Tubala: Dorfgeschichte am Kraterrand
Unterkünfte in Tubala
Wenn Sie bei der Suche nach einem Hotel auch den Charakter des Reiseziels berücksichtigen möchten, verbindet Tubala eine Lage am Rand des Kärdla-Meteoritenkraters mit historischen Spuren, Windmühlen und einer lokalen Überlieferung.
Landschaft und Ortslage
Das alte Dorf Tubala liegt auf einem schmalen Höhenrücken, der im Norden und Westen von Sumpfwäldern begrenzt wird. Der Rücken und die beiden Waldseiten geben der Ortslage klare Konturen. Hinzu kommt Tubalas Lage am Rand des Kärdla-Meteoritenkraters; Höhenrücken und Kraterrand sind unterschiedliche räumliche Bezugspunkte.
Im Dorf entspringt die Nuutri jõgi, ein öffentlich nutzbarer Fluss. Eine weitere konkrete Ortsbeziehung zeigt Lavendlitalu, der Lavendelhof in Tubala: Er liegt an einem felsigen, sonnigen Hang am Rand des Kärdla-Meteoritenkraters. Der Hof entstand 2018, als dort 20.000 Lavendelpflanzen gesetzt wurden. Während der Höhenrücken die alte Dorfstruktur beschreibt, steht Lavendlitalu für eine angelegte Pflanzung am sonnigen Hang.
Ein straßennaher Findling in Tubala ist der sechstgrößte Findling Hiiumaas. Seine Einordnung setzt ihn in einen inselweiten Größenvergleich und ergänzt die Landschaftsmerkmale um einen einzelnen, klar benannten Stein.
Geschichte, Mühlen und Überlieferung
Die Allika- oder Tubala-Windmühle wurde 1886 erbaut, sorgfältig restauriert und als Baudenkmal eingestuft. Die Tõnise-Windmühle stammt aus dem Jahr 1903. So lassen sich die beiden Mühlen zeitlich voneinander unterscheiden: Die Allika- beziehungsweise Tubala-Mühle ist die früher datierte, die Tõnise-Mühle die spätere. Die Baujahre liegen genau 17 Jahre auseinander und überschreiten die Jahrhundertgrenze: 1886 gehört ins 19. Jahrhundert, 1903 bereits ins 20. Jahrhundert.
Die früheste schriftliche Erwähnung Tubalas stammt aus dem Jahr 1564 und verwendet die Schreibweise Twbbesälke. Bootsförmige Steinäxte, die im Gebiet von Tubala gefunden wurden, deuten auf eine Besiedlung vor zwei bis drei Jahrtausenden hin. Die Funde verweisen damit auf einen deutlich früheren Zeithorizont als die schriftliche Ortsnamensform, während die Jahreszahl 1564 einen konkreten schriftlichen Anhaltspunkt bietet.
Der Überlieferung zufolge hielt ein Pfahl in Tubala die Insel Hiiumaa am Meeresboden fest. Der Tubala-Pfahl wurde am 28. Juli 2003 in den Boden gerammt. Traditionell werden jedes Jahr am 28. Juli neue Nägel von Spendern feierlich in ihn eingeschlagen. Das wiederkehrende Datum verbindet das konkrete Ereignis mit einem jährlich gepflegten Brauch. Wenn Sie den Brauch als festen Reiseanlass nutzen, prüfen Sie vorab die Veranstaltungsdetails, damit Ihre Reiseplanung zum Termin passt.
Ein weiterer kultureller Bezugspunkt ist der 2013 in Tubala gebaute Anagama-Ofen, der für Töpfer von großem Interesse ist. Zusammen mit den Windmühlen und der Pfahlüberlieferung erweitert er das Bild von Tubala um ein jüngeres Kulturthema.
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