Zamora Chinchipe: Kakaogeschichte, Schutzgebiete und Kultur
Unterkünfte in Zamora Chinchipe
Am Fundort Santa Ana–La Florida im Kanton Palanda beginnt eine besondere Perspektive auf Zamora Chinchipe: Hier reichen die Nachweise für Kakaonutzung weit zurück. Die Provinz verbindet solche kulturhistorischen Bezüge mit Schutzgebieten, Wasserläufen und Orten, an denen kulturelle Ausdrucksformen der Shuar sichtbar werden. Für Ihre Reiseplanung lohnt es sich, diese unterschiedlichen Schwerpunkte getrennt zu betrachten.
Kakaogeschichte in Palanda
Santa Ana–La Florida liegt im Kanton Palanda in der Provinz Zamora Chinchipe. Am Fundort gibt es Nachweise für die Domestizierung einer Varietät von Theobroma cacao sowie für die älteste soziale Nutzung dieser Frucht in Amerika innerhalb der Mayo-Chinchipe-Kultur. Die Befunde werden auf 3500 bis 3300 v. Chr. beziehungsweise 5500 bis 5300 BP datiert. Auch im Kanton Palanda finden sich innerhalb dieser Kultur Nachweise für frühen Kakaokonsum aus dem Zeitraum 5500 bis 5300 BP. Damit geht es in Palanda nicht nur um Kakao als Lebensmittel, sondern auch um die lange Geschichte seiner Nutzung durch Menschen.
Schutzgebiete und Artenvielfalt
Der Parque Nacional Podocarpus umfasst Ökosysteme vom Páramo bis zum tropischen Wald. Ein Fünftel des Nationalparks gehört zum Kanton Palanda. Als Möglichkeiten in diesem Schutzgebiet werden Wandern, Vogelbeobachtung und Naturerkundung genannt; in Zamora kann man zudem auf verschiedenen Routen des Parks Rad fahren. Das Biosphärenreservat Podocarpus–El Cóndor erstreckt sich über die Provinzen Loja und Zamora Chinchipe sowie über zehn Kantone und 48 Kirchspiele. Seine Fläche beträgt 1.140.080 Hektar.
Die Artenvielfalt gibt dem Reservat einen weiteren eigenen Schwerpunkt: Zu seiner erfassten Flora zählen 4.191 Pflanzenarten. Das sind fast 25 Prozent der erfassten Flora Ecuadors, obwohl das Reservat nur vier Prozent des Staatsgebiets einnimmt. Im erfassten Vogelbestand stehen 629 Arten, darunter 55 Arten aus einer der Endemismuszonen Ecuadors. Auch für den Andenbären (Tremarctos ornatus) ist das Reservat bedeutsam: Innerhalb seines Verbreitungsgebiets im nördlichen Anden-Ökoregionskomplex CEAN bildet es den größten zusammenhängenden verfügbaren Lebensraum.
Die Reserva Tapichalaca liegt am östlichen Rand der Cordillera de Sabanilla an der Straße Loja–Palanda. Sie grenzt an den Parque Nacional Podocarpus und den Bosque Protector Colambo–Yacuri, umfasst ungefähr 5.000 Hektar und schließt den Cerro Tapichalaca ein. Die Reserva ist außerdem Lebensraum des Jocotoco (Grallaria ridgelyi), einer in Ecuador endemischen Art.
Routen, Aussichtspunkte und Wasserfälle
Die Ruta Tara Nunka, auch Ruta Los Guayacanes genannt, liegt im Kirchspiel Chicaña. Zu ihren genannten Merkmalen gehören Wasserfälle, natürliche Becken, Aussichtsbalkone und Aussichtspunkte ebenso wie Höhlen, ökologische Wege und Pfade. Da sich Wegbedingungen ändern können, empfiehlt es sich, die Bedingungen der Route vor dem Besuch zu prüfen. Einen anderen Blick auf die Landschaft bietet der Cerro Cresta del Gallo im Kirchspiel Porvenir del Carmen: Von diesem Aussichtspunkt sieht man den Parque Nacional Podocarpus, die Reserva Tapichalaca und Porvenir del Carmen. Dort sind außerdem Höhlen mit menschlichen Überresten aus früherer Zeit zu sehen.
Auch der Cerro El Corazón ist über einen Weg von Palanda aus erreichbar. Er führt zu einem Aussichtspunkt auf 2.200 Metern Höhe und zu 15 Wasserfällen. Die Cascada Agua Dulce liegt ebenfalls bei Palanda: Vom Ortszentrum des Kantonshauptorts aus folgt laut Routenbeschreibung eine zehnminütige Fahrt, anschließend geht es 200 Meter zu Fuß durch das Bachbett. Streckenbedingungen können Entfernungen beeinflussen; prüfen Sie daher die aktuellen Wegangaben vorab. Bei der Cascada El Líbano führt der Zugang zunächst über einen Reitweg und danach über einen schwierig begehbaren Pfad. Der Wasserfall liegt 7,5 Kilometer von Zamora entfernt in der Gemeinde El Líbano im Kirchspiel El Limón; die gesamte Wanderung dauert zwei bis drei Stunden. Diese Wegbedingungen sollten vor der Planung erneut geprüft werden.
