Böhmfeld: Kirchengeschichte und Kräuterweg
Unterkünfte in Böhmfeld
Böhmfeld erschließt sich über verschiedene Themen: eine lange Kirchengeschichte, Kunst in St. Bonifatius, den Kräuterweg und den Jakobsweg. Auch die Geschichte des Kotterhofs und der Hohle Stein im näheren Umfeld setzen eigene Akzente. Für die Reiseplanung ist es sinnvoll, zwischen dauerhaft überlieferten Ortsdetails und dem derzeit ruhenden Kulturprogramm zu unterscheiden. Prüfen Sie außerdem die aktuellen Termine für geführte Kräuterwanderungen.
Historische Spuren in Böhmfeld
Die erste Erwähnung Böhmfelds steht in der Gründungsurkunde des Klosters St. Walburg in Eichstätt vom 24. Juli 1035. Darin wird der Ort als „pemminveld“ bezeichnet; den Klosterfrauen werden ihre bereits „innegehabten Besitzungen“ zugesprochen. Die Urkunde verbindet den Ortsnamen mit einem konkreten Datum und einem frühen Besitzverhältnis. Eine erste Kirche in Böhmfeld wurde zwischen 1057 und 1059 erbaut und dem heiligen Bonifatius geweiht.
Ein weiterer Abschnitt der Kirchengeschichte ist die Pfarrkirche St. Bonifatius. Sie wurde im 16. Jahrhundert errichtet und 1793 von Domenico de Salle auf ihre heutige Größe erweitert. De Salle war der letzte der berühmten Graubündner Baumeister im Hochstift Eichstätt. Die Baugeschichte verbindet so die Entstehung der Kirche mit einer späteren Erweiterung und der Arbeit eines namentlich bekannten Baumeisters.
Kunst und Ausstattung in St. Bonifatius
In der katholischen Pfarrkirche stehen auf frühbarocken Seitenaltären aus der Zeit um 1650 spätgotische Figuren: der Evangelist Johannes, datiert um 1475, und die heilige Maria, datiert um 1520. Die Ausstattung vereint damit Werke aus unterschiedlichen Entstehungszeiten. Ein mit 1760 bezeichnetes Gemälde zeigt eine Ansicht von Böhmfeld sowie die Schutzheiligen Bonifatius, Willibald und Walburga. Die Ortsansicht und die drei Heiligen gehören gemeinsam zum Bildmotiv.
Kräuterweg und Jakobsweg
Der Kräuterweg verläuft durch die nördliche Flur von Böhmfeld. Zu seinen Themen zählen auch magische Bezüge von Kräutern. Damit bietet der Weg einen anderen Zugang zur Ortslandschaft als die kirchengeschichtlichen Zeugnisse: Hier steht die Deutung von Kräutern im Mittelpunkt. In Böhmfeld werden außerdem geführte Kräuterwanderungen angeboten. Prüfen Sie vor Ihrer Reise die aktuellen Termine.
Auch der Jakobsweg ist in Böhmfeld präsent. An der katholischen Kirche steht eine Hinweistafel zum Weg, der von Böhmfeld aus ins Katzental führt. Tafel und Routenverlauf geben zwei konkrete Orientierungspunkte: die Kirche im Ort und die Richtung des Weges. Sie ergänzen die Kräuterthemen um einen weiteren Aspekt des Unterwegsseins, ohne dass beide Wege gleichgesetzt werden.
Kulturprogramm und Hohle Stein
Der Kotterhof in Böhmfeld ist seit über 20 Jahren ein regional bekanntes Kulturzentrum. Dort haben Ausstellungen, Lesungen, Theater, Kabarett und Konzerte stattgefunden. Das Kulturprogramm ruht derzeit. Wenn Sie den Kotterhof in Ihre Planung einbeziehen möchten, prüfen Sie bei der Gemeinde, ob es aktuelle Neuigkeiten gibt; die früheren Veranstaltungsarten sind kein laufendes Programmversprechen.
Im näheren Umfeld, zwischen Böhmfeld und Schambach, liegt der Hohle Stein, ein bedeutender altsteinzeitlicher Höhlenfundplatz in Bayern. Seine Erforschung über mehr als 100 Jahre förderte zahlreiche Gegenstände und Gerätschaften sowie Gebeine und Spuren von Mammuts, Höhlenbären und wollhaarigen Nashörnern zutage. Der Fundplatz ergänzt die Ortsgeschichte um einen sehr viel älteren zeitlichen Horizont.
Weitere Themen im übergeordneten Reiseziel Eichstätt
Im übergeordneten Reiseziel Eichstätt setzt das Jura-Museum einen eigenen Schwerpunkt: Die Ausstellung widmet sich vor allem Fossilien der Solnhofener Plattenkalke; außerdem zeigt das Museum das Original des Eichstätter Exemplars von Archaeopteryx. Ebenfalls in Eichstätt steht die Willibaldsburg. Bischof Berthold Burggraf von Zollern ließ sie 1355 errichten; bis 1725 diente sie als Bischofssitz. Erhalten sind unter anderem Mauern und Bastionen, das Zeughaus, die 63 m lange Torhalle sowie der Gemmingenbau mit seinen beiden Türmen.
Ein weiterer eigener Ort in Eichstätt ist der 1.500 m² große Bastionsgarten auf der Willibaldsburg. Dort wurde der im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Hortus Eystettensis nach 400 Jahren zu neuem Leben erweckt. Besucher können viele der ursprünglichen Pflanzenarten der Gartenanlage kennenlernen. Diese Eichstätter Themen ergänzen den Blick auf Böhmfeld, sind aber eigene Ziele und keine Merkmale des Ortes selbst.
Weitere Reiseziele entdecken: Mindelstetten, Wellheim, Kipfenberg, Pförring, Titting, Mörnsheim, Dollnstein, Nassenfels
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