Zanzibar Urban/West: Stone Towns Architektur und Geschichte
Unterkünfte in Zanzibar Urban/West
Stone Town ist ein bekanntes Touristengebiet in Zanzibars Urban West Region. Als Swahili-Küstenhandelsstadt spiegelt sie kulturelle Einflüsse aus Afrika, der arabischen Region, Indien und Europa wider. Das historische Stadtbild verbindet schmale, verwinkelte Straßen mit Gruppen niedriger Gebäude und großen Herrenhäusern an der Meerseite. Zugleich zeigen Stadtplanung und Bauweise die lange Geschichte des Handels zwischen den afrikanischen und asiatischen Küsten. In Stone Town treten Stadtgestalt und kulturelle Prägung unmittelbar zusammen.
Stadtbild und Architektur von Stone Town
Das städtische Gefüge und das Stadtbild sind nahezu unversehrt bewahrt. Die Gebäude bestehen überwiegend aus Korallenkalkstein und Mangrovenholz. Das Holz wurde in dickem Kalkmörtel gefasst und anschließend verputzt und gekalkt. Materialwahl und Oberflächengestaltung gehören so ebenso zum historischen Stadtbild wie die schmalen Straßen und die niedrigen Gebäude neben den großen Herrenhäusern an der Meerseite.
Die zweistöckigen Häuser haben lange, schmale Räume, die um offene Innenhöfe angeordnet sind. Schmale Korridore führen zu den Räumen; die Außenfassaden zeichnen sich durch aufwendig geschnitzte doppelte „Zanzibar“-Türen aus. Innenhof, Korridor und Fassade beschreiben unterschiedliche Seiten dieser Bauweise. Zusammen mit der Stadtplanung spiegeln die Gebäude Swahili-, indische, arabische und europäische Einflüsse wider.
Zu den bedeutenden historischen Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert zählen das Old Fort, das House of Wonders, das Old Dispensary, die St. Joseph’s Roman Catholic Cathedral und die Christ Church Anglican Cathedral. Ebenfalls dazu gehören die Residenz von Tippu Tip, die Malindi Bamnara Mosque, Jamat Khan, der Royal Cemetery sowie Hamamni und weitere persische Bäder. Die Vielfalt dieser Bauwerke macht das historische Stadtbild nicht auf einen einzelnen Gebäudetyp fest.
Die Christ Church Anglican Cathedral erinnert an David Livingstones Arbeit zur Abschaffung des Sklavenhandels und steht am Ort des letzten Sklavenmarkts. Das House of Wonders wurde als großer Zeremonialpalast für Sultan Barghash erbaut. Jamat Khan entstand für die Ismaili-Gemeinschaft. Diese unterschiedlichen historischen Bezüge geben den Gebäuden jeweils einen eigenen Platz in der Geschichte Stone Towns.
Auch Kunsthandwerk gehört zu den konkreten Anlaufpunkten im Ort: Das Zanzibar Conservation Centre bietet im Erdgeschoss einen öffentlich zugänglichen Ausstellungs- und Verkaufsbereich. Damit ergänzt ein Ort für Kunsthandwerk die historische Architektur als weiterer Aspekt, den Sie bei Ihrer Beschäftigung mit Stone Town berücksichtigen können.
Stone Town im größeren Zusammenhang Tansanias
Für die Einordnung über Stone Town hinaus lohnt ein Blick auf Tansania. Die Küstenlinie des Landes ist mehr als 804 km lang. Zu ihr gehören die Inseln Unguja und Pemba, die zusammen Sansibar bilden, sowie die Insel Mafia. Auch Kilwa Kisiwani und Songo Mnara liegen im übergeordneten Reiseziel Tansania: Die beiden Swahili-Handelsstädte verdankten ihren Wohlstand besonders vom 13. bis zum 16. Jahrhundert der Kontrolle des Handels im Indischen Ozean mit Arabien, Indien und China. Dieser zeitlich umrissene Handelskontext ergänzt Stone Towns eigenes Bild, das sich besonders über seine erhaltene Stadtgestalt und Architektur erschließt.
Weitere Reiseziele entdecken: Sansibar-Stadt, Selem, Mbweni, Fumba, Bububu, Grave Island, Urban, Lindi.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Tansania.