Freudental: Jüdische Geschichte und Weinlandschaft
Unterkünfte in Freudental
Freudental liegt am Fuß des Strombergs im oberen Steinbachtal und ist von Wald und Weinbergen umgeben. Die historische Hauptachse führt entlang der Hauptstraße und Strombergstraße zum Ensemble aus Synagoge, Schneckenturm und Judenschlössle. Jüdische Ortsgeschichte und die Landschaft rund um den Ort prägen damit zwei unterschiedliche Seiten eines Aufenthalts.
Schlossgeschichte und Synagoge
Gräfin von Würben beauftragte 1727 den Architekten Paolo Retti mit Schloss Freudental und einem Park. Die erweiterte Schlossanlage wurde ab 1810 Sommerresidenz König Friedrichs I. Die Synagoge in Freudental entstand 1770 im klassizistischen Stil und wurde 1926 unter Denkmalschutz gestellt. Das frühere Synagogenensemble wurde für eine neue Nutzung sorgfältig renoviert; dazu gehören eine Frauenempore, ein Renaissance-Turm, ein Anbau und ein Gewölbekeller.
Jüdische Geschichte im Ort
Das Judenschlössle wurde 1614 als Gesindehaus errichtet. Im September 1723 bezog Seligmann Wolff mit einer Gruppe aus sechs Haushalten das Gesindehaus des früheren Oberen Schlosses, das heute als Judenschlössle bekannt ist. Am 8. September stellte Johann Gottlob Zobel von Giebelstadt Wolff einen Schutzbrief aus; ein zweiter Schutzbrief vom 22. September erweiterte dessen Bestimmungen wesentlich.
Der Jüdische Ortsrundgang verbindet den jüdischen Friedhof, Judenschlössle, Synagoge, Rabbinat und Mikwe mit Adressen der letzten jüdischen Einwohner. Kurze Biografien und ein Glossar erklären wichtige Ereignisse und Begriffe. Der Friedhof liegt am Fuß des Seebergs auf Bönnigheimer Gebiet; sein älterer Abschnitt dokumentiert 200 Jahre jüdischer Geschichte in Freudental.
Führungen und Wege durch Freudental
Das PKC bietet Führungen und Lerntage mit interaktiven Einblicken in jüdisches Leben und die Zeit der NS-Verfolgung. Zum Programm gehören außerdem Vorträge, Konzerte und Exkursionen zu Geschichte, Kultur und Begegnung. Prüfen Sie vorab Termine und Verfügbarkeit. Der Garten der Erinnerung kann als Start- und Ruhepunkt für einen smartphone- oder tabletgestützten Spaziergang durch die Geschichte und Landschaft Freudental dienen. Am Ende des Stutenwegs steht das Stutendenkmal.
Weinbau, Landschaft und Radfahren
Mehrere landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe in Freudental widmen sich vorwiegend dem Weinbau. Der Ort bietet Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren; sowohl die Wein- und Obsttour als auch die Strombergtour führen durch Freudental. Im übergeordneten Reiseziel Ludwigsburg sind terrassierte Weinsteillagen entlang von Neckar und Enz ein prägendes Landschaftsmerkmal des Landkreises.
Anreise mit Bahn und Bus
Eine Anreisemöglichkeit führt mit Regionalexpress oder S-Bahn bis Bietigheim und anschließend mit dem Bus nach Freudental oder Hohenhaslach. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Fahrpläne. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen fährt der Freizeitbus Stromer, Linie 572, durch Freudental weiter ins Kirbachtal. Der Bus hat einen Fahrradanhänger für bis zu 20 Fahrräder; die Fahrradmitnahme ist kostenlos. Fahrplan, Ausstattung und Mitnahmeregeln können sich ändern, deshalb sollten Sie die aktuellen VVS-Angaben vor der Fahrt prüfen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Ludwigsburg.
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