Tschernihiw: Kulturgeschichte von Höhlen bis Museen
Unterkünfte in Tschernihiw
Wenn Sie ein Hotel in Tschernihiw suchen, kann die Kulturgeschichte der Stadt ein sinnvoller Ausgangspunkt für Ihre Reiseplanung sein. Die überlieferten Bauwerke und Sammlungen erschließen unterschiedliche Themen: frühe Steinarchitektur, unterirdische Klosteranlagen, Kirchenensembles und die Geschichte der Region. So können Sie entscheiden, ob Sie sich vor allem mit Architektur, sakraler Kunst oder historischen Ausstellungen beschäftigen möchten.
Baugeschichte unter und über der Erde
Die Verklärungskathedrale entstand zwischen 1030 und 1034 und zählt zu den ältesten erhaltenen Steinbauten Osteuropas. Sie gehört zu den Sehenswürdigkeiten auf dem Val von Tschernihiw und gilt als einer der ältesten Tempel der Rus. Eine andere Form religiöser Geschichte verkörpern die Antoniushöhlen: Der Klosterkomplex wurde in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts von Antonius dem Höhlenbewohner mit Unterstützung des Fürsten Swjatoslaw Jaroslawowytsch von Tschernihiw gegründet. Damit reicht der historische Bogen von einem Bauwerk des frühen 11. Jahrhunderts bis zu einem später gegründeten Höhlenkloster.
Die Gänge der Antoniushöhlen liegen im Inneren der Boldini-Berge. Sie umfassen insgesamt 350 Meter, reichen bis zu zwölf Meter tief und erstrecken sich über vier Ebenen. Die Länge und maximale Tiefe beschreiben unterschiedliche Maße der Anlage; die vier Ebenen geben ihre vertikale Gliederung an. Zu den Höhlen gehören drei unterirdische Kirchen, geweiht Antonius dem Höhlenbewohner, Theodosius von Totma und Nikolaus Swjatoscha. Auch die Boldini-Berge haben einen eigenen historischen Charakter: Das Gebiet ist für seine Hügel von mehr als 30 Metern Höhe bekannt und wird als historisches Gebiet beschrieben.
Kirchen, Kloster und Val
Das Jelezkyj-Kloster der Heiligen Entschlafung umfasst die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, einen Glockenturm, eine Mönchszelle, die Peter-und-Paul-Kirche und eine steinerne Umfriedung. Die Kathedrale ist die Hauptkirche des Klosters und ein bedeutendes Architekturdenkmal. In ihr sind Fresken mit Szenen der drei Jünglinge im Feuerofen, der Gottesmutter, der Evangelisten, der Heiligen und der Engel erhalten. Die Iljinska-Kirche bietet einen anderen architektonischen Vergleich: Sie wurde im 11. Jahrhundert erbaut und ist ein stützenloser, einapsidiger Tempel, der auf der ukrainischen Linksufrigen einzigartig ist. Die Pjatnyzka-Kirche geht auf das späte 12. oder frühe 13. Jahrhundert zurück.
Der Val von Tschernihiw, auch Dytynets genannt, gehört zusammen mit weiteren Architekturensembles zum Nationalen Architektur- und Geschichtsreservat „Chernihiv Ancient“. Zum Reservat gehören 26 Baudenkmäler von nationaler Bedeutung. Auf dem Val befinden sich unter anderem die Borys-und-Hlib-Kirche und das Chernihiv Collegium. Dieses gilt als erste höhere Bildungseinrichtung am linken Ufer der Ukraine. Auch das Regionale Kunstmuseum Chernihiv namens H. P. Galagan befindet sich auf dem historischen Val, im ehemaligen Gebäude des Mädchengymnasiums. Eine weitere historische Ortsbeziehung ist die Kirche der heiligen Märtyrer Fürst Michael von Chernihiv und Bojar Fjodor: Sie wurde 1808 oberhalb des Flusses Stryzhen erbaut.
Museen mit regionalen und persönlichen Perspektiven
Die Museen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Das Geschichtsmuseum des Stadtteils Liskovytsia widmet sich dem historischen Viertel; zu seinen Ausstellungsstücken zählen alte Fotografien und Dokumente sowie seltene Haushaltsgegenstände und Möbel. Das Historische Museum Tschernihiw namens Wassyl Tarnowskyj spannt in seiner historischen Ausstellung einen langen zeitlichen Bogen: Sie behandelt die Geschichte der Region von der Altsteinzeit bis 1992. Daneben gibt es eine eigenständige militärhistorische Ausstellung. Im Militärhistorischen Museum Chernihiv umfasst die Sammlung mehr als 11.000 Exponate; im Innenhof ist militärisches Gerät zu sehen.
Auch einzelne Häuser und Kirchen erzählen von konkreten Themen. Das Mychajlo-Kozjubynskyj-Museum-Reservat bewahrt das Haus des Schriftstellers mit nachgebildetem Familienalltag sowie einen Garten mit Bäumen, die er selbst gepflanzt hat. In der Borys-und-Hlib-Kathedrale gibt es eine Ausstellung zur Geschichte des Kirchenkomplexes sowie zwei Dauerausstellungen: „Fresken der Kirchen von Chernihiv“ und „Architektur und Handwerk von Chernihiv im 11.–13. Jahrhundert“. Wenn Sie einen Museumsbesuch planen, erkundigen Sie sich vorab nach den aktuellen Besuchsarrangements.
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