Erlangen-Höchstadt: Kirchenkunst, Weiher und Karpfen
Unterkünfte in Erlangen-Höchstadt
Im Landkreis Erlangen-Höchstadt begegnen sich kunsthistorische Zeugnisse, Weiherlandschaften und unterschiedliche Wege durch die Natur. Ein Aufenthalt kann bei einem einzelnen Ort oder Thema ansetzen: bei Kirchenkunst in Kalchreuth, Museen und historischen Bauwerken, den Teichlandschaften rund um Höchstadt oder der regionalen Karpfentradition. Für die Wahl eines Hotels ist es hilfreich, zuerst die Ziele festzulegen, die Ihren Reiseplan prägen. Die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten liegen an verschiedenen Orten im Landkreis; richten Sie Ihre Ortswahl daher an den geplanten Besuchen aus.
Wege durch Kirschgärten und Weiherlandschaften
Durch die Kalchreuther Kirschgärten führt ein drei Kilometer langer Rundweg. Informationstafeln behandeln die Kirsche, die umgebende Landschaft und Kalchreuth; Mitmachstationen widmen sich der Natur. So verbindet die Route ein konkretes Landschaftsthema mit Wissenswertem über den Ort. Vor dem Aufbruch lohnt sich ein Blick auf die örtlichen Routenhinweise.
Bei Höchstadt lassen sich drei Wege anhand ihrer ungefähren Länge und ihres Charakters unterscheiden. Der markierte, ebene Eisvogelweg ist ein Rundweg von etwa 2,6 Kilometern durch das fränkische Weiherland. Der etwa 2,2 Kilometer lange Orchideenweg ist als Fahr- und Fußweg durch eine Kulturlandschaft mit schilfgesäumten Weihern, Feuchtwiesen, zahlreichen Wasservögeln und Orchideen wie der Echten Sumpfwurz angelegt. Der Seerosenweg ist ein größtenteils ebener Fußweg von etwa 2,4 Kilometern durch das historische Waldgebiet Gretelmark. Dort prägen Waldweiher, Seerosen- und Rohrkolbenbestände sowie Eisvögel das Bild. Wer die Streckenlängen vergleicht, findet die längste der drei Routen beim Eisvogelweg; beim Orchideenweg stehen Feuchtwiesen und Pflanzen im Mittelpunkt, beim Seerosenweg Waldweiher und Ufervegetation.
Auch die Schutzgebiete setzen unterschiedliche Akzente. Die Vogelfreistätte Weihergebiet bei Mohrhof ist ein Important Bird Area und zählt zu den frühen Natura-2000-Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebieten. Zu ihren Merkmalen gehören seltene Vogelarten, Feuchtgebiete und orchideenreiche Streuwiesen. Die Bösenbechhofener Weiher liegen nördlich des Ortsteils Bösenbechhofen bei Höchstadt. Als aus Regenwasser gespeiste Teichkette befinden sie sich im Waldgebiet Gretelmark; 23,06 Hektar einschließlich umgebender Lebensräume wurden am 15. Dezember 2012 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Für die weitere Orientierung bietet sich das Rad- und Wanderwegenetz des Landkreises an, das die Landschaft vom Aischgrund bis zum Erlanger Oberland erschließt. Der Jakobus-Radpilgerweg führt durch Kalchreuth und Uttenreuth: In diesen Gemeinden verläuft er durch Siedlungsgebiete, sonst durch Wald und Wiesen. Davon zu unterscheiden ist der 183 Kilometer lange oberfränkische Jakobsweg von Hof nach Nürnberg, der ebenfalls über Kalchreuth führt. Beim Radpilgerweg können sich Beschilderung und Routenbedingungen ändern; prüfen Sie vor der Fahrt die aktuelle Wegführung.
Kirchenkunst, Museen und Ortsgeschichte
In der Kirche St. Andreas in Kalchreuth befindet sich ein berühmter Passionsaltar: ein Schreinaltar mit Flügeltüren von Michael Wolgemut, dem Lehrer Dürers. In Heroldsberg bietet das mittelalterliche Weiße Schloss einen anderen Zugang zur Kunstgeschichte. Auf drei Ebenen zeigt es wechselnde und feste Ausstellungen mit Kunstwerken aus sieben Jahrhunderten.
Die Geschichte der jüdischen Gemeinden ist an mehreren Orten sichtbar. In Mühlhausen wurde die ehemalige Synagoge 1756/57 am südlichen Rand des Ortskerns errichtet. Zusammen mit dem etwa fünfzehn Jahre zuvor angelegten israelitischen Friedhof, auf dem 373 Grabsteine erhalten sind, bildet sie das einzige authentisch überlieferte bauliche Zeugnis der mehr als 500-jährigen jüdischen Vergangenheit der Gemeinde. Der jüdische Friedhof in Baiersdorf entstand im Spätmittelalter, möglicherweise nach 1388. Gemeinsam mit dem Friedhof in Hemhofen zählt er zu den ältesten erhaltenen jüdischen Friedhöfen der Region.
