Hüttwilen: Drei Eiszeitseen und Pfahlbaugeschichte
Unterkünfte in Hüttwilen
Hüttwilen liegt im Seebachtal nördlich von Frauenfeld und am Südhang des Seerückens. Zur Gemeinde gehören die Dörfer Hüttwilen, Nussbaumen und Uerschhausen. Im Seebachtal liegen drei Eiszeitseen: Nussbaumersee, Hüttwilersee und Hasensee. Sie prägen den Landschaftsraum und bilden den Rahmen für Wege, Naturbeobachtungen und archäologische Fundorte.
Seenlandschaft und Wege
Die Seenlandschaft aus den drei Eiszeitseen ist als Landschaft von nationaler Bedeutung (BLN) eingestuft. Das Gebiet ist zudem in das Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung (IANB) aufgenommen. Im geschützten Gebiet gibt es sehr gute Bestände des stark gefährdeten Laubfroschs (Hyla arborea). Der Naturschutz prägt auch die Besucherführung: Einige Abschnitte des Uferwegs werden im Frühling und Sommer gesperrt, um bodenbrütende Vogelarten und Rehkitze zu schützen. Die konkreten Sperrzeiten können von Jahr zu Jahr variieren.
Rund um den Hüttwilersee und den Nussbaumersee verläuft ein Fussweg, der teilweise über Feldwege, Holzstege und Trampelpfade führt. Ein grosser Teil der Wege im Seebachtal ist für Menschen mit Gehbehinderungen oder im Rollstuhl begeh- beziehungsweise befahrbar. Ausgenommen sind der Pfad nördlich des Nussbaumersees, der Abschnitt entlang des Seegrabens und der Weg durch den Moorwald. Für Ihre Wegwahl sind diese Ausnahmen ebenso wichtig wie die saisonalen Sperrungen.
Für Velofahrende führt die Radrundfahrt im Seebachtal um alle drei Seen. Auf den Wegen durch den Moorwald, entlang des Seegrabens und über die Stege ist Velofahren verboten. Fussweg und Radrundfahrt haben damit unterschiedliche Streckenbezüge: Der Fussweg ist für zwei Seen beschrieben, die Radrundfahrt für alle drei. Orientieren Sie sich bei der Planung an der jeweiligen Route und den geltenden Wegregeln.
Archäologische Spuren am Nussbaumersee
Die kleine Insel im Nussbaumersee besteht aus einer Abfolge mehrerer Pfahlbausiedlungen von der Pfyner Kultur bis in die Frühbronzezeit. Zum Fundmaterial der Fundstelle gehören mehrere Schmelztiegel und ein Kupferbeil; sie zeugen von früher Metallverarbeitung. Die archäologische Fundstelle im Nussbaumersee ist Teil des Geschichtsrundgangs Seebachtal.
Auf der angrenzenden Halbinsel Horn liegt neben einem schnurkeramischen Grubenhaus eine grosse Siedlung aus der spätesten Bronzezeit. Sie wird auf die Zeit von 870–850 v. Chr. datiert und umfasste rund 100 Blockbauten. Eine weitere Epoche ist mit der Römersiedlung Stutheien vertreten: Sie ist eine römische Villa aus dem Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. Die Fundorte veranschaulichen unterschiedliche Kapitel der Siedlungsgeschichte, vom Pfahlbau bis zur römischen Villa.
Führungen und Orientierung
Die Stiftung Seebachtal begleitet Vereine, Schulklassen und Naturgruppen auf Führungen rund um die Seen. Dabei werden Geschichte und verschiedene Lebensräume vermittelt. Eine Führung dauert etwa zwei Stunden; die Dauer kann individuell angepasst werden. Wenn Sie das Seebachtal mit dem Postauto erreichen, sind die Haltestellen Hüttwilen Stutheien, Nussbaumen und Buch jeweils etwa 15 Gehminuten entfernt. Prüfen Sie für Ihre Fahrt den aktuellen Fahrplan.
Baden und Weinverkostung
Im Strandbad Hüttwilersee ist Baden möglich. Zur Ausstattung gehören ein Sprungturm und ein Spielplatz. Da die Badebedingungen saisonal sind, prüfen Sie diese vor Ihrem Besuch.
Eine weitere Möglichkeit vor Ort ist eine Weinverkostung in der Vinothek Haag in Hüttwilen. Sie findet in einem authentischen Weinkeller statt; für die Organisation kann eine Kontaktaufnahme nötig sein.
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