Prionezhskiy rayon: Wepsische Kultur und Natur am Onegasee
Unterkünfte in Prionezhskiy rayon
Das wepsische Erbe von Scheltosero und die Uferlandschaften am Onegasee geben dem Prionezhskiy rayon zwei unterschiedliche Akzente. In Scheltosero führen Museen, historische Bauten und archäologische Zeugnisse in die Kulturgeschichte; das Natur- und Erholungsgebiet am See setzt einen eigenen Schwerpunkt. Wenn Sie Ihre Reise nach Interessen planen, bietet sich so ein Wechsel zwischen Geschichte und Landschaft an.
Wepsische Kultur in Scheltosero
Das Scheltoseroer Wepsische Ethnografische Museum namens R. P. Lonin ist das einzige Museum Russlands, das über die materielle und geistige Kultur der Wepsen informiert. Im Melkin-Haus befindet sich seit 1991 das Rurik-Lonin-Wepsische Ethnografische Museum von Scheltosero. Das Haus wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die große, wohlhabende wepsische Bauernfamilie Melkin erbaut. Damit gehören sowohl die Kultur der Wepsen als auch die Geschichte eines konkreten Gebäudes zu den Themen, die Scheltosero prägen.
Das Rurik-Lonin-Wepsische Ethnografische Museum bietet die einstündige Exkursion „Scheltosero – ein altes wepsisches Dorf“ an. Der Titel setzt einen klaren thematischen Akzent; die angegebene Dauer gibt Ihnen zugleich einen konkreten Zeitrahmen für diesen Programmpunkt.
Archäologische Zeugnisse und Kirchenbau
Bei Scheltosero umfasst eine Gruppe vorgeschichtlicher Stätten 14 Siedlungen und zwei Gräberfelder. Ihre Zeitspanne reicht vom Mesolithikum bis zur Bronzezeit, also vom 7. bis zum 2. Jahrtausend v. Chr. Das Kulturdenkmal „Scheltoseroer Ufer“ zählt 31 vorgeschichtliche Siedlungen, drei Bestattungskomplexe und vier Einzelgräber aus Epochen vom Mesolithikum bis zum Mittelalter. Der Komplex liegt im Unterlauf der Flüsse Scheltosjorka und Sarbachta. Der Vergleich macht die unterschiedlichen zeitlichen Reichweiten deutlich: Während die erste Gruppe bis zur Bronzezeit reicht, umfasst das Kulturdenkmal auch spätere Epochen bis ins Mittelalter.
Auch die Baugeschichte der Apostel-Matthäus-Kirche in Scheltosero ist genau datiert. Die steinerne, einschiffige Kirche mit einem Altar wurde 1838 von den Petersburger Kaufleuten Terenti Uljanow und Michail Matwejew erbaut. In den 1910er-Jahren wurde sie erweitert und erneuert; am 16. November 1913 wurde sie neu geweiht.
Ein weiteres Denkmal monumentaler Kirchenbaukunst ist das Blagoweschtschenski-Iono-Jascheserski-Männerkloster. Es liegt im Prionezhsky-Bezirk auf einer schmalen Landenge zwischen den Seen Monastyrskoye und Yashezero, am Westufer des Yashezero. Die erhaltenen Bauwerke sind dem Verfall ausgesetzt.
Quarzit und Landschaft am Onegasee
Die Schoksha-Steinbrüche erzählen von einer langen Nutzung des regionalen Quarzits. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurde dort himbeerfarbener und roter Quarzit abgebaut und für Sankt Petersburg und seine Vororte verwendet; seit dem 20. Jahrhundert auch für Moskau und andere Städte. Die Geschichte des Steins verbindet damit einen lokalen Abbau mit seiner Verwendung in mehreren Städten.
Das Natur- und Erholungsgebiet „Ufer des Onegasees“ umfasst 65,6 Hektar; die Fläche gehört vollständig zum Waldfonds. Zu seinen Zwecken zählen der Schutz und die Wiederherstellung von Naturlandschaften und Naturgütern am Onegasee sowie die Erholung. Dazu gehören gesundheitsfördernde Aktivitäten, ökologischer und naturkundlicher Tourismus sowie Möglichkeiten für Tourismus und Freizeit. Zum breiteren Landschaftsbild des Bezirks zählen außerdem Sandstrände, Kiefernwälder und Stromschnellen in Flüssen. So stehen im Prionezhskiy rayon archäologische und bauliche Geschichte neben Natur- und Erholungsthemen.
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