Caprie: Schlucht, Klettersteig und Kulturgeschichte
Unterkünfte in Caprie
Caprie bietet unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt. Am Torrente Sessi stehen Schlucht, Canyoning und Klettern im Vordergrund; die Via ferrata und der Vertical Rocca Sella ergänzen die aktiven Themen mit konkreten Streckenmerkmalen. Kirchen und der Borgo di Celle führen zu Architektur, Kunst und religiöser Geschichte. Wenn Sie Ihre Reise nach einem Schwerpunkt ausrichten möchten, lohnt sich ein Blick darauf, ob Sie eher Landschaft und Bewegung oder historische Orte interessieren.
Schlucht und Strecken rund um Caprie
Der Torrente Sessi mündet bei Peroldrado in eine spektakuläre Schlucht. Sie ist ein beliebtes Ziel für Canyoning, auch Torrentismo genannt; die Felswände rund um die Schlucht eignen sich außerdem zum Klettern. Die charakteristischen Holzstege „Le Pianche“ ermöglichen es, den Torrente Sessi zu Fuß zu überqueren.
Die Via ferrata di Caprie kann ganzjährig begangen werden und eignet sich auch für Menschen, die diese Sportart erstmals ausprobieren. Ihr oberer Abschnitt heißt „Trapezio di Magia“ und weist einen 25 Meter langen tibetischen Übergang auf, der umgangen werden kann. An der Straße nach Novaretto liegt ein Parkplatz; von dort erreicht man den Einstieg der Route in etwa zehn Minuten.
Der Vertical Rocca Sella ist unter den Routen der Gemeinde Caprie die sportlichste Strecke und für Bergläufer konzipiert. Die beiden Varianten unterscheiden sich in Ziel und Höhengewinn: Der „Mezzo Vertical“ führt von Novaretto nach Celle und umfasst 600 Höhenmeter; der „Vertical“ führt von Novaretto zur Rocca Sella und umfasst 1.100 Höhenmeter. Die Rocca Sella ist zudem ein Ausflugsziel mit Ausblicken auf die Turiner Ebene und das untere Susatal. Der Monte Caprasio, heute Rocca Sella genannt, liegt am Eingang des Susatals auf der Nordseite des Tals, gegenüber dem Pirchiriano.
Auch andere Wege und Straßen gehören zu den Möglichkeiten in Caprie: Die antike Via Francigena führt durch den Ort. Außerdem gibt es zahlreiche Radwege sowie asphaltierte und nicht asphaltierte Straßen, die sich für Ausflüge mit Straßen-, Cross- und Enduro-Motorrädern eignen.
Kirchen, Celle und lokale Geschichte
Die Parrocchiale di Santa Maria Assunta ist durch ihren romanischen Glockenturm gekennzeichnet. Sie zählt zu den ältesten Gebäuden im Susatal und zu den wenigen mit einer Krypta. Diese wird auf das 11. Jahrhundert datiert; der Weg hinein führt durch einen inneren Durchgang und über eine steile, alte Steintreppe. Die Kirche besitzt außerdem romanische Fresken mit Darstellungen der Jungfrau Maria und der Symbole der Evangelisten.
Die Parrocchiale di San Pancrazio ist eine 1726 geweihte Barockkirche. In der Cappella del Beneficio Coppo befindet sich ein polychromer Marmoraltar aus dem 18. Jahrhundert. Die heutige Parrocchiale di San Rocco in Novaretto stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist neoromanisch gestaltet; sie enthält ein Altarbild aus der Schule von Defendente Ferrari. Die Cappella di San Rocco wurde 1733 aus Dankbarkeit für das Ende der Pest errichtet.
Zum kleinen Borgo di Celle sul monte Caprasio gehört eine in den gewachsenen Fels eingelassene Kirche, die als „la grotta“ bekannt ist. Der Name des Borgo steht wahrscheinlich mit Einsiedlermönchen in Verbindung, die dort um das Jahr 1000 lebten. Auch der Monte Caprasio ist mit Johannes Vinzenz verbunden: Er wählte den Berg als Ort der Einsiedelei. Der Kult des heiligen Johannes Vinzenz wird bis heute in der Felskapelle in Celle nahe der Pfarrkirche gefeiert.
Äpfel und Bertone-Geschichte
„La mela e dintorni“ widmet sich der Entdeckung und Förderung der Äpfel des Susatals. Eine weitere historische Facette ist das Bertone-Autodesignzentrum in Caprie: Dort gibt es eine umfangreiche Prototypenausstellung, die bei Veranstaltungen besichtigt werden kann. Der neue Bertone-Sitz wurde am 15. Oktober 1972 eingeweiht.
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