Marnate: Kirchen, Mühlengeschichte und Wege
Unterkünfte in Marnate
Marnate bietet mehrere unterscheidbare Schwerpunkte für einen Aufenthalt: sakrale Kunst, lokale Bau- und Industriegeschichte sowie Wege zu Fuß oder mit dem Rad. Der Ort liegt in der Valle Olona auf flachem Gelände oberhalb des westlich gelegenen Flusstals. Nach Osten steigt das Gelände leicht in Richtung des bewaldeten Ortsteils Nizzolina an. Für Ihre Reiseplanung lassen sich diese Themen als zwei Blickrichtungen ordnen: Kirchen und historische Zeugnisse einerseits, Park und Routen andererseits. So können Sie den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts danach setzen, ob Sie einzelne Kulturorte ansehen oder die Umgebung auf Wegen erkunden möchten.
Kirchen und sakrale Kunst
In der Chiesa S.Ilario ist ein altes Fresko des heiligen Hilarius aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Hinzu kommt eine Orgel aus dem Jahr 1770, gefertigt von der Orgelbaufirma Carrera aus Legnano. Fresko und Orgel stammen aus weit auseinanderliegenden Jahrhunderten und geben dem Kirchenbesuch zwei unterschiedliche historische Anknüpfungspunkte.
Im Lazzaretto S.Rocco befindet sich in der Apsis ein Fresko aus dem 18. Jahrhundert. Dargestellt sind die Gottesmutter vom Berg Karmel mit dem Jesuskind, die Heiligen Rochus und Sebastian sowie die Armen Seelen im Fegefeuer. Das Lazzaretto entstand zum Gedenken an die Toten der Pest von 1630; seine Datierung auf den Beginn des 18. Jahrhunderts gilt als wahrscheinlich. So treffen hier ein religiöses Bildprogramm und das Gedenken an die Pest aufeinander.
Die heutige Chiesa San Sebastiano ist wahrscheinlich das Ergebnis eines tiefgreifenden Umbaus Ende des 19. Jahrhunderts durch den aus Marnate stammenden Architekten Camillo Crespi Balbi. Er entwarf die neue Fassade im neogotischen Stil aus Sichtziegeln. Eine weitere Phase der Kirchengeschichte zeigt die neue Chiesa Santa Maria Nascente: Sie wurde 1983 in Gebrauch genommen und im September 1984 von Kardinal Martini gesegnet.
Spuren von Flusshafen, Friedhof und Mühle
In der Römerzeit verfügte Marnate über einen militärischen Flusshafen. Archäologische Funde aus dem Jahr 1972 am Fuß des Hügels von Nizzolina Alta deuteten zudem auf einen kleinen Friedhof aus der Zeit um 300 v. Chr. hin. Die beiden Hinweise führen zu unterschiedlichen Abschnitten der Ortsgeschichte: zu einer archäologischen Deutung aus vorchristlicher Zeit und zu Marnates Rolle in der Römerzeit.
Im Parco Ex Mulino liegen die Ruinen der alten Balbi-Mühle. Sie bestand bereits 1469 und war bis zum Ende der 1920er Jahre in Betrieb. Der Park ist frei zugänglich; Zugänge gibt es von Via Valle und Via Roma. Prüfen Sie den Zugang vor Ihrem Besuch noch einmal. Zum Park gehören Radwege zu den Mühlenruinen, den wasserbaulichen Anlagen, dem Becken für die Schaufelräder und dem Abflusskanal. Sie verlaufen außerdem über den ehemaligen Bahnkörper der Val Morea. Damit lassen sich Mühlengeschichte und frühere Verkehrswege bei einem Besuch des Parks gemeinsam in den Blick nehmen.
Wege in und um Marnate
Marnate ist End- und Ausgangspunkt des Sentiero della Nizzolina, der die Gemeinde mit Gorla Minore verbindet. Anders angelegt ist der Percorso verde dei fontanili: Er besteht aus zwei im Wald verlaufenden Rundwegen, auf denen sich das Gebiet von Marnate erkunden lässt. Der Sentiero stellt eine Verbindung zwischen Marnate und Gorla Minore her; beim Percorso verde stehen die beiden Wald-Rundwege im Mittelpunkt. Für Ihre Auswahl ist damit die Streckenform ein hilfreicher Unterschied: eine Verbindung zwischen Gemeinden oder Runden im Wald.
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