Colroy-la-Grande: Fave, Wald und Kulturerbe
Unterkünfte in Colroy-La-Grande
Colroy-la-Grande verbindet einen Landschaftsbezug entlang der Fave mit historischen Bauwerken verschiedener Funktion. Wenn Sie den Ort einordnen möchten, lohnt sich der Blick auf beides: Flusstal und Waldanteil einerseits, Kirchen, Eisenbahnviadukt und Grenzmarkierungen andererseits.
Landschaft entlang der Fave
Die Fave fließt durch Colroy-la-Grande. An ihrer Mündung in den Fluss Sainte-Catherine weitet sich das Tal deutlich. Im Norden begrenzt das Voyemont-Massiv den Ort; seine Höhe ist mit 793 Metern angegeben. 76 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet.
Auch die Siedlung folgt einer eigenen räumlichen Linie: Die historische Siedlung konzentriert sich entlang der Fave, während die Talweitung an der Mündung in die Sainte-Catherine liegt. Der Waldanteil und die Höhe des Massivs beschreiben dazu zwei andere Maßstäbe – Flächennutzung und Relief. Flusslauf, Talöffnung, nördlicher Höhenzug und Waldanteil benennen verschiedene Seiten der Landschaft.
Kirche und Kapelle
Die Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste befindet sich bei Devant l'Eglise und wurde 1772 wiederaufgebaut. Die Kapelle Saint-Sébastien liegt an der Adresse 2 Faubourg Saint-Sébastien. Sie bewahrt Statuetten des Heiligen und wurde vermutlich im 16. Jahrhundert errichtet, um ein Beinhaus aufzunehmen.
Ein Beinhaus ist ein Bauwerk zur Aufnahme menschlicher Gebeine. Damit ist bei der Kapelle neben den bewahrten Statuetten auch die vermutete ursprüngliche Funktion ein eigener Teil ihrer Geschichte.
Die beiden Sakralbauten lassen sich anhand verschiedener Zeitbezüge unterscheiden: Bei Saint-Jean-Baptiste steht ein datierter Wiederaufbau im Mittelpunkt; bei Saint-Sébastien sind die Entstehungszeit und der Zweck als Beinhaus nur vermutlich. Die Statuetten ergänzen dieses Bild um ein weiteres konkretes Merkmal der Kapelle.
Viadukt und Grenzmarkierungen
Ein anderer Bautyp ist das Eisenbahnviadukt an der Rue Cachée. Es führt die Eisenbahn über das Tal des Bachs Dirangoutte, hat sechs Bögen und ist 86 Meter lang. Die Compagnie de l'Est errichtete es zwischen 1923 und 1928.
Funktion und Bauform geben unterschiedliche Einblicke: Die Bahnüberführung beschreibt, wozu das Viadukt dient; sechs Bögen und 86 Meter Länge fassen seine Konstruktion. Die Bauzeit liegt nach dem Wiederaufbau der Pfarrkirche im Jahr 1772 und nach der vermutlich im 16. Jahrhundert errichteten Kapelle. So lassen sich die Bauwerke auch zeitlich voneinander unterscheiden.
Auch Grenzmarkierungen ergänzen die Ortsgeschichte. Eine Serie von zehn Markierungen aus dem Ancien Régime umfasst Colroy-la-Grande und verteilt sich auf mehrere benannte Gemeinden. Die Grenzmarkierungen bestehen aus rosa Sandstein. Die Zahl zehn bezeichnet die Serie insgesamt, nicht zehn Markierungen allein in Colroy-la-Grande. Das unterscheidet die Reihe von den einzeln benannten Kirchen und dem Viadukt: Sie verbindet ein gemeinsames Material mit einer Verteilung über mehrere Gemeinden.
Weitere Reiseziele entdecken: Plombières-Les-Bains, Bellefontaine, Thaon-Les-Vosges, Ban-De-Laveline, Anould, Le Val-D'ajol, Neufchâteau, Uzemain
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vogesen.