Wer Wasserlandschaften vergleichen möchte, findet weitere unterschiedliche Merkmale: Die 20 Meter hohe Cascada Fátima bildet eine kleine Lagune mit zwei Metern Durchmesser; das Wasser gilt als kristallklar, sehr sauber und angenehm temperiert. Der Salto del Inca ist eine natürliche Formation im Río Numbala. An einer etwa zwei Meter breiten Engstelle fließt das Wasser des Flusses tosend hindurch. Das Balneario Urahua liegt vier Kilometer vom Kirchspiel Palanda entfernt und bietet einen Strand mit Granitsteinen sowie ein natürliches Becken, in dem sich das Wachstum des Weißfischs beobachten lässt.
Der Bosque Coto Mono liegt im Sektor Agua Dulce auf der anderen Seite des Río Palanda, sieben Kilometer vom Kantonshauptort entfernt. Seine Fläche beträgt ungefähr 15 Hektar. Einheimische Bäume wie Yamila und Aguacatillo bieten dort Lebensraum für Vogelarten. Für Beobachtungen vieler Arten eignen sich insbesondere die Morgenstunden im Parque Nacional Podocarpus sowie an den Ufern der Flüsse Bombuscaro und Jamón; wie viel zu sehen ist, hängt von den Bedingungen ab.
Flüsse und Aktivitäten
Die möglichen Unternehmungen unterscheiden sich auch danach, ob Sie sich auf dem Wasser oder an Land orientieren möchten. An der Laguna de Cisam im Kirchspiel Nuevo Quito des Kantons Paquisha kann man Kanu fahren und Sportfischen. Rafting auf dem Río Bombuscaro ist eine sportliche Freizeitaktivität, bei der der Fluss flussabwärts üblicherweise in einem Boot oder auf einem Floß befahren wird. In Zamora zählen außerdem Abenteuertourismus, Wanderungen und Baden im Río Bombuscaro zu den genannten Aktivitäten. Prüfen Sie vor einem Bad vor Ort Zugang und Bedingungen.
Die Ruta de la Cascarilla führt durch andine und amazonische Landschaften der Provinz. Ihr Name ist mit dem Baum verbunden, aus dem Chinin gewonnen wird. Zusammen mit den Wegen und Wasserfällen zeigt sie einen anderen Aspekt der Region als die archäologischen Orte in Palanda oder die kulturellen Sehenswürdigkeiten in den Städten.
Architektur und Shuar-Kultur
In Zamora ist die Catedral de Zamora eine architektonische Sehenswürdigkeit mit neoklassizistischer Architektur. Sie wurde von Franziskanerpatern errichtet und 1997 wiederaufgebaut. In Yantzaza widmet sich das Centro de Interpretación Cultural Shuar-Nankais kulturellen Ausdrucksformen der Gemeinschaft Nankais. Zu dem Zentrum gehören Hütten und traditionelle Plätze der Shuar-Kultur; dort finden Ausstellungen statt.
Am Ort Piedra de los Rituales in Yantzaza wird Ayahuasca beziehungsweise Natem der Shuar-Kultur zubereitet. Die Bestandteile werden für den späteren Verzehr gemahlen. Begegnen Sie diesem kulturellen Kontext mit Respekt vor den kulturellen Protokollen. Ein wiederkehrender Anlass, kulturelle Ausdrucksformen der in der Provinz lebenden Völker und Nationalitäten kennenzulernen, ist das Pachamama Raymi. Es findet jedes Jahr vom 26. bis 28. April in der Provinz Zamora Chinchipe statt und wird von der Provinzregierung von Zamora organisiert.
Auch kulinarische Traditionen haben ihren Platz im Veranstaltungskalender von Zamora: Jedes Jahr finden dort das Festival der Colada Morada und der Wettbewerb um die größte Guagua de Pan statt. Konkrete Veranstaltungsdaten sollten Sie vor Ihrer Reise prüfen.
Den passenden Standort für Ihre Reise wählen
Die genannten Orte verteilen sich über verschiedene Teile der Provinz: Palanda steht unter anderem für Santa Ana–La Florida und Wege zu Wasserfällen, Zamora für die Kathedrale und Aktivitäten am Río Bombuscaro, Yantzaza für das Kulturzentrum und die Piedra de los Rituales. Wählen Sie anschließend einen Standort, der zu diesen Plänen passt, und prüfen Sie die jeweiligen Fahrtwege für Ihre konkrete Reise.
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