Guano: Aussicht, Geschichte und Handwerk
Unterkünfte in Guano
Guano vereint Landschaft, historische Zeugnisse und lokale Handwerkstraditionen. Ein markanter Ausgangspunkt für den Blick auf die Umgebung ist die Colina de Lluishi: Die Felsformation vulkanischen Ursprungs ist ein natürlicher Aussichtspunkt. Von dort aus sind die schneebedeckten Gipfel des Chimborazo, Carihuayrazo, Tungurahua, El Altar und Los Cubillines zu sehen.
Felskunst und Aussicht auf der Colina de Lluishi
Auf dem Hügel befinden sich drei von Hand gehauene Steinmonolithen. Der guaneñische Steinmetz und Künstler Luis Felipe Reinoso schuf sie in den 1940er-Jahren. Die Figuren stellen ein Inka-Gesicht, einen Fisch und ein Gefäß dar. Einige Petroglyphen gehören ebenfalls zu den überlieferten Merkmalen der Colina.
Im oberen Bereich der Colina de Lluishi liegt die Grotte der Virgen de Lourdes. Sie ist über die als Viacrusis bekannten Treppen erreichbar. Aussichtspunkt, Monolithen, Petroglyphen und Grotte geben dem Hügel unterschiedliche historische und kulturelle Bezüge; der Blick auf die umliegenden Gipfel setzt dazu einen landschaftlichen Schwerpunkt.
Sammlungen im Museo de la Ciudad
Das Museo de la Ciudad wurde im Februar 2006 durch eine Vereinbarung zwischen der Ilustre Municipalidad de Guano und dem Instituto Nacional de Patrimonio Cultural eingeweiht. Die Sammlungsstücke sind verschiedenen Räumen zugeordnet. Im zweiten Raum, dem Saal der ethnischen Herrschaftsgebiete, werden Keramikgefäße der Kulturen Tuncahuán und Puruhá gezeigt. Ihre Datierung wird mit 400 bis 500 n. Chr. angegeben; die Gefäße werden den Stilen Elenpata, San Sebastián oder Guano sowie Huavalac zugeordnet.
Im fünften Raum sind Gemälde auf Leinwand und eine Mumie ausgestellt. Bei ihr handelt es sich vermutlich um die sterblichen Überreste von Fray Lázaro de Santofimia, einem spanischen Franziskanermissionar und damaligen Wächter der Iglesia de la Asunción. Die im Museo de la Ciudad ausgestellte Mumie wurde nach dem Erdbeben von 1949 in einem Fenster der ehemaligen Kirche gefunden und 2005 restauriert.
Eine weitere historische Station sind die Ruinas del Monasterio de la Asunción. Sie umfassen die Überreste von Guanos erster Franziskanerkirche, die um 1572 erbaut wurde. Erhalten sind unter anderem Gemälde an den Wänden der ehemaligen Kirche, Skulpturen von Klostermönchen und mehrere Fenster. Auch ein Taufbecken gehört dazu; es wurde vermutlich für Taufen verwendet.
Handwerk und Traditionen in Guano
Zum örtlichen Handwerk zählen Lederarbeiten und das Weben von Teppichen. Werkstätten für diese Tätigkeiten gibt es in Guano; viele Kunsthandwerksgeschäfte liegen am Eingang der Stadt und rund um den Parque Central. Der Überlieferung zufolge führten die Spanier in Guano Webstühle zur Herstellung von Ponchos, Bayetas und Teppichen ein.
Die handgefertigten Alfombras de Guano erhielten im Dezember 2019 die Zertifizierung als immaterielles Kulturerbe Ecuadors. Sie war eine Voraussetzung für das weitere Verfahren zur Aufnahme in die repräsentative Liste des Landes. Eine weitere lokale Spezialität sind Cholas de Guano: Brote, die mit Panela-Honig gefüllt sind.
Auch religiöse Traditionen prägen den Jahreslauf. In Guano wird die Virgen Inmaculada im gleichnamigen Viertel und in der dortigen Kirche verehrt. Die Feste zu ihren Ehren werden jedes Jahr am 8. Dezember gefeiert; damit ist ein wiederkehrender Termin Teil der örtlichen Tradition, unabhängig vom jeweiligen Festprogramm.
Für die thematische Orientierung lassen sich die Schwerpunkte gut unterscheiden: Die Colina de Lluishi verbindet Aussicht und Felskunst, das Museo de la Ciudad zeigt Keramik und historische Zeugnisse, und die Werkstätten sowie Teppiche stehen für das Handwerk. So können Sie Guano nach den Themen einordnen, die für Ihre Reise besonders interessant sind.
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