Tauer: Sorbische Traditionen und Dorfgeschichte
Unterkünfte in Tauer
Tauer verbindet sorbisch-wendische Bräuche und Dorfgeschichte mit Landschaften im näheren Umfeld. Für die Wahl des Reiseziels ist die Lage der Themen ein hilfreicher Unterschied: Kirche und Heimatmuseum prägen den Ortsbezug; nördlich und südlich von Tauer liegen verschiedene Landschaftsräume. Wenn Sie ein Hotel suchen, können Sie daran ausrichten, welche dieser Seiten des Aufenthalts für Sie im Vordergrund steht.
Bräuche und Geschichte der Evangelischen Kirche
In Tauer/Turjej werden im Jahreskreis Fastnacht (zapust), Ostern (jatšy), das Maibaumaufstellen (majski bom), das Erntefest (žnjowny swezen) und das Hahnrupfen (lapanje kokota) gefeiert. Die deutschen Benennungen stehen jeweils neben den sorbisch/wendischen Namen. So prägen wiederkehrende Bräuche neben den historischen Gebäuden das Bild des Ortes.
Die Evangelische Kirche Tauer wurde von 1789 bis 1790 als Peitzer Tochterkirche errichtet. In der Kirche befindet sich ein Kanzelaltar, dessen Korb vermutlich aus der Zeit um 1600 stammt. Außerdem besitzt sie eine kleine Orgel aus dem Jahr 1852, gebaut von Christoph und Wilhelm Schröter aus Sonnewalde. Zeitlich reicht der Blick damit vom vermutlich um 1600 entstandenen Altarkorb über den Kirchenbau bis zur Orgel von 1852. Ein Kanzelaltar verbindet Kanzel und Altar in einem Ausstattungsstück.
Ortsgeschichte im Heimatmuseum Tauer
Das Heimatmuseum Tauer befindet sich in einer ehemaligen Dorfbäckerei. Zu besichtigen ist eine Dauerausstellung zur sorbischen beziehungsweise wendischen Geschichte des Dorfes. Damit steht die örtliche Geschichte im Mittelpunkt des Museumsbesuchs.
Das Fryco-Rocha-Kabinett im Heimatmuseum bezieht sich auf Fryco Rochas Tätigkeit als Lehrer in Tauer von 1891 bis 1915. Er unterrichtete dort trotz eines Verbots in niedersorbischer Sprache. Für den Unterricht schrieb Rocha rund 300 Geschichten und Lieder; das Kabinett ist ihm gewidmet. Die Angaben zum Lehrer und Autor ergänzen die Ausstellung zur Geschichte des Dorfes um eine konkrete Person und ihre Arbeit.
Zum Heimatmuseum gehören ein traditioneller Bauern- und ein Kräutergarten. Die Hofanlage des Museums liegt direkt neben dem Radwanderweg zum Großsee, in Richtung Pinnower See und Schlaubetal. So lässt sich der Museumsstandort auch anhand seiner Lage am Radwanderweg einordnen.
Landschaften nördlich und südlich von Tauer
Nördlich von Tauer liegen der Großsee sowie die angrenzenden Naturschutzgebiete Pinnower Läuche und Tauersche Eichen. Beide Schutzgebiete gehören zum Naturpark Schlaubetal. Der Großsee wird mit sehr klarem Wasser und Sandstränden in Verbindung gebracht. Südlich von Tauer liegt das Niederungsgebiet Laßzinswiesen, das zum Vorspreewald gehört. Die Landschaftsbezüge verteilen sich damit auf zwei Richtungen: zum Großsee und den Schutzgebieten im Norden sowie zu den Laßzinswiesen im Süden.
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