Südsudan: Naturraum Boma–Badingilo entdecken
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Im Südsudan steht die Boma–Badingilo Migratory Landscape für einen Naturraum, in dem Wasser, unterschiedliche Lebensräume, großräumige Tierwanderungen und eine lange menschliche Beziehung zur Landschaft zusammenkommen.
Zwischen dem Sudd und der Savanne
Die Landschaft umfasst etwa 11,25 Millionen Hektar und liegt am Übergang zwischen dem Feuchtgebietssystem des Sudd und der Ostsudanischen Savanne. Zu ihr gehören saisonal überflutete Grasländer, Feuchtgebiete und Überschwemmungsebenen ebenso wie Wälder und Savannen. Die Boma–Badingilo Migratory Landscape lässt sich deshalb nicht auf einen einzigen Landschaftstyp reduzieren: Wassergeprägte Lebensräume und Savannen sind gleichermaßen Teil dieses Gebiets.
Saisonale Niederschläge und die Hochwasserdynamik prägen die ökologischen Prozesse. Wasser ist damit nicht nur ein Merkmal einzelner Feuchtgebiete, sondern gehört zu den Kräften, die das ökologische Geschehen der Landschaft beeinflussen. Zusammen mit der Lage am Übergang zwischen Sudd und Savanne bietet das einen Ansatz, um die unterschiedlichen Lebensräume im Zusammenhang zu betrachten.
Tierwelt und großräumige Wanderung
Die Boma–Badingilo Migratory Landscape beherbergt bedeutende Bestände an Nil-Litschi, Afrikanischen Savannenelefanten, Afrikanischen Wildhunden, Löwen, Leoparden, Nordostafrikanischen Geparden und Beisa-Oryx. Hinzu kommen wichtige Vorkommen von Wasservögeln, Greifvögeln und Zugvögeln. Die Tierwelt umfasst damit sowohl zahlreiche Säugetierarten als auch unterschiedliche Gruppen von Vögeln.
Eine weitere Dimension ist die großräumige Wanderung von schätzungsweise sechs Millionen Landsäugetieren, die die Landschaft trägt. Diese Schätzung beschreibt das Ausmaß der Wanderung, nicht bloß den Bestand einer einzelnen Tierart. Wer sich für Natur und Tierwelt interessiert, kann so zwei unterschiedliche Aspekte des Gebiets in den Blick nehmen: die dort vorkommenden Arten und eine Bewegung im Maßstab der gesamten Landschaft.
Eine lange Beziehung zwischen Menschen und Landschaft
Die Landschaft ist auch mit dem Leben und den Tätigkeiten ihrer Gemeinschaften verbunden. Murle, Dinka, Nuer, Anyuak, Toposa und weitere ethnische Gruppen pflegen sie seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden durch Viehhaltung, Landwirtschaft und Fischerei. Diese Tätigkeiten gehören zur langjährigen kulturellen Beziehung zwischen den Gemeinschaften und der Boma–Badingilo Migratory Landscape.
Damit bietet das Gebiet mehr als einen Blick auf Lebensräume und Tierbestände: Auch die menschliche Beziehung zur Landschaft gehört zu seinem Charakter. Wenn Sie sich für das Zusammenspiel von Natur, Nutzung und kultureller Geschichte interessieren, ist diese Perspektive ein eigener Zugang zum Reisethema Südsudan.
UNESCO-Welterbe im Südsudan
Im Juli 2026 wurde die Boma-Badingilo Migratory Landscape Südsudans erste UNESCO-Welterbestätte. Zum Gebiet gehören die Nationalparks Boma und Badingilo sowie verbundene Wildtierkorridore. Der Name der Welterbestätte bezeichnet damit eine Landschaft, die neben den beiden Nationalparks auch diese Korridore umfasst.
Für Ihre Reiseplanung lohnt es sich, die verschiedenen Perspektiven auseinanderzuhalten: Lebensräume und Wasserbewegungen beschreiben den ökologischen Rahmen; Artenbestände und Wanderung zeigen unterschiedliche Seiten der Tierwelt. Die langjährige Pflege durch Gemeinschaften ergänzt diese Naturperspektive um die menschliche Beziehung zum Gebiet.
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