflanzen- und Tierarten. Die Kombination aus markanten Felsformen und weiteren Naturmerkmalen unterscheidet diesen Schwerpunkt von den historischen Bau- und Höhlenstätten.
Das Jiuzhaigou-Tal im Norden Sichuans umfasst 72.000 Hektar. Zu seinen Landschaften zählen alpine Berge, Nadelwälder, klare Becken und Seen in Blau-, Grün- und Purpurtönen, Wasserfälle, Kalksteinterrassen und Höhlen. Das Tal ist als Nationalpark und nationales Naturschutzgebiet geschützt und bietet bedrohten Pflanzen- und Tierarten Lebensraum, darunter dem Großen Panda und dem Takin. Ein eigener Schutzgebiets-Schwerpunkt sind die Gebiete für Große Pandas in Sichuan: Wolong, Berg Siguniang und Jiajin-Berge bilden das größte und bedeutendste zusammenhängende verbleibende Gebiet für den Lebensraum des Großen Pandas in China und weltweit. Sie umfassen sieben Naturschutzgebiete und elf Landschaftsparks auf insgesamt 924.500 Hektar.
Eine gestaltete Landschaft am Westsee
Der Westsee verbindet natürliche Umgebung mit über Jahrhunderte geformten Landschaftselementen. An drei Seiten ist er von den wolkenbedeckten Hügeln und an der vierten von der Stadt Hangzhou umgeben; Tempel, Pagoden, Pavillons, Gärten und Zierbäume ergänzen das Bild. Zu den wichtigsten künstlichen Elementen zählen zwei Dämme und drei Inseln, die zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert durch wiederholtes Ausbaggern geschaffen wurden. Seit der Südlichen Song-Dynastie im 13. Jahrhundert gelten zehn poetisch benannte Aussichtspunkte als idealisierte klassische Landschaften. Wer Natur und Kultur gemeinsam betrachtet, findet hier einen anderen Akzent als in den Grotten, Felsformationen oder kaiserlichen Bauwerken.
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