Corigliano Calabro: Geschichte, Kunst und Pilgerwege
Unterkünfte in Corigliano Calabro
Corigliano Calabro bietet verschiedene Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt: das Castello Ducale, historische Kirchen, Kunstsammlungen und Wege des Cammino di San Francesco di Paola. Hinzu kommt ein Spaziergang entlang der Uferpromenade in Marina di Schiavonea. Für die eigene Reiseplanung hilft die Unterscheidung, ob Baugeschichte und Kunst oder die Etappen eines Pilgerwegs stärker interessieren.
Castello Ducale und Kunst
Das Castello Ducale di Corigliano Calabro wurde 1073 als militärische Festung errichtet. Nach umfangreichen Umgestaltungen wurde das Museo Castello Ducale 2002 eingeweiht und unter diesem Namen für die Öffentlichkeit geöffnet. Zum Museum gehören das Mönchsgefängnis, Küchen aus dem 19. Jahrhundert, die Kapelle Sant’Agostino, der Salone degli Specchi, das Esszimmer, der Hauptturm und der Burggraben.
Auch die Pinacoteca di arte moderna Nelle sale del Castello gehört zum kulturellen Bild des Schlosses. Sie zeigt sechs großformatige Gemälde; nach dem Stand der dokumentarischen Forschung sind nicht alle zugeschrieben. Den Abschluss der Sammlung bildet das Triptychon „Madonna delle Rose“ von Domenico Morelli. Es entstand wahrscheinlich im Auftrag des Barons Luigi Compagna. Die vorsichtige Zuschreibung des Auftrags gehört dabei zur Geschichte des Werks und sollte nicht mit einer gesicherten Auftraggeberschaft verwechselt werden.
Kirchen und historische Bauwerke
Die Torre di Schiavone, auch Torre Cupo genannt, diente als Beobachtungspunkt der Küstenverteidigung und gehört zu den Befestigungsanlagen des 16. Jahrhunderts. Sie ist zudem von historischem und künstlerischem Interesse. Im historischen Zentrum verbindet der Ponte Canale aus dem 15. Jahrhundert den Burghügel mit dem Hügel des San-Francesco-Komplexes. Die beiden Bauwerke stehen damit für unterschiedliche Aufgaben: Die Torre gehört zur Küstenverteidigung, der Ponte Canale verbindet zwei Hügel.
Die Kirchen ergänzen diese historischen Stationen mit unterschiedlichen Bauzeiten. Die Chiesa di Santa Maria Maggiore wurde gegen Ende des 10. oder zu Beginn des 11. Jahrhunderts erbaut. Die Chiesa di Sant’Antonio di Padova entstand 1459 durch Luca Sanseverino, den Fürsten von Bisignano. Ein deutlich späterer Bau ist die Chiesa di Santa Chiara, auch „delle Monachelle“ genannt: Sie wurde zwischen 1757 und 1762 errichtet. Zu ihrer Ausstattung zählen ein Gemälde von Nicola Domenico Menzele aus dem Jahr 1762 und eine Orgel aus dem Jahr 1735.
Mit San Francesco di Paola verbunden ist das Romitorio di San Francesco, eine kleine Kirche, die an seinen Aufenthalt in einer Hütte während seines Besuchs in Corigliano von 1476 bis 1478 erinnert. Das Gedenken bezieht sich auf den Aufenthalt in der Hütte, nicht auf einen Aufenthalt in der Kirche. Zusammen mit dem San-Francesco-Komplex, den der Ponte Canale mit dem Burghügel verbindet, gehört das Romitorio zu den eigenständigen Anlaufpunkten für Interessierte an der lokalen Religionsgeschichte.
Pilgerwege und Schiavonea
Zwei registrierte Routen des Cammino di San Francesco di Paola lassen sich anhand von Richtung, Gesamtlänge und Etappenzahl unterscheiden. Die Via dei Monasteri führt von Paterno Calabro nach Corigliano Calabro. Sie ist 135 Kilometer lang und umfasst sechs Etappen. Die Via per la Francia beginnt dagegen in Corigliano Calabro und führt über 71,6 Kilometer in drei Etappen nach Monte Sant’Angelo bei Castrovillari. Corigliano ist somit bei der Via dei Monasteri das Ziel und bei der Via per la Francia der Ausgangspunkt. Die Streckenlängen und Etappenzahlen bieten einen konkreten Vergleich der beiden Wegverläufe, ohne dass dafür Gehzeiten angenommen werden müssen.
In Marina di Schiavonea bietet die Uferpromenade eine Möglichkeit zum Spazierengehen. Ein anderer Zugang zum Ort ist die Sagra del pesce azzurro in Schiavonea: Dort können lokale Fischspezialitäten von frittierten Gerichten bis zu aufwendigeren Speisen verkostet werden. Das Fest ist mit Anfang August verbunden; sein Termin kann von Jahr zu Jahr variieren. Wer den Besuch daran ausrichten möchte, sollte die jeweiligen Veranstaltungsdaten vorab prüfen.
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