Blumau: Industriegeschichte, Gedenken und Natur
Unterkünfte in Blumau
Blumau verbindet Orts- und Industriegeschichte mit Themen der Landschaft: Denkmäler, ein geschichtsträchtiger Friedhof und die Geschichte der Pulverproduktion stehen im Mittelpunkt; Alleen, Wege in der Au und alte Bäume ergänzen das Bild. Für Ihre Planung lassen sich Gedenkorte, historische Spuren und Aktivitäten im Freien als unterschiedliche Schwerpunkte betrachten.
Spuren der Pulverproduktion
In der Munitionsfabrik von Blumau-Neurißhof begann 1892 die Serienproduktion des Gewehrpulvers M92. Während des Ersten Weltkriegs beschäftigte die Fabrik über 30.000 Arbeiter. Rund um die Fabrik lebten in Blumau-Neurißhof etwa 40.000 Menschen in Häusern und Baracken, die sich von Neurißhof bis Felixdorf erstreckten. Die Angaben beschreiben damit auch ein Siedlungsgebiet, das über Blumau hinausreichte.
Die schwerste Explosion ereignete sich am 25. Mai 1922 um 4 Uhr morgens. Sie beschädigte oder zerstörte alle Gebäude des Ortes und war bis nach Wien zu hören. Blumau wurde urkundlich bereits 1380 erwähnt. Die Pulverproduktion ist somit ein Kapitel einer deutlich längeren Ortsgeschichte.
An die wirtschaftliche Blüte erinnern die monumentale Toranlage, zwei Verwaltungsgebäude, der Wasserturm, zwei Wachkasernen, die Schlosserei und die Schleppbahngleise in Richtung Felixdorf. Der Wasserturm steht an der Pottendorferstraße 12b in Blumau-Neurißhof und ist laut Denkmalregister des Bundesdenkmalamts vom 23. Juni 2026 denkmalgeschützt. Auch die denkmalgeschützte Pfarrkirche in Blumau-Neurißhof ist durch ihren Mischstil aus Industrie- und Heimatstil geprägt. Bei einzelnen historischen Anlagen kann der Zutritt eingeschränkt sein.
Denkmäler und Gedenkorte
Am Friedhof in Blumau steht das Kriegerdenkmal. Neben dem Blumauer Friedhof befindet sich einer der größten Soldatenfriedhöfe Österreichs. Er wurde von 1978 bis 1985 als letzte Ruhestätte für 4.393 Kriegstote beider Weltkriege errichtet. Der Friedhof in Blumau mit seiner Kapelle ist ebenfalls ein lokaler Anziehungspunkt.
Weitere Denkmäler sind im Ortsteil Blumau an konkreten Stellen zu finden: Das Franz-Schubert-Denkmal befindet sich in der Kasinostraße zwischen den Häusern 8 und 12, das Eduard-Göth-Denkmal an der Hauptallee 5. So stehen neben den Gedenkorten am Friedhof auch einzelne Denkmäler im Ortsraum für die Erkundung zur Auswahl.
Alleen, Au-Wege und alte Bäume
Der älteste Baum von Blumau ist eine 1810 gepflanzte Platane. Ihr Umfang beträgt 5,8 Meter, ihre Höhe etwa 50 Meter. Auch im Steinböck Park in Blumau-Neurißhof stehen alte Platanen. In Blumau-Neurißhof und auf dem Gruppenübungsplatz säumen etwa 500 Kastanien Wege und Straßen; viele davon sind ungefähr 100 Jahre alt.
Idyllische Alleen und Au-Wege laden in Blumau-Neurißhof zum Laufen, Wandern und Radfahren ein. Zusätzlich wurde ein eigener Lauf- und Fitness-Parcours errichtet. Wenn Sie Bewegung in Ihre Reiseplanung aufnehmen möchten, können Sie damit zwischen Wegen für verschiedene Aktivitäten und dem eigens angelegten Parcours unterscheiden.
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