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Burgstemmen: Poppenburg, Park und Ortsgeschichte

Unterkünfte in Burgstemmen

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Burgstemmen lässt sich über mehrere historische und landschaftliche Themen kennenlernen: die mehr als 1.000 Jahre alte Poppenburg, den Andrea-Hilse-Park auf einem ehemaligen Sandabbaugelände sowie einzelne Zeugnisse am Domänenweg und auf dem Kirchhof. Für die Einordnung des Ortes lohnt sich der Blick auf die verschiedenen Zeitschichten: Mittelalterliche Befestigung, spätere Wohn- und Kirchennutzung, Parkgestaltung und datierte Denkmale erzählen unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte.

Die Poppenburg und ihre verschiedenen Zeitschichten

Von der frühmittelalterlichen Burganlage Poppenburg sind Reste der Burgmauer mit dem Tor erhalten. Der Wohnflügel aus dem 16. Jahrhundert bildet mit dem mächtigen Palas eine rechtwinklige Anlage. Die beiden unteren Geschosse des Palas wurden 1785 zur katholischen Kirche St. Joseph umgebaut. So treffen an der Poppenburg unterschiedliche bauliche Phasen aufeinander: mittelalterliche Mauerreste, ein späterer Wohnflügel und die kirchliche Nutzung. Die zeitliche Abfolge macht die Anlage als Ort mit mehrfacher Nutzung nachvollziehbar.

Der geschnitzte Hochaltar der Kirche St. Joseph entstand um 1690, wurde 1773 erworben und stammt aus dem aufgelösten Hildesheimer Jesuitenkolleg. Entstehung, Erwerb und Umbau sind dabei verschiedene Stationen: Der Altar ist älter als sein Erwerb, und beides liegt vor dem Umbau der unteren Palasgeschosse zur Kirche im Jahr 1785. So lassen sich Kunstgeschichte und Baugeschichte zeitlich unterscheiden, statt alle Elemente einer einzigen Bauphase zuzuordnen.

Die Lage der Poppenburg prägte außerdem ihre historische Rolle. Im Mittelalter beherrschte sie von einer Anhöhe über dem Leineübergang den Verkehr auf dem alten Hellweg, einem wichtigen Handelsweg vom Rheinland nach Mitteldeutschland. Im historischen Zusammenhang mit der Poppenburg stehen außerdem eine Leinequerung als Brücke beziehungsweise Fähre und eine Zollstation. Zusammen galten sie als wichtiger Verkehrs- und Handelsknotenpunkt der Route Hildesheim–Paderborn. Damit reichen die historischen Bezüge der Burg über ihre bauliche Entwicklung hinaus bis zur Handelsgeschichte.

Parklandschaft und Spazierwege

Am südlichen Ortsrand von Burgstemmen liegt der etwa 15 ha große Andrea-Hilse-Park. Das Gelände war zuvor ein Sandabbaugebiet. Die Familie Hilse erwarb den Park und gestaltete ihn als Landschaftspark. Gegenüber der Poppenburg steht hier nicht der Umbau eines historischen Gebäudes im Mittelpunkt, sondern der Wandel einer Fläche: Aus einem ehemaligen Abbaugelände wurde ein Park. Diese unterschiedliche Ausgangslage ergänzt die Bau- und Handelsgeschichte um einen landschaftlichen Schwerpunkt. In und um Burgstemmen gibt es außerdem Spazierwege. Wenn Sie bei der Reiseplanung auch Wege zu Fuß berücksichtigen möchten, können diese eine weitere Perspektive auf den Ort eröffnen.

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Wegekreuz und Kirchhof

Das Wegekreuz am Domänenweg ist ein auf 1882 datierter Obelisk aus fein gearbeitetem Sandstein. Flachreliefs bedecken den Stein; hinzu kommt ein schmiedeeisernes Kreuz. Das konkrete Datum und die beschriebenen Materialien machen das Wegekreuz zu einem eigenen Thema neben der längeren Geschichte der Poppenburg.

Auf dem Kirchhof Burgstemmen sind neben altem Baumbestand vereinzelte historische Grabmale erhalten; am nördlichen Rand befindet sich eine Kriegsgräberstätte. Damit stehen unterschiedliche Erinnerungsorte nebeneinander: einzelne erhaltene Grabmale und die räumlich am Rand gelegene Kriegsgräberstätte. Zusammen mit Kirche und Wegekreuz ergibt sich ein weiterer Zugang zu Burgstemmens Ortsgeschichte.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hildesheim.

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