Murça: Archäologie, römische Wege und Flusslandschaft
Unterkünfte in Murça
Murça erschließt sich über sehr unterschiedliche Spuren: eine grüne, granitgeprägte Waldlandschaft, Wege am Tua und Tinhela sowie archäologische Orte mit einer Geschichte, die weit vor die römische Zeit zurückreicht. Auch Bauwerke, Märkte und überlieferte Süßspeisen gehören zu den Themen, die eine Reise hier prägen.
Landschaft und Wege am Wasser
Die Serra da Garraia gilt als grüne, von Granit geprägte Waldlandschaft. Olivenhaine gehören ebenfalls zum Landschaftsbild und sind mit der Rota de Azeite verbunden. Vom Miradouro de São Domingos reicht der Panoramablick über Murça und die umliegenden Weinberge und Olivenhaine. Der Miradouro Casa da Floresta liegt in Sobreira neben einem alten Forsthaus, in einem neu aufgeforsteten Gebiet, und blickt auf den Fluss Tua.
Die Wege unterscheiden sich durch ihren Verlauf und ihre Umgebung. Der Trilho da Sobreira folgt dem rechten Ufer des Tua bis zum Dorf Sobreira und führt anschließend zum Miradouro Casa da Floresta. Der Trilho do Tinhela verläuft am linken Ufer des Tinhela bis in die Nähe seiner Mündung und passiert Thermalquellen. Er liegt in der Microrreserva do Rio Tinhela, zu deren Lebensräumen Wälder, Ufergalerien und aquatische Bereiche gehören. Der Trilho dos Passadiços do Tinhela nutzt Holzstege und kleine Beobachtungspunkte entlang der Uferlandschaft. Er beginnt und endet an der Porta de Entrada de Murça des Parque Natural Regional do Vale do Tua.
Wer sich für den Caminho Português de Santiago de Leon de Rosmithal interessiert, findet eine andere Art von Weg: Die Pilgerroute ist ungefähr 240 Kilometer lang und verbindet Natur-, religiöses und historisches Erbe. Sie kann derzeit nur mit GPS begangen werden, da sie nicht ausgeschildert ist. Für einen Ausflug rund um das Wasser oder eine längere Pilgerroute sind damit ganz unterschiedliche Wegthemen verbunden.
Archäologie und Baugeschichte
Der Crasto de Palheiros, auch Fragada do Castro genannt, ist ein Quarzitgrat, den Bevölkerungen der Region vom Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. bis in die Gegenwart geformt und errichtet haben. Im Chalkolithikum, zwischen 2900 und 2300 v. Chr., wurde der 2,5 Hektar große Grat zu einem steinernen Monument umgestaltet. In der Eisenzeit diente er erneut als Siedlungsplatz; diese Siedlung bestand etwa 500 Jahre und wurde gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. aufgegeben. Das Centro Interpretativo do Crasto de Palheiros wurde am 1. Juni 2009 eröffnet. Im Vale do Tua gilt der Crasto außerdem als einer von fünf besonders geeigneten Orten, um Planeten, Sterne und Sternbilder zu beobachten.
Auch die römische Geschichte lässt sich an konkreten Orten nachvollziehen. Durch Murça verlief eine römische Straße, die Astorga mit der Mündung des Douro verband und den Tinhela überquerte. Die Ponte e Calçada Romana wurde vor mehr als 2.000 Jahren von den Römern errichtet und anschließend fortlaufend genutzt und instand gesetzt. Die mutmaßlich alte römische Brücke wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch eine andere ersetzt. Zur Ponte e Calçada Romana führt ein Weg, der bei Kilometer 145 von der EN15 nach rechts abzweigt; eine weitere Zugangsmöglichkeit besteht bei der Escola Profissional de Murça.
Auf der Praça 5 de Outubro befindet sich der Pelourinho de Murça, der in das erste portugiesische Dekret von 1910 zur Einstufung historischer Gebäude als Nationaldenkmäler aufgenommen wurde. Das manuelinische Baudenkmal aus dem 16. Jahrhundert hat einen gedrehten Schaft, ein Kapitell mit heraldischen Symbolen und fünf gedrehte Fialen. In der Igreja Matriz de Murça sind vergoldete Schnitzaltäre, ein Triptychon aus dem 16. Jahrhundert von Pedro de França, ein gekreuzigter Christus und eine gotische Darstellung zu sehen. Die heutige Kirche wurde um 1734 wiederaufgebaut und erweitert, nachdem eine frühere Kapelle durch einen Brand zerstört worden war.
Traditionen und regionale Küche
Zu den weiteren historischen Bauwerken gehören die Paços do Concelho, ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, das den gesamten Nordflügel der Praça 5 de Outubro, auch Praça Velha genannt, einnimmt. Die Porca de Murça ist eine steinerne Berrão-Statue aus der Eisenzeit; mit ihr könnten keltische Fruchtbarkeitskulte verbunden gewesen sein. Die Feira de Murça findet am 13. und 28. jedes Monats statt. Ihre Geschichte reicht auf eine mittelalterliche Marktsatzung zurück, die D. Dinis am 18. April 1304 ausstellte.
Die Queijadas de Murça sind ein Klostergebäck. Der äußere Teig besteht aus Mehl, Eiern, Wasser, Salz und Fett; die Füllung enthält Zucker, Eigelb, Kürbiskonfitüre, Mandeln und Zimt. Die Süßwarenherstellerinnen von Murça bewahren das Rezept. Auch Toucinho-do-Céu gehört zur lokalen Süßspeisentradition: Es gilt als überliefertes Gebäck der Benediktinerinnen, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts jahrhundertelang in einem Kloster von São Bento in Murça lebten. Es wird angenommen, dass das Originalrezept dort entstand.
Murça liegt in der abgegrenzten Weinregion Douro. Zur Landwirtschaft des Município gehören Wein, Olivenöl und Honig. Die Feira do Azeite e do Vinho findet jährlich am zweiten Maiwochenende statt. Die größte sommerliche Romaria von Murça ist Nosso Senhor dos Aflitos gewidmet und fällt auf das zweite Juliwochenende. Wer eine Reise an einem dieser Termine plant, sollte die konkreten Veranstaltungsdaten vorab prüfen.
Weitere Reiseziele entdecken: Murça, Candedo, Noura, Ribeira De Pena, Oura, Vales, Santa Marta De Penaguião, Alijó.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vila Real.