Bischofszell: Rosen, Altstadt und Papiergeschichte
Unterkünfte in Bischofszell
In Bischofszell treffen die Rosentradition der Stadt und eine lange Geschichte von Handwerk und Technik aufeinander. Die Altstadt, das Historische Museum und die Papiermaschine PM1 geben unterschiedliche Einblicke in den Ort; Rosenweg und CatWalk9220 bieten zwei ganz verschiedene Möglichkeiten, Zeit im Freien zu verbringen.
Altstadt, Wohnkultur und Technikgeschichte
Das Historische Museum befindet sich in der Altstadt, neben dem Bogenturm, in zwei stattlichen denkmalgeschützten Häusern aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Gebrüder Grubenmann erbauten die Zwillingshäuser nach dem Stadtbrand von 1743 für den Leinwandhändler Zwinger. Vom Bahnhof ist das Museum etwa fünf Minuten zu Fuß entfernt. Drinnen reicht die gezeigte Wohnkultur von der Spätgotik bis ins 20. Jahrhundert. Zu den Sammlungen und Räumen gehören unter anderem Keramik, ein Drogeriezimmer, eine alte Apotheke und Spielzeug aus dem 19. und 20. Jahrhundert. So lässt sich Stadtgeschichte nicht nur über Gebäude, sondern auch über Dinge des täglichen Lebens betrachten.
Eine weitere technische Perspektive bietet die Historische Papiermaschine PM1. Sie war von 1929 bis 1991 als Vielzweck-Papiermaschine in Betrieb. Bei Führungen wird sie gerne wieder in Betrieb gesetzt, allerdings ohne Papier herzustellen; klären Sie vorab, ob eine Führung und Vorführung für Ihren Besuch vorgesehen sind. Die Maschine ist 223 Tonnen schwer und 37 Meter lang. Sie gilt als älteste erhaltene und heute vermutlich größte Papiermaschine mit Einzelantrieb in der Schweiz. Im Typorama wiederum werden Handsetzerei sowie Setz- und Druckmaschinen aus dem 19. und 20. Jahrhundert für die tägliche Produktion eingesetzt. Das typografische Museum ist zugleich ein Gewerbebetrieb.
Auch die Baugeschichte ist im Ortsbild präsent. Die achtjochige Brücke über die Thur wurde 1487 erbaut und zählt zu den bedeutenden spätmittelalterlichen Brücken der Schweiz; sie gilt als deren größte noch erhaltene. Für die Erhaltung seines architektonischen Erbes erhielt Bischofszell 1987 den Wakkerpreis. Ein weiterer kunsthistorischer Akzent ist der Kirchenschatz der St.-Pelagius-Kirche mit Arbeiten deutscher und schweizerischer Meister aus Spätrenaissance, Barock und Rokoko.
Rosengärten und Wege durch Bischofszell
Die öffentlichen Rosengärten greifen eine Rosentradition aus dem frühen 18. Jahrhundert wieder auf. Der Rosenweg verbindet zahlreiche Gärten mit der historischen Altstadt: Der Rundweg ist zwei Kilometer lang und dauert etwa eineinhalb Stunden. Sein offizieller Startpunkt liegt beim Bahnhof Bischofszell Stadt. Der Weg ist fast vollständig kinderwagen- und rollstuhlgerecht; zwei Rosengärten sind nicht zugänglich, lassen sich aber problemlos umgehen. Wenn Sie mit Mobilitätshilfen unterwegs sind, prüfen Sie die Angaben zur Zugänglichkeit vor Ihrem Besuch.
Mit etwa zwei bis drei Stunden ist der CatWalk9220 eine längere Tour: Der kostenlose Familien-Trail führt mit Rätseln zu einem versteckten Schatz und umfasst 20 fortlaufend nummerierte Posten. Er ist rund um die Uhr geöffnet; prüfen Sie vor der Tour den Zustand des Trails. Die beiden Rundgänge unterscheiden sich damit auch im Zeitaufwand: ungefähr eineinhalb Stunden auf dem Rosenweg gegenüber etwa zwei bis drei Stunden auf dem CatWalk9220. Wer mit dem Velo unterwegs ist, kann außerdem die Mittelland-Route Nr. 5 einordnen: Sie führt vom Genfersee an den Bodensee und verläuft durch Bischofszell. Informieren Sie sich vorab über die Routenbedingungen.
Die Sitter mündet direkt außerhalb von Bischofszell in die Thur. Der Wald im Südosten und die Flussufer gelten als Erholungsgebiete. Damit verbindet die Orientierung vor Ort Flusslandschaft und Wege mit einer Altstadt, deren Geschichte sich ebenso an der Brücke wie in den Museen ablesen lässt.
Markttradition und saisonale Anlässe
Bischofszell besitzt seit über 750 Jahren das Marktrecht; die Markttradition ist bis heute spürbar. Auf dem Grubplatz findet von April bis November jeden Samstagmorgen ein Wochenmarkt statt. Prüfen Sie für Ihren Besuch die Marktdaten und -zeiten. Über Ostern werden jedes Jahr die Brunnen geschmückt und können auf einem individuellen Rundgang besichtigt werden; die Termine sollten Sie vorab bestätigen.
Auch Führungen machen die Ortsgeschichte zum Thema: Von Frühling bis Herbst gibt es monatliche Themenführungen für Einheimische und Gäste. Der Nachtwächterrundgang beginnt beim Bogenturm und vermittelt Geschichten aus früheren Zeiten; prüfen Sie die Termine beider Angebote vor der Anreise. Nach einer Führung durch die Rosengärten können Besucher unter Anleitung eigenes Rosenpesto zubereiten. Bestätigen Sie dafür vorab die Buchungsmöglichkeit. In der historischen Altstadt findet alle zwei Jahre in der letzten Juniwoche die größte Rosenschau der Schweiz statt. Auch hier lohnt sich ein Blick auf den Veranstaltungskalender, bevor Sie Ihren Aufenthalt planen.
Ein weiterer wiederkehrender Anlass ist das Flossrennen: Es findet jährlich im Mai auf Sitter und Thur statt und blickt auf eine über 30-jährige Tradition zurück. Für die konkrete Terminplanung sollten Sie das Datum prüfen. Zusammen mit den saisonalen Brunnen, dem Samstagsmarkt und den Themenführungen zeigt sich, dass Bischofszell neben seinen historischen Bauwerken auch durch wiederkehrende lokale Anlässe geprägt ist.
Weitere Reiseziele entdecken: Hauptwil-Gottshaus, Bischofszell, Erlen, Zihlschlacht-Sitterdorf, Kradolf-Schönenberg, Steckborn, Weinfelden, Diessenhofen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Thurgau.