Rosay-sur-Lieure: Wald, Mühlen und Baugeschichte
Unterkünfte in Rosay-sur-Lieure
Rosay-sur-Lieure zeigt zwei klar benannte Landschaftslagen: Ein Teil des Ortes erstreckt sich nahe der Kirche am Ufer der Lieure, ein anderer liegt auf einem Plateau, das 80 Meter höher gelegen ist. Dieser höher gelegene Teil befindet sich am Rand der Forêt domaniale de Lyons. Der Ort grenzt damit an Frankreichs größten Buchenwald und einen der größten Buchenwälder Europas. Flussufer, Plateau und Wald beschreiben unterschiedliche Seiten der Ortslage und geben den Rahmen für die weiteren landschaftlichen und historischen Themen.
Landschaft und Wanderroute
Die 11 Kilometer lange Boucle de la Jacassière beginnt an der Kirche von Touffreville und führt durch Rosay-sur-Lieure. Ihre Aussichtspunkte blicken über die Täler der Lieure, des Fouillebroc und der Andelle. Damit sind zwei verschiedene Angaben zur Route verbunden: Ihr Startpunkt liegt in Touffreville, während sie durch Rosay-sur-Lieure verläuft; die Aussichtspunkte eröffnen den Blick auf drei benannte Täler. Für die Einordnung der Landschaft ist das eine hilfreiche Ergänzung zum Ortsbild aus Flussufer, höher gelegenem Plateau und angrenzendem Wald.
Kirche und Château
Der Glockenturm und das Kirchenschiff der Église Notre-Dame de Rosay stammen aus dem 12. Jahrhundert und sind romanischen Stils. Das Kirchenschiff wurde nach seiner teilweisen Zerstörung im Hundertjährigen Krieg restauriert und im Westen um ein neues Portal ergänzt. Die Angaben unterscheiden die Baugeschichte des Turms und des Kirchenschiffs von der späteren Restaurierung des Schiffs: Die romanische Einordnung gilt für beide Bauteile, die Restaurierung und das neue westliche Portal betreffen das Kirchenschiff.
Das Château de Rosay entstand zwischen 1611 und 1619 im Stil Ludwigs XIII. Seit dem 31. Januar 1938 steht es unter Denkmalschutz. Bauzeit und Denkmalschutz beschreiben unterschiedliche Abschnitte seiner Geschichte: Die Datierung ordnet die Errichtung ein, das spätere Datum bezeichnet den Beginn des Schutzstatus. So lässt sich das Château sowohl über seine Architektur als auch über seine historische Einordnung betrachten, ohne die beiden Zeitangaben miteinander zu verwechseln.
Mühlen und erhaltene Spuren
Die Geschichte der Moulin de Rosay reicht in den bekannten Angaben bis ins Jahr 1244 zurück: Aus diesem Jahr stammt ihre erste bekannte Erwähnung. Das heute beschriebene Mühlengebäude wurde 1860 am Standort einer früheren Mühle errichtet, die aus dem Jahr 1821 stammte. Die Jahreszahl 1244 bezeichnet also die Erwähnung, nicht die Bauzeit des 1860 errichteten Gebäudes. Die Moulin de Rosay ist stillgelegt, bewahrt aber noch ihr oberschlächtiges Wasserrad.
Von der ehemaligen Moulin de la Bretèque in Rosay-sur-Lieure sind das originale Mauerwerk des Westgiebels und die Spur ihres Wasserrads erhalten. Die überlieferten Spuren unterscheiden sich damit von der Moulin de Rosay, deren Wasserrad selbst erhalten ist: Bei der Bretèque sind es Mauerwerk und Radspur, die auf die frühere Mühle verweisen. Zusammen bieten diese beiden Mühlen unterschiedliche Anhaltspunkte, um die historische Nutzung des Wassers und die erhaltenen baulichen Zeugnisse auseinanderzuhalten.
Calvaire du Vaumichon
Ein weiteres eigenständiges Bauwerk ist der Calvaire du Vaumichon. Er besteht aus einer acht Meter hohen rustizierten Stele mit einem 1,8 Meter hohen Christus aus natürlicher Terrakotta auf einem Eichenkreuz. Zum Calvaire gehört außerdem ein halbrunder Altar; seine Tischplatte besteht aus einem alten Mühlstein. Die Maße und Materialien geben dem Bauwerk ein klar unterscheidbares Profil: Stele, Christusfigur und Kreuz bilden die Hauptteile, während der Mühlstein die Tischplatte des Altars bezeichnet.
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