Passo Rolle: Landschaft, Wege und Geschichte
Unterkünfte in Passo Rolle
Passo Rolle verbindet San Martino di Castrozza mit den anderen Dolomitentälern. Von Predazzo führt die Staatsstraße 50 in den Naturpark Paneveggio und verläuft dort etwa 15 Kilometer bis knapp hinter Passo Rolle. Im Mittelpunkt stehen Berglandschaft, Wege und Kulturgeschichte: Die möglichen Unternehmungen reichen von Schneeschuhwanderungen bis zu einer längeren Radtour.
Landschaft am Pass und im Val Venegia
Bei Passo Rolle treffen quarzführende Porphyre der Lagorai-Kette, deren Farben von Rot über Rotbraun bis Grün reichen, spektakulär auf die hellen, aufragenden Sedimentgipfel der Pale di San Martino. Der Cimon della Pala überragt Passo Rolle mit 3.186 Metern. Im Gebiet können große Teile der Natura-2000-Gebiete Pale di San Martino und Lagorai Orientale besichtigt werden.
Das Val Venegia wird vom Rio Travignolo durchquert. Der Weg durch das Tal eröffnet weite Panoramablicke auf die Pale di San Martino. Nach einer weitläufigen Hochebene führt er über breite Kehren zur Baita Segantini. So lässt sich die Landschaft auf dem Weg mit einem konkreten Ziel verbinden, statt den Blick auf die Gipfel und das Gehen voneinander zu trennen.
Wanderungen und Seen
Die Route Passo Rolle–Laghi di Colbricon ist eine einfache Schneeschuhwanderung von der Malga Rolle zu den Seen. Sie führt durch einen Teil des Paneveggio-Waldes und bietet Ausblicke auf die Pale di San Martino und den Lagorai. Die Einstufung als einfache Tour gehört zu dieser Route; die Winterbedingungen variieren.
Von Passo Rolle erreichen Sie die Baita Segantini über den Wegweiser 710 bequem zu Fuß in etwa 40 Minuten bis einer Stunde. Dort beginnt das Trekking del Cristo Pensante. Die Route führt durch Tunnel und militärische Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg und erreicht eine große Eisenkreuz- und Christus-denkender-Statue. Die Gehzeit bis zur Baita gibt Ihnen einen Anhaltspunkt für den Weg zum Startpunkt; sie ist nicht mit der Dauer des Trekkings gleichzusetzen.
Die beiden Laghi di Colbricon sind eiszeitlichen Ursprungs und liegen auf 1.909 beziehungsweise 1.922 Metern nahe dem Rifugio Colbricon. Die Route zu den Seen kann bis San Martino di Castrozza fortgesetzt werden; dafür sind etwa zwei Stunden Gehzeit vorgesehen. Von dort fährt ein Linienbus in ungefähr 15 Minuten zurück zum Parkplatz von Passo Rolle. Prüfen Sie für Ihre Planung den Fahrplan.
Geschichte am Pass
Der Künstler Alfredo Paluselli erbaute die Baita Segantini 1936 und lebte dort 35 Jahre lang in Einsamkeit. Von Passo Rolle aus ist die Hütte über eine drei Kilometer lange Schotterstraße erreichbar; im Sommer gibt es außerdem einen Shuttlebus-Service. Baujahr, Lebensgeschichte und der heutige Weg zur Baita sind unterschiedliche Seiten desselben Ortes: Die Hütte verbindet eine konkrete historische Person mit einem Ziel, das auch in mehrere Touren eingebunden ist.
An den Laghetti del Colbricon liegt eine mesolithische Fundstätte, die als erster Nachweis menschlicher Präsenz in großer Höhe nach dem Letzten Glazialen Maximum gilt. Im Gebiet von Passo Rolle wurden fünf mesolithische Fundstätten identifiziert, darunter Fundstellen in der Nähe der Malga Rolle. Die Fundstätte an den Seen und die weiteren Fundstellen im Gebiet geben der Landschaft eine lange menschliche Geschichte, die neben den sichtbaren Wegen und Gipfeln steht.
Entlang der Wege bei Passo Rolle sind Schützengräben und Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg noch sichtbar. Der Sessellift Seggiovia Paradiso führt bis zum Grat der Tognazza. Von dort sind die Stellungen am Monte Cavallazza und der Sentiero della Pace zu den Laghetti di Colbricon erreichbar. Beim Trekking del Cristo Pensante begegnen Ihnen ebenfalls militärische Anlagen aus dieser Zeit, hier zusammen mit Tunneln und der großen Eisenkreuz- und Christus-denkender-Statue.
Radfahren und saisonale Angebote
Für erfahrene Radfahrer führt die panoramareiche Paneveggio Expert Bike durch das Val Venegia zur Baita Segantini und nach Passo Rolle. Die Route ist etwa 22 Kilometer lang, weist rund 600 Höhenmeter auf und dauert ungefähr vier Stunden. Mit diesen Angaben können Sie die Radtour als eigenes Vorhaben einordnen; sie ist nicht mit den kürzeren Gehzeiten zum Ausgangspunkt des Trekkings oder zur Fortsetzung nach San Martino gleichzusetzen.
Bei Passo Rolle befindet sich außerdem eine anspruchsvolle schwarze Skipiste mit bedeutenden Steigungen und kompakter Schneedecke, die für erfahrene Skifahrer geeignet ist. Ihr Betrieb ist saisonal; prüfen Sie die Betriebsdaten vor Ihrem Besuch. Damit stehen für die Wahl eines Aufenthalts in Passo Rolle ganz unterschiedliche Schwerpunkte zur Verfügung: Schneeschuhwanderung, historische Wege, Radtour oder Skifahren.
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