Windehausen: Dorfkern und St. Ägidienkirche
Unterkünfte in Windehausen
Windehausen lässt sich über seine Ortsmitte und die Baugeschichte der St. Ägidienkirche erschließen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1158 im Nordhäuser Zehntbuch. Diese erste dokumentarische Nennung bildet einen anderen historischen Bezugspunkt als die Datierungen einzelner Kirchenbestandteile und Kunstwerke. Wer den Ort zeitlich einordnet, kann deshalb zwischen der Erwähnung Windehausens und der späteren Bau- und Kunstgeschichte unterscheiden.
Der Plan als Mittelpunkt des Dorfs
Den Ortskern bildet der Plan. Die Häuser sind mit ihren Giebelseiten zum Plan ausgerichtet. Von dort führt auf der einen Seite der Anger zum Dom; auf der anderen Seite steht etwas entfernt die Kirche. Damit liegen der zentrale Plan und die Kirche nicht am selben Punkt: Die Kirche steht mit Abstand zum Ortskern. Der Anger verbindet den Plan in der beschriebenen Dorfstruktur mit dem Dom.
Hinter den Häusern liegen Gras- und Gemüsegärten. Zusammen mit den zum Plan gerichteten Giebelseiten prägen sie die Dorfstruktur von zwei Seiten: zur Mitte hin die Ausrichtung der Häuser, dahinter die Gartenflächen. Windehausen hat ein vollständig saniertes Dorfbild. Plan, Häuser und Gärten geben so unterschiedliche Anhaltspunkte, um die räumliche Gestalt des Dorfes einzuordnen.
St. Ägidienkirche: Turm, Chor und Pietà
Der hohe Turm der St. Ägidienkirche ist weithin sichtbar und eine bauliche Dominante im historisch gewachsenen Dorfbild von Windehausen. Der Chor stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem 13. Jahrhundert und ist das älteste Bauteil der Kirche. Die zeitliche Einordnung des Chors bleibt damit eine Wahrscheinlichkeitsaussage; zugleich ist seine Stellung als ältester Bauteil benannt.
In der Kirche befindet sich außerdem eine aus Lindenholz geschnitzte Pietà aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, auch Pomai Bog genannt. Im zeitlichen Vergleich stehen damit drei unterschiedliche Bezugspunkte nebeneinander: die erste urkundliche Erwähnung Windehausens im Jahr 1158, der wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert stammende Chor und die Pietà aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Sie betreffen den Ort, ein Bauteil und ein Kunstwerk – und bilden so verschiedene Ebenen der Orts- und Kirchengeschichte ab.
Weitere Themen im übergeordneten Reiseziel Heringen/Helme
Ein weiterer historischer Bezugspunkt im übergeordneten Reiseziel Heringen/Helme ist das Alte Schloss in Heringen. Es wurde nach 1320 errichtet und zählt zu den frühesten Schlossbauten Thüringens. Nach 1568 ließen die Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt das Alte Schloss im Renaissancestil umbauen. Das Ensemble ergänzten sie um den viergeschossigen Westflügel Schwarzburger Haus, das Neue Schloss. Damit stehen für das Schloss eine Errichtung nach 1320 und ein späterer Umbau nach 1568 als unterschiedliche Bauphasen gegenüber.
Auch der Nordic-Walking-Park in Heringen bietet einen konkreten Vergleich nach Streckenlänge und Markierung: Die blau markierte Route ist 2,50 km lang, die rot markierte 4,25 km. Beide Strecken beginnen und enden am gut ausgeschilderten Wanderparkplatz am Eichentalsweg in Heringen. Die Längen unterscheiden die beiden Routen, während der gemeinsame Start- und Endpunkt eine klare Orientierung zu ihrem Verlauf bietet.
Weitere Reiseziele entdecken: Bleicherode, Hesserode, Niedersachswerfen, Rodishain, Sülzhayn, Niedergebra, Werther, Harztor
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