Arbus: Küste und Bergbaugeschichte entdecken
Unterkünfte in Arbus
Arbus verbindet die Küstenlandschaft der Costa Verde mit den Zeugnissen einer bedeutenden Bergbaugeschichte. Der 47 Kilometer lange Küstenabschnitt wechselt zwischen goldenen Sandflächen und Steilküsten. Strände, Bergbaudörfer, Museen und Wege im Gebirge eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf die Region.
Küste: Dünen, Strände und Meer
Die Spiaggia di Piscinas ist ein abgelegener Strand mit feinem, goldenem Sand. Ihre sehr hohen Dünen zählen zu den höchsten Europas und werden weiterhin vom Mistral geformt. Für die Anfahrt gibt es zwei Möglichkeiten: über Guspini und die Bergbauroute oder von Arbus in Richtung Ingurtosu und weiter nach Piscinas. Da sich Straßenverhältnisse und Routenführung ändern können, prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Hinweise.
Die Spiaggia di Funtanazza bietet einen anderen Strandcharakter: Ihr Sand ist hellgolden und mittelkörnig, der Meeresboden flach. Diese Bedingungen eignen sich für das Spielen von Kindern. Wer an der Küste auch geologische Besonderheiten sucht, findet südlich von Funtanazza bis zur Abfahrt Punta Sa Cabada Bianca einen geologischen Weg mit Fossilien.
Vor Capo Pecora werden die Meeresböden besonders von Tauchern und Anhängern des Unterwasserfischens geschätzt. Die Oasi WWF di Scivu umfasst im Gemeindegebiet von Arbus etwa 600 Hektar Küstenlandschaft; innerhalb der Oase liegt der Nuraghe di Scivu. Im Frühjahr bietet die Costa Verde außerdem Bedingungen zum Surfen.
Ingurtosu und Montevecchio: Bergbaugeschichte vor Ort
Das verlassene Bergbaudorf Ingurtosu diente früher als Verwaltungszentrum der Minen von Ingurtosu und Gennamari. Die Mine von Ingurtosu und die Mine von Montevecchio gehören zu den acht Bergbaustätten des Parco Geominerario Storico Ambientale della Sardegna, der 1997 von der UNESCO anerkannt wurde. Montevecchio ist ein bedeutendes Beispiel der Industriearchäologie: Erhalten sind dort unter anderem Lagerhäuser, Erzaufbereitungsanlagen, Schächte, Unterkünfte für Arbeiter und Angestellte sowie das Direktionsgebäude.
Auch die Gebäude erzählen von unterschiedlichen Seiten des Bergbaus. Der Palazzo della Direzione Ingurtosu ist ein um 1870 errichtetes neomittelalterliches Verwaltungsgebäude, das vor Ort auch „Schloss“ genannt wird. Die Chiesa di Santa Barbara in Ingurtosu wurde 1916 als der Schutzpatronin der Bergleute geweihte Kirche eingeweiht; sie hat drei Kirchenschiffe und einen Glockenturm.
Das restaurierte Bergbaugelände Pozzo Gal beherbergt ein multimediales Museum. Das Museum zur Erinnerung an den Bergbau umfasst fünf Räume und erzählt mit interaktiven Videotafeln von den Bergleuten und ihren Familien, die dort arbeiteten und lebten. Pozzo Amsicora ist ein restauriertes Zeugnis der Bergbauarchäologie im Bergbaugelände von Telle, innerhalb des Montevecchio-Komplexes. Für einen Besuch von Pozzo Amsicora können Sie das CEAS Ingurtosu kontaktieren. Der Ort steht auch für die Arbeitskämpfe der Bergleute: 1991 besetzten etwa 86 Arbeiter den Schacht und blieben dort ungefähr 27 Tage.
Museen und Kulturorte in Arbus
Das Museo del Coltello Sardo widmet sich in vier Sälen dem Erbe sardischer Klingen und der Geschichte der Messerschmiedekunst. Zu einem Besuch gehören Filme über die Herstellungstechniken und Führungen, bei denen Mastro Pusceddu gelegentlich live ein Messer anfertigt. Das Museo Etnografico Antonio Corda bewahrt Gegenstände und Werkzeuge des bäuerlichen Lebens, Einrichtungsgegenstände sowie rekonstruierte traditionelle Innenräume.
Weitere Sammlungen setzen andere Schwerpunkte: Das Museo dei Diorami stellt das Leben im Bergbau in verschiedenen Epochen dar und vermittelt es in einem eigens entwickelten Bildungsrundgang. Das Museo Mineralogico zeigt eine umfangreiche Sammlung, die überwiegend aus der Mine von Montevecchio stammt und durch Mineralien aus anderen sardischen, italienischen und ausländischen Minen ergänzt wird. Das archäologische Gelände von San Lussorio vereint römisch-kaiserzeitliche Thermen und eine Nekropole mit einem Friedhof und einer Kirche aus der spanischen Zeit, die mindestens aus dem 17. Jahrhundert stammen.
Im Zentrum von Arbus, an der Piazza Immacolata, befindet sich das historisch wertvolle Montegranatico. Es beherbergt das Informationszentrum und dient als Ort für zahlreiche Wechselausstellungen. Für einen weiteren Blick auf die Bergbaugeschichte bietet sich so neben den Anlagen und Sammlungen auch ein Kulturort mitten im Zentrum an.
Gebirge, Tiere und Wege
Der Monte Arcuentu ist ein 784 Meter hohes vulkanisches Massiv mit Steineichenwäldern. Zu den dortigen Lebensräumen gehören Gebiete für Sardische Hirsche, Wildschweine, Greifvögel und weitere Wildtiere. Auf unbefestigten Wegen und Pfaden ist Trekking möglich; dazu zählt der CAI-Weg 192 von Montevecchio, dessen Beginn beim Ort Sa Tanca liegt. Ein weiterer Weg führt von der Chiesa di Santa Barbara auf einem von mediterraner Vegetation gesäumten Pfad zu einem natürlichen Felskomplex mit drei Kreuzen des Kalvarienbergs.
Auch die Umgebung von Montevecchio hat einen eigenen Landschaftscharakter: Das Dorf liegt in einem Wald aus Steineichen, Flaumeichen und Korkeichen. Sardische Hirsche können in der Dämmerung und im Morgengrauen bis in das Dorf gelangen. Vom Nuraghen Cugui reicht der Blick über Arbus und die Gebirgskette des Monte Linas. Küste, Bergbauorte und Gebirgswege setzen damit jeweils eigene Schwerpunkte für die Erkundung der Gegend.
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