Sardinien zwischen Nuraghen, Museen und Naturparks
Unterkünfte in Sardinien
Nuraghen und Museen
Su Nuraxi di Barumini gilt als Sardiniens bekanntestes Beispiel eines bronzezeitlichen Verteidigungskomplexes vom Typ Nuraghe. Die Besiedlung reicht von der Errichtung des Nuraghen im 2. Jahrtausend v. Chr. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. Auch der Nuraghe Nolza zählt zu den größten und am besten erhaltenen prähistorischen Monumenten im Zentrum Sardiniens. Sein zentraler Turm ist heute etwa 13 Meter hoch und überragt eine Hüttensiedlung, die sich über zweieinhalb Hektar erstreckt. So stehen hier nicht nur einzelne Bauwerke, sondern auch die Dimensionen einer Siedlung im Blick.
In Cagliari zeigt das Archäologische Nationalmuseum mehr als 4.000 Objekte aus einer Zeitspanne von fast 7.000 Jahren: von der Vorgeschichte bis zum Frühmittelalter. Einen eigenen Blick auf die Baugeschichte bietet die Cittadella dei Musei, der größte Museumskomplex in Cagliari und auf Sardinien. In ihre Ausstellungsräume sind römische Zisternen, spanische Befestigungsanlagen und piemontesische Gefängnisse integriert. Die beiden Museen setzen unterschiedliche Akzente: Die Sammlung des Archäologischen Nationalmuseums spannt einen weiten zeitlichen Bogen, während die Cittadella historische Bauteile in ihre Räume einbezieht.
Webtradition und Bergbaugeschichte
Samugheo im Mandrolisai, in der Provinz Oristano, ist ein sardisches Zentrum für Teppiche, Wandteppiche und traditionelle Kleidung. Die Webtradition wird dort seit Jahrhunderten weitergegeben. Im regionalen Museum Murats sind Textilarbeiten aus ganz Sardinien zu sehen. Jedes Jahr stellt Tessingiu die Textiltradition Samugheos mit einer Fachausstellung und einem Fachmarkt heraus. Auch regionale Lebensmittel gehören zum Ortsbild: Samugheo ist für Pecorino, guten Wein und die Herstellung von Brot bekannt; im Oktober widmet sich ein Volksfest dem Brot. Prüfen Sie vor Ihrer Reise die aktuellen Termine der jährlichen Tessingiu-Fachausstellung und des Fachmarkts sowie des Brot-Volksfests.
Eine andere Seite der Inselgeschichte zeigt Porto Flavia. Das System besteht aus übereinanderliegenden, in den Berg gegrabenen Stollen. Durch sie wurden Mineralien von den Schächten zu Schiffen transportiert, die vor der Reede von Pan di Zucchero ankerten. Heute führt ein Besucherweg in die Geschichte der Bergbautechnik. Im Nordwesten Sardiniens widmet sich auch Open Mar – Miniera Argentiera dem Bergbau: Das Freilichtmuseum liegt zwischen stillgelegten Anlagen, einem unbewohnten Dorf und dem Meer.
Wege, Wälder und Tierbeobachtung
Der Regionale Naturpark Tepilora umfasst fast 8.000 Hektar Wälder, Wege und Wasserläufe, die von den Bergen der Barbagia bis zu den Küstenfeuchtgebieten reichen. Die Route Torpè–Monte Nurres endet an einem nur zu Fuß erreichbaren, für die Tierbeobachtung ausgestatteten Weg; von dort bietet sich ein 360-Grad-Blick auf den Monte Tepilora, das Rio-Posada-Tal, die Ebene von Siniscola und das Meer. Der Rio Posada weist eine für Sardinien einzigartige Mäanderform auf und wird von Kanufahrern sowie Birdwatchern genutzt.
Der Nationalpark des Golfs von Orosei und des Gennargentu verbindet Gipfel, Weiden, Hochebenen, Schluchten, alte Wälder, Meeresklippen, Höhlen und Strände. Wege im Park bieten Möglichkeiten für Trekking- und Mountainbike-Ausflüge. Über die Rete Escursionistica della Sardegna lassen sich außerdem Wege finden, die für Anfänger bis hin zu erfahrenen Wanderern geeignet sind. Der Weg bei Punta Giglio setzt einen weiteren Akzent: Neun mehrsprachige Informationstafeln und eine Braille-Tafel erläutern Vegetation, Geschichte, Wildtiere und Geomorphologie.
Inseln und Küste
Zur Insel Asinara besteht eine öffentliche Seeverbindung der Compagnia di Navigazione Delcomar auf der Strecke Porto Torres–Cala Reale; die Fahrpläne variieren saisonal. Besucher, die mit der Fähre in Cala Reale ankommen, erhalten dort von Führern und Besucherzentren Informationen über mögliche Aktivitäten und Besichtigungen im Nationalpark. In Zone B des Meeresschutzgebiets sind Tauchen, Baden, Segeln oder Rudern, Schnorcheln, genehmigte Berufsfischerei und Pesca-Tourismus erlaubt. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Regelungen für diese Zone.
Der Nationalpark des La-Maddalena-Archipels umfasst auf Land und Meer mehr als 20.000 Hektar, 180 Kilometer Küste und mehr als 60 Inseln; seine Meeresböden bieten Möglichkeiten zum Tauchen. An der Cala Brandinchi ist das Wasser über mehrere Dutzend Meter sehr flach. Daneben gibt es felsige Bereiche mit Meeresfauna und Möglichkeiten zum Schnorcheln. Wenn Sie ein Hotel auf Sardinien suchen, legen Sie am besten zunächst fest, ob Sie Ihre Reise vor allem Museen und archäologischen Stätten, Wanderwegen oder Küstenaktivitäten widmen möchten. So können Sie Ihre Wahl der Reisebasis an den Erlebnissen ausrichten, die Ihnen wichtig sind.
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