Hauptwil-Gottshaus: Weiherlandschaft und Industriekultur
Unterkünfte in Hauptwil-Gottshaus
Im Mittelpunkt dieses Ortsprofils steht Hauptwil: Die Ortschaft liegt im Kanton Thurgau, südöstlich von Bischofszell, und gehört zur politischen Gemeinde Hauptwil-Gottshaus. Weiherlandschaft, historische Bauten und Industriegeschichte prägen die hier vorgestellten Seiten des Ortes. Für Ihre Planung können Sie Natur, Baugeschichte und die Entwicklung der Manufaktursiedlung als unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Weiherlandschaft und Badi
Die Weiherlandschaft von Hauptwil ist heute ein Naturschutzgebiet und bietet vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Ihre Geschichte reicht weit zurück: Um 1430 liess das Chorherrenstift St. Pelagius in Bischofszell zwischen Hauptwil und Wilen mehrere Karpfenweiher anlegen. Später ermöglichten diese Weiher die Nutzung der Wasserkraft und die Industrialisierung in Hauptwil. Der Naturraum und die Ortsgeschichte lassen sich so gemeinsam betrachten.
Am Hauptwiler Weiher gibt es eine offizielle Badi, die von der Politischen Gemeinde betrieben wird. Da sich die Betriebsmodalitäten ändern können, prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen Angaben. So können Sie den Aufenthalt am Weiher in Ihre Planung einbeziehen, ohne Badi und Naturschutzgebiet als dasselbe Angebot zu behandeln.
Schloss Hauptwil und seine Gärten
Schloss Hauptwil wurde zwischen 1664 und 1665 erbaut; die Jahreszahl 1665 steht auch auf der Haupteingangstür. Zu den Gärten gehören ein Barockgarten und ein barockes Kräuterbeet ebenso wie ein Seerosenteich und ein Innenhof. Im Osten der Anlage liegt ein Wildwiesen-Obstgarten. Die verschiedenen Gartenbereiche geben dem Schlossensemble mehrere Facetten, von der barocken Gestaltung bis zur Wildwiese.
Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich. Die Burg und ihre Anlagen können jedoch mehrmals im Jahr erkundet werden. Wenn Sie einen Besuch einplanen, prüfen Sie die angekündigten Termine: Die Möglichkeit zur Erkundung besteht zu bestimmten Zeitpunkten im Jahr, nicht als uneingeschränkter Zugang.
Manufakturgeschichte im Ortskern
Hauptwil entwickelte sich von einem Bauerndorf zu einer von der Leinenproduktion geprägten Manufaktursiedlung. Die Textilhändlerfamilie Gonzenbach prägte die Entwicklung des Ortes im 17. und 18. Jahrhundert. Ein bauliches Zeugnis dieser Geschichte ist Langbau West, das als ältestes bekanntes Beispiel eines Arbeiterwohnungsbaus in der Schweiz gilt. Langbau West gehört zu einer Gruppe von drei Arbeiterreihenhäusern: Langbau, Kurzbau und Gelbbau. Zusammen bilden sie im historischen Ortskern ein langgestrecktes Dreieck und sind Teil des Manufakturensembles der ehemaligen Oberen Rotfarb.
Der Industrielehrpfad Hauptwil-Bischofszell führt von Hauptwil nach Bischofszell. Seit 1995 macht er anhand von Informationstafeln und Faltprospekten die rund 300-jährige Industriegeschichte der beiden Oberthurgauer Ortschaften zum Thema. Die Route verbindet damit die Ortsnamen Hauptwil und Bischofszell mit der gemeinsamen Industriegeschichte, ohne dass ihre Themen auf nur einen Ort beschränkt wären.
Kirche und Orgelprospekt
Auch die Reformierte Kirche Hauptwil verbindet Bau- und Ausstattungsgeschichte. Emil Kessler errichtete sie 1886/88 als Backsteinbau. In der Kirche befindet sich ein prächtig geschnitzter Orgelprospekt aus der Zeit um 1700. Er stammt aus der Schlosskapelle und wurde 1886 hierher versetzt. Die Bauzeit der Kirche und die ältere Herkunft des Orgelprospekts stehen damit für zwei unterschiedliche historische Zeitbezüge am selben Ort.
Wandern durch die Weiherlandschaft
Die Rundwanderung zur Waldschenke ist 9,2 Kilometer lang und dauert 2 Stunden 25 Minuten. Sie ist ganzjährig begehbar und führt durch die Weiherlandschaft bis Hauptwil; saisonale Bedingungen können die Verhältnisse beim Gehen beeinflussen. Damit lässt sich die Landschaft auch als Teil einer konkreten Wanderplanung betrachten. Die Weiher sind zugleich ein Naturschutzgebiet und ein historischer Ausgangspunkt für die Entwicklung der Wasserkraft und Industrie in Hauptwil. Wenn Sie Ihren Aufenthalt planen, können Sie diese Natur- und Geschichtsthemen mit den Bauzeugnissen im Ortskern verbinden.
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