Matera: Sassi, Felsenkirchen und Murgia
Unterkünfte in Matera
Matera verbindet eine in Höhlen gebaute Kulturlandschaft mit einer vielschichtigen Stadtgeschichte. Die Welterbestätte Sassi und der Park der Felsenkirchen umfassen Häuser, Kirchen, Klöster und Einsiedeleien in den natürlichen Höhlen der Murgia. Wer die Stadt erkundet, begegnet deshalb nicht nur einzelnen Bauwerken, sondern einer Siedlungsform, die eng mit der Felslandschaft verbunden ist.
Sassi und Murgia: Wohnen im Fels
Zur historischen Altstadt zählen die Stadtteile Barisano, Caveoso und Casalnuovo sowie das als Piano bezeichnete Rückgrat der Stadt. In Matera sind 155 in Tuffstein gehauene Felsenkirchen belegt. Der Felsklosterkomplex Madonna delle Virtù und San Nicola dei Greci wurde im 10. oder 11. Jahrhundert gegründet. Zusammen geben diese Orte einen Einblick in unterschiedliche Seiten der lokalen Bau- und Religionsgeschichte.
Die Murgia innerhalb der Welterbestätte ist ein kalkhaltiges Hochplateau mit tiefen Bruchspalten, Schluchten, Felsen und Höhlen. Der Parco della Murgia Materana umfasst Täler, Schluchten, Terrassen und Hochflächen sowie botanisch und faunistisch bedeutsame Arten. Der Aussichtspunkt des Parks auf Murgia Timone liegt den Sassi gegenüber. So lässt sich die Felslandschaft auch von ihrer offenen Plateau-Seite her betrachten.
Zu Fuß zwischen Stadt und Plateau
Der Sentiero 406 verbindet die Sassi über einen panoramischen Weg mit dem Hochplateau Murgia Timone und führt über eine Hängebrücke über den Gravina-Bach. Der Weg beginnt an der Porta Postergola, auch Porta Pistola genannt; der Höhenunterschied beträgt etwa 200 Meter. Da sich Wegbedingungen und Zugang ändern können, empfiehlt sich vorab ein Blick auf die aktuellen Hinweise. Die Straßen, die zur Civita hinaufführen, sind nur zu Fuß begehbar und führen ins Stadtzentrum von Matera.
Eine weitere Besucherroute in Murgia Timone umfasst ein befestigtes neolithisches Dorf, eine antike Zisterne mit Dach und die Felsenkirche San Falcione. Diese Stationen verbinden archäologische und religiöse Geschichte in einer Landschaft, die zugleich von Schluchten und Felsformationen geprägt ist. Wenn Sie Ihre Tage planen, können Sie diese Route gedanklich vom Sentiero 406 unterscheiden: Für beide sind unterschiedliche Orte und Wegmerkmale genannt.
Museen und Stadtgeschichte
Das MUSMA ist ein Höhlenmuseum, das vollständig der Bildhauerei gewidmet ist. Seine Sammlung umfasst italienische und internationale Bildhauerei vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Im Palazzo Lanfranchi befindet sich seit 2003 das Nationale Museum für mittelalterliche und moderne Kunst der Basilikata. Der Ausstellungsrundgang ist in drei Bereiche gegliedert; im Erdgeschoss werden dauerhaft Werke von Carlo Levi und Luigi Guerricchio gezeigt.
Das Ridola-Museum widmet Sammlungen und Ausstellungsbereiche der Jungsteinzeit, der Altsteinzeit und der Vorgeschichte. Am Ridola-Standort umfasst die Rizzon-Sammlung griechisch-koloniale Keramik aus den Kolonien am Ionischen Golf. Zur ethnografischen Sammlung gehören unter anderem Brotstempel und geschnitzte Holzlöffel. Das Museo Laboratorio della Civiltà Contadina eröffnet einen anderen Blick auf Materas Alltagsgeschichte: Es liegt im historischen Stadtviertel Sassi in einem unterkellerten Lamione aus dem 16. Jahrhundert, der an ein Netz bereits vorhandener Höhlen anschließt. Die Gesamtfläche des Museums beträgt mehr als 500 Quadratmeter.
Höhlen, Wasser und besondere Besuchsorte
Unter der Piazza Vittorio Veneto liegt der Palombaro Lungo, eine unterirdische Zisterne zur Wassersammlung. Besichtigt werden kann sie über bequeme Stege, die über dem Wasser verlaufen. Casa Noha ist ein historisches Haus, in dem ein multimediales Projekt die Geschichte Materas vermittelt; außerdem ist es Ausgangspunkt für Rundgänge zu Fuß durch die Sassi und die Murgia. Die Casa Grotta bietet Audioerklärungen auf Italienisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Japanisch.
Die Krypta del Peccato Originale war die Kultstätte eines benediktinischen Felsenklosters aus der Langobardenzeit. Sie ist mit einem Freskenzyklus aus dem 8. bis 9. Jahrhundert geschmückt und kann nach vorheriger Reservierung besichtigt werden. Matherarium ermöglicht den Besuch der gut erhaltenen unterirdischen Ipogei Motta und vermittelt die Entwicklung eines für das menschliche Leben wichtigen Wohnraums. Casa di Ortega zeigt zwanzig polychrome Flachreliefs, die während José Ortegas Aufenthalt in Matera entstanden. Gemeinsam mit Meistern des lokalen Handwerks wurden sie unter innovativer Verwendung einer alten Pappmaché-Technik geschaffen. Dort werden auch Bildungsaktivitäten für Familien und Schulen aller Schulstufen angeboten. Besuchs-, Tour- und Bildungsangebote können sich ändern; prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vorab.
Anreise und Hotelsuche nach Ihrem Vorhaben
Die Bahnverbindung der Ferrovie Appulo Lucane zwischen Bari und Matera bedient in Matera die Bahnhöfe Matera Centrale und Matera Sud. Da sich Strecken und Bedienungsmuster ändern können, lohnt sich vor der Anreise ein Blick auf den aktuellen Fahrplan. Vergleichen Sie anschließend die Adresse eines konkreten Hotelangebots mit den Zielen und Wegen, die Sie tatsächlich einplanen.
Weitere Reiseziele entdecken: Stigliano, Nova Siri, Lido Quarantotto, Marina Di Pisticci, Irsina, Accettura, Grassano, Tursi, Miglionico, Metapont, Aliano, Pomarico, Salandra, Marconia, Pisticci, Bernalda, Policoro, Peschiera, Matera, San Giorgio Lucano, Montalbano Jonico, Lido Di Metaponto, Grottole, Tinchi, Lido Di Scanzano, Ferrandina, Montescaglioso, Rotondella.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Basilikata.