Pleidelsheim: Fachwerk, Tabakgeschichte und Wiesenaue
Unterkünfte in Pleidelsheim
Pleidelsheim verbindet historische Bauwerke und Ortsgeschichte mit einem Naherholungsraum am Altneckar. Für Ihren Aufenthalt können Sie den Schwerpunkt auf die Geschichte des alten Ortskerns legen, Spaziergänge und Fahrradtouren in der Wiesenaue einplanen oder beide Themen verbinden. Auch die Tabak- und Spargelgeschichte gehört zum Charakter des Ortes.
Historische Spuren im Ortsbild
Die Mauritiuskirche wurde im 14. Jahrhundert an der Stelle einer karolingischen Kirche errichtet. Als Wehrkirche erhielt sie einen mächtigen Chorturm mit Kreuzrippengewölbe. Im Inneren befinden sich Emporenbrüstungsbilder mit eigenwilliger Thematik, eine Orgel mit Barockprospekt und ein Kruzifix. So verbinden sich an einem Bauwerk mehrere unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte: der frühere Kirchenbau, die wehrhafte Funktion und die Ausstattung des Innenraums.
Das Alte Rathaus stammt aus den Jahren 1613/14. Der Fachwerkbau ruht auf einem eindrucksvoll hohen Massiverdgeschoss in Laubenform. Ursprünglich befanden sich dort offene Rundbogenarkaden; das Erdgeschoss diente als Markthalle. Ein weiteres frühes Bauwerk ist die Kelter, auch Neue Mühle genannt: Sie wurde 1511 unter württembergischer Herrschaft errichtet und zählt zu den ältesten Gebäuden Pleidelsheims. Zum historischen Bild gehören außerdem die vielfach erhaltenen Tabaktrockenschuppen und der Hasenhof. Dieser war Teil einer der ersten großen, später aufgeteilten Hofanlagen des Ortes und besitzt reich verzierte steinerne Einfahrtstore.
Der Historische Dorfrundgang führt durch den alten Ortskern und vorbei an zahlreichen giebelständigen Fachwerkhäusern mit Massiverdgeschoss. Damit ergänzt die Route einzelne Bauwerke um einen Blick auf die Architektur des Ortsbildes. Wer sich für historische Gebäude interessiert, findet hier unterschiedliche Formen: Fachwerk, massive Erdgeschosse, Lauben und steinerne Einfahrtstore.
Tabakgeschichte, Museen und Erinnerungsorte
Die Geschichte Pleidelsheims ist eng mit dem Tabakanbau verbunden. Er prägte den Ort in der Vergangenheit besonders und wurde dort bis 1991 betrieben. Die noch vielfach erhaltenen Tabaktrockenschuppen erinnern an diese örtliche Tradition und gehören zum charakteristischen Ortsbild. Auch der Name des am 16. Mai 2010 eröffneten Tabak-, Spargel- und Heimatmuseums verweist auf zwei wichtige Themen der Ortsgeschichte. Das Museum behandelt die Tabak- und Spargelgeschichte Pleidelsheims sowie das frühere Leben in Haus und Hof; es umfasst etwa 1.300 Exponate.
Die örtliche Geschichte ist auch an kleineren Sammlungsstücken und Kunstwerken ablesbar. Zum Bestand des Evangelischen Kirchenmuseums Pleidelsheim gehören eine Kirchentür von 1787 und Teile des Kranzgesimses der alten Predigtkanzel von 1613. Der Spargelbrunnen ist eine 1988 in Betrieb gesetzte Brunnenplastik aus der Werkstatt des Pleidelsheimer Steinmetzen und Bildhauers Jörg Failmezger; sie erinnert an die örtliche Spargelkultur. Beim Froschbrunnen in der Friedrichstraße liegt der historische Zusammenhang anders: Er steht mit dem früheren volkstümlichen Straßennamen „Froschgasse“ und den Fröschen am nahegelegenen Riedbach in Verbindung.
Ein weiterer Teil der Ortsgeschichte ist die Gedenkstätte „Russischer Friedhof“ im Gemeindewald. Sie steht im Zusammenhang mit der Geschichte von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Zusammen mit den historischen Gebäuden und den musealen Themen eröffnet sie einen anderen Zugang zur Vergangenheit Pleidelsheims.
Wiesenaue und Naherholung am Altneckar
Das Pleidelsheimer Wäldle ist ein Naherholungsraum in Pleidelsheim. Die weite Wiesenaue mit dem grünen Band des Altneckars lädt zum Spazierengehen und Fahrradfahren ein. Für die Planung Ihres Aufenthalts lässt sich dieser Naturraum als eigener Schwerpunkt neben den Bauwerken und der Ortsgeschichte betrachten.
Der Altneckar und das Pleidelsheimer Wiesental sind ausgewiesene Naturschutzgebiete. Teile des Natura-2000-Gebiets „Neckar zwischen Freiberg und Heilbronn“ liegen auf Pleidelsheimer Gemarkung und sind mit den Naturschutzgebieten „Wiesental“ und „Altneckar“ identisch. Die Sonnenuhren in Pleidelsheim sind außerdem in einen Rundgang eingebunden. So ergeben sich unterschiedliche Themen für die Zeit im Freien: Naturraum, Spaziergänge und Fahrradfahren sowie die Sonnenuhren.
Anreise und Wahl des Aufenthalts
Pleidelsheim ist über die BAB A81 in der Verbindung Stuttgart–Heilbronn mit einer eigenen Anschlussstelle verkehrlich erschlossen. Beide Schwerpunkte bieten konkrete Anknüpfungspunkte für die Planung; sie lassen sich auch miteinander verbinden.
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