Viggiù: Skulptur, Stein und Wege
Unterkünfte in Viggiù
Viggiù verbindet eine ausgeprägte Bildhauertradition mit Kirchen, markanten Gebäuden und Wanderwegen am Monte Orsa. Wer den Ort auswählt, kann den Aufenthalt auf unterschiedliche Schwerpunkte ausrichten: auf Skulptur und Steinhandwerk, auf sakrale Baukunst oder auf Wege durch Wald- und Hügellandschaft.
Skulptur und Museen in Viggiù
Das Museo del ’900 präsentiert eine Anthologie der Viggiùer Skulptur des 20. Jahrhunderts. Zwei zentrale Säle sind dem Meister Buzzi Reschini gewidmet. Dort ist auch seine repräsentativste Arbeit hervorzuheben: die monumentale Gruppe „Il bene che atterra il male“. So begegnen Ihnen in der Sammlung sowohl ein Überblick über die Bildhauerei des Jahrhunderts als auch ein besonders hervorgehobenes Werk.
Der Blick auf die lokale Bildhauerei reicht auch ins 19. Jahrhundert zurück. Das Museo della Scultura Viggiutese dell’Ottocento befindet sich in der Orangerie der Villa Borromeo im historischen Zentrum. Die Villa selbst ist ein elegantes spätneoklassizistisches Gebäude im Herzen von Viggiù. In ihren ehemaligen Stallungen ist das Museo dei Picasass untergebracht. Eine Gipsothek des Bildhauers Enrico Butti zeigt etwa 80 Gipsmodelle des Künstlers sowie seine malerischen Arbeiten.
Die verschiedenen Sammlungen setzen unterschiedliche Akzente: Im Museo del ’900 steht die Skulptur des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt, während die Sammlung zu Enrico Butti Gipsmodelle und malerische Arbeiten zusammenführt. Zusammen mit dem Museum im historischen Zentrum ergibt sich ein konkreter Zugang zu Viggiùs Kunstgeschichte, ohne dass Architektur und Kunst voneinander getrennt betrachtet werden müssen.
Steinhandwerk, Gebäude und Kirchen
Westlich von Viggiù liegen etwa sechzehn Kalkarenit-Steinbrüche. Der hochwertige Stein ist als „pietra di Viggiù“ bekannt. Zwischen der Einigung Italiens und dem Ersten Weltkrieg gehörten Tätigkeiten rund um die Steinverarbeitung zum örtlichen Arbeitsleben: In diesem Zeitraum gab es durchschnittlich 90 Werkstätten mit mehr als 600 Beschäftigten. Die Steintradition ist damit nicht nur an den Steinbrüchen, sondern auch an ihrer handwerklichen und wirtschaftlichen Geschichte abzulesen.
Auch die Kirchen zeigen verschiedene bauliche und künstlerische Facetten. Die Chiesa di Santo Stefano Protomartire entwickelte sich aus einem mittelalterlichen romanischen Bau zu ihrer heutigen Form mit drei Schiffen, die durch Säulen aus Saltrio-Stein getrennt sind. In der Chiesa di San Siro sind Fresken aus dem 16. Jahrhundert erhalten, darunter eine Verkündigung und ein Christus Pantokrator mit den vier Evangelisten. Die Chiesa di Sant’Elia ist eine cluniazensische Einsiedelei aus dem 11. Jahrhundert auf einem 665 Meter hohen Hügel.
Zur Chiesa di San Martino führt eine eindrucksvolle gepflasterte Straße, die sogenannte „rizzada“. Den Eingang kennzeichnet ein Torbogen aus dem 18. Jahrhundert. An diesem Weg stehen damit zwei konkrete Details im Vordergrund: die lokal benannte Pflasterstraße und der historische Bogen am Eingang.
Landschaft und Wanderrouten
Viggiù liegt am Fuß des 998 Meter hohen Monte Orsa. Zur Landschaft gehören eiszeitlich geformte Moränenhügel, Laubwälder, Mähwiesen und Kalksteinbrüche. Das 2014 eingerichtete PLIS Valle della Bevera schützt rund 1.500 Hektar, die auf sechs Gemeinden verteilt sind; 15 Prozent dieser Fläche liegen im Gebiet von Viggiù. Das Wanderwegenetz reicht von einfachen Familienwanderungen bis zu Wanderungen im Mittelgebirge.
Eine Route zum Monte Orsa beginnt in Viggiù an der Mulattiera „Sentiero degli Alpini“. Sie führt durch den Wald zu einem Aussichtspunkt über Porto Ceresio und den dortigen See. Eine weitere Möglichkeit ist der Sentiero della Pace: Seine etwa sieben Kilometer lange Route von Viggiù führt zu den Beobachtungsposten des Monte Orsa und zum Befestigungssystem zwischen Monte Orsa und Monte Pravello. Route 2 des Sentiero della Pace beginnt ebenfalls in Viggiù und bildet einen Rundweg um den Ort.
Beim etwa vier Kilometer langen Sentiero del Silenzio stehen Gedenken und Erinnerung im Mittelpunkt. Gedenk-Totems markieren den Weg; einige tragen QR-Codes, über die Sie Berichte von Menschen hören können, die durch diese Gegend flohen. Der Weg führt zum Monte Pravello, wo eine Gedenktafel und eine Skulptur an die tragischen Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts erinnern. Als Ausgangspunkt dient die Via Roma 2 im Park des ehemaligen Albergo Viggiù. Routendetails können sich ändern; prüfen Sie die Angaben vor Ihrem Aufbruch. Während der Sentiero del Silenzio zu Erinnerungszeichen führt, richten die beschriebenen Wege des Sentiero della Pace den Blick auf Beobachtungsposten und Befestigungen zwischen den Bergen.
Besuch planen
Wenn Sie das Museo della Scultura Viggiutese dell’Ottocento an anderen Tagen oder zu anderen Zeiten besuchen möchten, können Sie dafür das Reservierungsformular nutzen. Prüfen Sie die Besuchsinformationen vorab, wenn Sie Ihren Museumsbesuch darauf abstimmen möchten. So lässt sich der Kulturteil Ihres Aufenthalts mit den Wanderwegen und den unterschiedlichen historischen Orten in Viggiù verbinden.
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