Olivares entdecken
Unterkünfte in Olivares
Olivares verbindet unterschiedliche Kapitel seiner Bau- und Kunstgeschichte mit religiösen Traditionen. Für die Wahl des Reiseziels bietet sich ein kultureller Schwerpunkt: Sie können barocke Architektur, historische Kunstwerke und die Geschichte der Karwoche in den Blick nehmen. Die Bauwerke gehören verschiedenen Epochen an; gerade dieser zeitliche Kontrast hilft, die einzelnen Sehenswürdigkeiten einzuordnen.
Baugeschichte zwischen Colegiata und Palast
Die Colegiata de Olivares ist eine barocke Kirche aus dem 17. Jahrhundert. Zu ihrem beweglichen Kulturerbe gehören Werke von María und Luisa Roldán, Ruiz Gijón, Montes de Oca, José de Escobar, Bernardo de Cabrera und Matías de Brunenque. Auch der Maler Juan de Roelas ist mit dem Ort verbunden: Er ist in der Krypta der Äbte bestattet und gilt als Wegbereiter des Naturalismus in der sevillanischen Schule.
Eine andere Baugeschichte erzählt der Palacio del Conde Duque de Olivares. Don Pedro de Guzmán y Zúñiga, der erste Graf von Olivares, ließ ihn in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichten. Im 17. Jahrhundert erweiterte sein Enkel Don Gaspar de Guzmán y Pimentel, der Conde Duque de Olivares, den Palast. Die Renaissancefassade ist 62 Meter lang und symmetrisch gestaltet. Die Maße und die klar gegliederte Form geben der Architektur einen anderen Akzent als die barocke Colegiata.
Auch die Torre de San Antonio ergänzt das Bild um eine ältere Bauphase. Sie ist ein Beispiel almohadischer Militärarchitektur und wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert n. Chr. errichtet. Im zweiten Stock sind Schießscharten an allen Seiten erhalten. Am Pósito o Alfolí zeigt sich wiederum eine Verbindung aus früherer Alltagsfunktion und Baukunst: Das Gebäude diente als Getreidespeicher für Vorräte, die in Jahren der Knappheit als Reserve genutzt wurden. In seinem zweiten Baukörper bewahren sich sich kreuzende Bögen, auf denen kleine Kuppeln ruhen. Eine überdachte, tunnelartige Straße verbindet den Pósito mit der Colegiata; sie heißt El Camarín.
Sakrale Kunst und Traditionen
Die Kapelle der Hermandad de la Santa Vera-Cruz wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Kapelle des ehemaligen Hospital de la Sangre de Nuestro Señor Jesucristo errichtet. Ihr Hauptaltar stammt aus dem ehemaligen Franziskanerkloster, das die Grafen von Olivares in Castilleja de la Cuesta gründeten. In der Kapelle befindet sich außerdem ein anonymes Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert.
Das Casa Hermandad-Museo de la Santa Vera Cruz zeigt das Erbe der Karwoche von Olivares: Zu den Exponaten zählen Goldschmiedearbeiten, verschiedene Stickereien, Bruderschaftsinsignien und liturgische Gegenstände. Liturgische und zeremonielle Elemente der Bruderschaft werden dort das ganze Jahr über gezeigt; die Zugangsregelungen können variieren. Die Kapelle Nuestra Señora de los Dolores ist eine von zwei freistehenden Kapellen der Colegiata. Ihre eigene Kuppel, Wandmalereien und zahlreichen Votivgaben gaben ihr den historischen Namen „Kapelle der Wunder“.
Ein weiterer Blick auf religiöse Kunst bietet das Museo Hermandad de la Soledad. Dort befindet sich ein Ausstellungsraum mit religiösen Ausstattungs- und Kultgegenständen. Zum Bestand gehört auch ein polychromes Bildnis des liegenden Christus im spätgotischen Stil aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Es gilt als eines der wenigen in Andalusien erhaltenen Exemplare dieser Art. Wenn Sie die Kunstwerke miteinander vergleichen, treffen hier verschiedene Formen religiöser Ausstattung auf ein einzelnes, zeitlich eingeordnetes Bildnis.
Im Palacio befindet sich im Salón Alfarje Grande eine Dauerausstellung barocker Kostüme, die von der Arbeitswerkstatt Gaspar de Guzmán angefertigt wurden. Prüfen Sie die Zugangsregelungen vor einem Besuch. So lässt sich der Palast nicht nur über seine Bauphasen, sondern auch über die dort gezeigten Kostüme betrachten.
Geführter Rundgang und weitere Themen
Die Ruta del Conde Duque ist ein geführter Rundgang durch die Baudenkmäler von Olivares und vermittelt das historische und kulturelle Erbe der Gemeinde. Informationen zur Reservierung eines geführten Besuchs werden angeboten; prüfen Sie die aktuellen Angaben vor der Planung. Die App zur Ruta ergänzt den Rundgang mit Karten, Audioguides, Videoguides, virtuellen Besichtigungen und Darstellungen der Epoche in erweiterter Realität. Drei virtuelle Besichtigungen sind über Smartphone oder PC zugänglich. Damit können Sie zwischen einem geführten Rundgang und einer digitalen Beschäftigung mit der Geschichte unterscheiden, ohne beide Formen gleichzusetzen.
Auch die Feier zu San Blas verbindet religiöse und lokale Tradition. Die Feier hat eine mehr als 400-jährige Geschichte; örtliche Bäckereien stellen dafür Brote, Roscos picados und Tauben aus Brotteig her. In Olivares gehört eine dem heiligen Blasius gewidmete Messe zur Tradition. Die religiöse Feier geht auf die von Gaspar de Guzmán, dem Conde Duque de Olivares, und seiner Ehefrau geförderte Verehrung des Heiligen zurück.
Zum weiteren geografischen Rahmen gehört die geschützte Landschaft Corredor Verde del Guadiamar. Sie umfasst Olivares und eine Fläche von 2.706,8 Hektar. Zusammen zeichnen Bauwerke, Sammlungen, religiöse Bräuche und diese Landschaft einen vielfältigen thematischen Rahmen für Ihren Aufenthalt. Je nach Interesse können Sie den Schwerpunkt auf Architektur, sakrale Kunst, die Geschichte der Karwoche oder die digitale Vermittlung des lokalen Erbes legen.
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