Kipfenberg entdecken
Unterkünfte in Kipfenberg
Kipfenberg erschließt sich über zwei eng mit dem Ort verbundene Themen: römische Grenzgeschichte und markante Höhenzüge. Für Ihre Reiseplanung lohnt es sich, zuerst zu überlegen, ob Sie mehr Zeit für Museum und historische Spuren oder für Aussichtspunkte, Wanderungen und Radstrecken vorsehen möchten. Dazu kommen ein Fastnachtsbrauch, wiederkehrende Veranstaltungen und ein Freibad – verschiedene Aspekte, die den Aufenthalt in Kipfenberg prägen.
Römische Geschichte und Limes
Das Römer und Bajuwaren Museum ist in den ehemaligen Stallungen der Burg Kipfenberg untergebracht. Die Burg selbst befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. In der ehemaligen Vorburg sind das Museum und der Infopoint Limes untergebracht. Die archäologische Abteilung des Museums erläutert den Aufbau und den Zerfall des heutigen Welterbes Limes, das Leben eines Soldaten in der damaligen Provinz Raetien und den Aufstieg der Bajuwaren aus den Trümmern der Völkerwanderungszeit.
Zu den gezeigten Themen zählt auch der Krieger von Kemathen, der als „Erster echter Bajuware“ bezeichnet wird. Eine originalgetreue Rekonstruktion seiner Grabanlage ergänzt die Funde, die Einblick in die Geschichte des 5. Jahrhunderts geben. So stehen römische Grenzanlage und frühe bajuwarische Geschichte im selben Museum im Mittelpunkt.
Am rekonstruierten hölzernen Limeswachtturm lässt sich ein früherer Zustand der römischen Grenzanlage nachvollziehen. Der Turm steht direkt neben dem Fundament eines steinernen Wachtturms. Von der Beobachtungsplattform sind der Knick des Limes, das Fundament und ein kleines rekonstruiertes Stück Palisadenzaun zu sehen. Die Überreste des Limes in Kipfenberg sind über markierte Wanderwege erreichbar, darunter den Limeswanderweg.
Michelsberg, Brandplatz und Waggerlloch
Südlich von Kipfenberg ragt der Michelsberg als etwa 120 Meter hohes, steiles Felsmassiv auf. Reste mehrerer Befestigungsanlagen und eines Kirchleins gehören zu seinem Bild; zugleich zählt der Berg zu den wichtigsten Aussichtspunkten des Ortes. Der markierte Ostaufstieg führt vom Parkplatz im Birktal in etwa 25 Minuten zum Gipfel. Als Alternative führt Wanderweg Nr. 2, der Schmetterlingsweg, hinauf.
Östlich von Kipfenberg liegt der Brandplatz auf einer Hochfläche aus Dolomitfels. Von dort reicht das Panorama über das Birktal und seine Wacholderbüsche am Fuß des Michelsbergs. Der Platz liegt auf halber Strecke des Kressensteigs, Wanderweg Nr. 3, und ist vom Römer und Bajuwaren Museum etwa 15 Gehminuten entfernt. Damit lässt sich ein Museumsbesuch mit einem Aussichtspunkt verbinden, ohne die beiden Orte zu verwechseln.
Am Michelsberg ist über einen Abzweig am Schlossersteig auch das kleine, begehbare Waggerlloch erreichbar. Bei Grabungen von 1967 bis 1971 wurden Tonscherben und Metallgegenstände aus der Frühbronzezeit, der Urnenfelderzeit, der Hallstattzeit und der Keltenzeit gefunden. Außerdem gab es Hinweise auf eine zeitweise Nutzung als mittelalterliche Zuflucht. Die Funde stammen aus den Grabungen; sie beschreiben unterschiedliche Nutzungs- und Besiedlungsspuren aus weit auseinanderliegenden Epochen.
Wanderwege und Radtouren
Für den Limeswachtturm sind verschiedene Fußwege und Ausgangspunkte angegeben: Über den Limeswanderweg oder den Limesrundweg erreichen Sie ihn vom Parkplatz am Freibad oder an der Schule in etwa 30 Minuten. Vom Wanderparkplatz am Ortsende von Kipfenberg führt der Altmühltal-Panoramaweg in etwa 15 Minuten dorthin. Die Gehzeiten gehören jeweils zu unterschiedlichen Startpunkten; bei der Planung sollten Sie daher den passenden Ausgangspunkt berücksichtigen. Der erste Abschnitt des Limesrundwegs zwischen Kipfenberg und Hirnstetten verläuft weitgehend entlang der ehemaligen römischen Nordgrenze.
Auch der Altmühltal-Panoramaweg bietet einen anderen Landschaftseindruck: Der Abschnitt zwischen Kipfenberg und Kinding führt zunächst über schattige Waldwege auf die Kohlplatte, eine Anhöhe zwischen Anlauter- und Altmühltal. Anschließend geht es am Waldrand steil bergab nach Kinding. Für Radreisende ist Kipfenberg eine Station am Altmühltal-Radweg. Der Limesradweg wiederum bietet eine anspruchsvollere Radtour über die Jurahöhen; auch die Landschaft um Kipfenberg lässt sich mit dem Fahrrad erkunden.
Fastnachtsbrauch, Baugeschichte und Veranstaltungen
Der Fasenickl ist eine Fastnachtsfigur aus dem Raum Kipfenberg, Kinding und Enkering. Zu den Brauchritualen gehören aufwändige Kostümierung, „Schnalzen“ und „Faseln“ sowie das Verteilen von Brezen und Guatln. Der Kulturverein „Die Fasenickl“ bewahrt historische Gewänder, macht sie der Öffentlichkeit zugänglich und stellt den Brauch des Fasenickllaufens auch außerhalb der Fastnachtszeit dar. Das Fastnachtsmuseum „Fasenickl“ befindet sich im Kipfenberger Torwärterhaus, dessen älteste Bausubstanz aus dem Mittelalter stammt.
Auch die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gehört zu den örtlichen Kulturstätten; sie besitzt eine Pietà aus der Zeit um 1400. Das Limesfest erinnert an die römische Vergangenheit Kipfenbergs und an seine mittelalterlichen Burgherren. Zu den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen auf dem historischen Marktplatz gehören außerdem der Ostermarkt mit Osterbrunnenvorstellung, historische Aufführungen zum Limesfest und der zweitägige Weihnachtsmarkt. Prüfen Sie für Ihre Reise die Veranstaltungstermine im gewünschten Zeitraum.
Freibad „Am Limes“
Das beheizte Freibad „Am Limes“ verfügt über ein großes Schwimmbecken mit Sprungturm und ein separates Kinderbecken. Wenn Sie einen Badetag einplanen, prüfen Sie vorab die aktuellen Öffnungszeiten, da sich der saisonale Betrieb ändern kann.
Weitere Reiseziele entdecken: Denkendorf, Gaimersheim, Dollnstein, Kösching, Kinding, Großmehring, Beilngries, Titting
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Eichstätt.