Agullana: Korkgeschichte und Kulturerbe
Unterkünfte in Agullana
Agullana rückt Kulturgeschichte in den Mittelpunkt: Korkindustrie, Megalithstätten, Kirchen und die Geschichte des katalanischen Kulturexils von 1939 eröffnen unterschiedliche Blickwinkel auf den Ort. Wenn Sie ein Reiseziel nach seinen kulturellen Themen auswählen, finden Sie hier Anknüpfungspunkte von der Archäologie bis zu Festtraditionen. Die Schwerpunkte unterscheiden sich auch zeitlich: Einige erzählen von weit zurückliegenden Epochen, andere von der jüngeren Ortsgeschichte.
Korkindustrie und Erinnerung an 1939
Agullana war ein bedeutendes Zentrum der Korkindustrie; die Korkverarbeitung begann dort offenbar um 1750. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Agullana bis zu vierzig Korkfabriken. Modernistische Gebäude gelten als Zeugnisse des damaligen Wohlstands und erweitern den Blick auf die Ortsgeschichte um eine architektonische Perspektive.
Eine Dauerausstellung in Agullana widmet sich der Bedeutung und Tragweite des katalanischen Kulturexils von 1939. Mas Perxés liegt im Gemeindegebiet von Agullana etwas außerhalb des Ortes und wurde während des Massenexodus von 1939 zu einem Zufluchtsort. Ausstellung und historischer Zufluchtsort bieten unterschiedliche Zugänge zu diesem Kapitel: über seine Bedeutung und über die damalige Rolle eines konkreten Ortes. Prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen Besuchsmodalitäten der Dauerausstellung.
Megalithen und Nekropole
Erhaltene Megalithreste von Agullana stammen aus dem späten Neolithikum und dem Chalkolithikum, etwa aus der Zeit von 2500 bis 1800 v. Chr. Zu den Monumenten gehören die Dolmen Barraca del Lladre und Llosa de la Jaça d'en Torrent sowie die Menhire Pedra Dreta, auch Roc del Frare genannt, und Menhir dels Palaus. Die Namen geben einen Überblick über die verschiedenen Formen: Zwei Dolmen und zwei Menhire gehören zu den genannten Megalithmonumenten.
Ein anderer archäologischer Schwerpunkt ist die Nekropole von Can Bech de Baix. Die dazugehörige Dauerausstellung ist für ein breites Publikum konzipiert, darunter auch den Familientourismus. Die Nekropole wurde zu einem Referenzort für die Forschung zu Urnenfeldern der späten Bronzezeit im westlichen Mittelmeerraum. So stehen Megalithreste früherer Epochen neben einer Stätte, deren Bedeutung besonders mit der Bronzezeitforschung verbunden ist.
Landschaft und Kirchen
Agullana liegt in der Serra de l'Albera, einer Durchgangslandschaft mit ausgedehnten Wäldern aus Korkeichen, Steineichen und Kastanienbäumen. Die beiden genannten Dolmen liegen in den Wäldern der Serra de Comunera nahe dem alten Karrenweg zwischen Agullana und Capmany. Für die räumliche Einordnung sind das zwei verschiedene Bezüge: Die Serra de l'Albera beschreibt Agullanas Landschaft, während die Serra de Comunera die Waldlage der beiden Dolmen bezeichnet.
Auch die Kirchen führen in unterschiedliche Bauzeiten. Die Pfarrkirche Santa Maria d'Agullana wird hinsichtlich ihrer Größe als das spektakulärste Beispiel der Stilphase „Romànic III“ zwischen La Jonquera und Albanyà beschrieben. Bei der Kapelle Santa Maria de l'Estrada reicht die urkundliche Bezeugung bis ins 13. Jahrhundert zurück; die heutige Kirche stammt jedoch aus dem fortgeschrittenen 18. Jahrhundert. Hier sind also die frühe Bezeugung der Kapelle und die spätere Bauzeit der heutigen Kirche auseinanderzuhalten.
Feste und Handwerk
Der traditionelle Aplec de Santa Eugènia findet am Ostermontag statt und hat eine vier Jahrhunderte alte Tradition. Für die genaue Planung empfiehlt sich ein Blick ins aktuelle Jahresprogramm. Das Festa de l'Estrada findet am letzten Sonntag im August statt; auch hier unterstützt das aktuelle Programm die Terminplanung. Auf der Fira de Pasqua bieten Kunsthandwerker Käse, Marmeladen und Wurstwaren sowie weitere handwerkliche Erzeugnisse an. Die Auswahl kann je Ausgabe variieren. Damit ergänzen zeitgebundene Veranstaltungen die historischen und archäologischen Themen Agullanas um einen eigenen, vom jeweiligen Fest geprägten Schwerpunkt.
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