Jaroměřice: Kirchen, Kalvarie und Kreuzweg
Unterkünfte in Jaroměřice
Jaroměřice bietet für eine kulturorientierte Reise einen klaren Schwerpunkt: Wallfahrtsstätten und sakrale Architektur. Neben dem Wallfahrtskomplex stehen die Kirche „Všech svatých“ und ein Kreuzweg, der diese Kirche mit der Kalvarie verbindet. Die Baugeschichte lässt sich so an unterschiedlichen Gebäuden, Bauformen und Darstellungen nachvollziehen. Dabei sind sowohl die räumliche Gliederung des Komplexes als auch die verschiedenen historischen Bezüge aufschlussreich.
Wallfahrtsstätte und Kalvarie
Die Wallfahrtsstätte von Jaroměřice ist von Ambiten umschlossen. An jeder Längsseite befinden sich drei Kapellen. Die Santini-Wallfahrtskirche „Povýšení svatého Kříže“ bildet den östlichen Abschluss des Komplexes und stammt aus den Jahren 1712–1713. Zusammen ergeben diese Merkmale eine klare räumliche Gliederung: Die Ambiten umschließen die Anlage, die Kapellen reihen sich an ihren beiden Längsseiten, und die Kirche markiert den östlichen Abschluss.
Die Jaroměřická Kalvárie ist ein barocker Wallfahrtskomplex und eine originalgetreue Kopie des Heiligen Grabes in Jerusalem. Sie gehört zu den drei bedeutendsten Wallfahrtsorten der Region Pardubice und ist zugleich eine bedeutende landschaftliche Dominante. Damit treffen hier zwei Aspekte aufeinander: die religiöse Bedeutung als Wallfahrtsort und die markante Rolle in der Landschaft. Wenn Sie die Kulturgeschichte Jaroměřices einordnen möchten, bietet die Kalvarie dafür einen konkreten Ausgangspunkt.
Der Kreuzweg von der Kirche zur Kalvarie
Der barocke Kreuzweg führt von der Kirche „Všech svatých“ zur Kalvarie und hat elf Stationen. Die Darstellungen wechseln von Kapellen über Sandsteinsäulen zu Bildern. So begegnen Ihnen innerhalb eines Kreuzwegs verschiedene Formen der Gestaltung, statt einer Folge gleichartiger Stationen. Die Zahl der Stationen und der Wechsel der Darstellungen sind zwei konkrete Merkmale, an denen sich dieser Weg beschreiben lässt.
Auch die Verbindung der beiden Ziele gibt dem Kreuzweg eine eigene Einordnung: Er beginnt an der Kirche „Všech svatých“ und führt zur Kalvarie. Wer sich für sakrale Architektur interessiert, kann damit nicht nur einzelne Kirchenbauten, sondern auch den religiösen Weg zwischen ihnen als Thema berücksichtigen. Die barocke Einordnung des Kreuzwegs und der Wechsel seiner Darstellungen verbinden dabei Form und Verlauf, ohne dass beide Aspekte dasselbe beschreiben.
Die Kirche „Všech svatých“ und ihre Geschichte
Die Kirche „Všech svatých“ wurde etwa im 12. Jahrhundert als einschiffige gotische Kirche mit Turm errichtet und ist das älteste Baudenkmal in Jaroměřice. Die ungefähre Datierung weist auf eine andere Bauzeit als die Santini-Wallfahrtskirche aus den Jahren 1712–1713. So stehen in Jaroměřice unterschiedliche historische Zeitbezüge nebeneinander: eine frühe, nur ungefähr eingeordnete Errichtung und eine genau benannte Bauphase des später entstandenen Wallfahrtskirchenbaus.
Im Inneren der Kirche befindet sich ein Grabstein aus dem Jahr 1562. Er zeigt den Ritter Jan z Linhartic, der auf der Festung von Jaroměřice residierte. Das Grabmal verbindet ein konkretes Datum mit der Darstellung einer benannten historischen Person. Für die Einordnung der Kirche ist außerdem ein wahrscheinlicher barocker Umbau wichtig: Unter Jan Bartodějský z Bartoděj, der die Herrschaft Jaroměřice in den Jahren 1609–1611 besaß, wurde sie wahrscheinlich im Barockstil umgebaut.
Damit lässt sich die Geschichte von „Všech svatých“ nicht auf eine einzige Bauphase reduzieren. Zur Kirche gehören die ungefähre Errichtung im 12. Jahrhundert, der Grabstein von 1562 und der wahrscheinliche barocke Umbau unter Jan Bartodějský z Bartoděj. Im Vergleich dazu ist die Santini-Wallfahrtskirche mit ihrer Bauzeit 1712–1713 zeitlich klar eingeordnet. Diese Unterschiede machen Jaroměřice für Reisende interessant, die Kirchen und Wallfahrtsgeschichte anhand konkreter Bauwerke und Daten erschließen möchten.
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