Bubenreuths Geschichte verbindet Migration mit dem Instrumentenbau. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden dort mehr als 2.000 Musikinstrumentenmacher aus dem sächsisch-böhmischen Musikwinkel eine neue Heimat; anschließend entwickelte sich Bubenreuth zu einem europäischen Zentrum des Saiteninstrumentenbaus. Das Bubenreutheum im Rathaus greift Musik und Integration in einer 80 Quadratmeter großen Dauerausstellung auf.
Auch Höchstadt bietet mehrere historische Bezugspunkte. Das Schloss bewahrt das Fundament eines 12 mal 12 Meter großen Turms aus dem frühen 13. Jahrhundert mit drei Meter starken Mauern; seine heutige Gestalt erhielt es um 1714. Der erhaltene Stadtturm aus dem 14. Jahrhundert ist ein Torturm, gehört zum zweiten von drei Stadtmauer- beziehungsweise Befestigungsringen und gilt als Wahrzeichen der Stadt. In Höchstadt werden historische Stadtführungen und Kellerbergführungen angeboten. Prüfen Sie vorab die aktuellen Termine.
Im Spixmuseum in Höchstadt befindet sich im Geburtshaus des Naturforschers Johann Baptist Ritter von Spix eine interaktive Präsentation zu seinem Leben und zur Geschichte des Hauses. Dazu gehört ein computergesteuertes, lichtgesteuertes Urwalddiorama mit Tierdarstellungen und Tiergeräuschen, das besonders für Kinder empfohlen wird. Das Stadtmuseum Herzogenaurach behandelt Stadtgeschichte, Industrie und Volksglauben und befindet sich im ehemaligen Heilig-Geist-Spital, einem spätmittelalterlichen Fachwerkgebäude, das mit historischen Techniken aufwendig restauriert wurde. Im Heimatmuseum Weisendorf stehen Exponate aus dem Seebachgrund zur früheren bäuerlichen Lebens- und Arbeitswelt sowie zur Selbstversorgung; außerdem gibt es eine jagdliche Ausstellung mit Präparaten heimischer Haar- und Federwildarten.
Freizeit und regionale Spezialitäten
Die Freizeitangebote unterscheiden sich ebenso wie die Landschafts- und Kulturthemen. Das FreizeitAktiv-Paradies in Vestenbergsgreuth bietet eine Sommerrodelbahn und eine Minigolfanlage. Im Eisstadion in Höchstadt gehören Eislaufen, Eisschnelllauf und Eisdisco ebenso zu den Möglichkeiten wie selbst Eishockey zu spielen oder den Höchstadt Alligators zuzuschauen. Da sich saisonale Zeitpläne ändern können, prüfen Sie die aktuellen Termine vor einem Besuch. Das Freizeitbad Atlantis in Herzogenaurach umfasst unter anderem ein Wellenbecken, die Rutschen Rocket und Roter Riese, einen Strömungskanal und ein Kinder-Abenteuerland. Das Angebot kann sich verändern; informieren Sie sich vorab über den aktuellen Stand.
Eine Verbindung von Museum und Landschaft bietet das Fischereimuseum Unterer Aischgrund in Adelsdorf-Neuhaus. Es befindet sich in einem historischen Fischhaus und ist Ausgangspunkt für einen zwei Kilometer langen Lehrpfad mit Schautafeln zur fränkischen Fischfauna sowie zu Fischerei und Teichwirtschaft. So lässt sich das Thema Weiherlandschaft auch aus der Perspektive ihrer Nutzung kennenlernen.
In Höchstadt a.d.Aisch gehört der Aischgründer Spiegelkarpfen aus den umliegenden Himmelsteichen zu den regionalen Spezialitäten. Seine verschiedenen kulinarischen Zubereitungen und die geschützte geografische Angabe prägen das Thema; Saison ist in den Monaten mit „R“, von September bis April. Zur Orientierung bei der Suche nach Gaststätten veröffentlicht der Landkreis jährlich eine aktualisierte Karpfen-Broschüre. Betreiber, die Karpfen anbieten, können sich dort eintragen lassen.
Ob Sie Kirchenkunst, Museen, Wege durch Weiherlandschaften oder saisonale Karpfengerichte in den Mittelpunkt stellen: Wählen Sie zuerst die Orte und Erlebnisse aus, die für Ihre Reise wichtig sind.
Weitere Reiseziele im Landkreis
Weitere Reiseziele entdecken: Erlangen, Heroldsberg, Herzogenaurach, Heßdorf, Weisendorf, Höchstadt an der Aisch, Wachenroth, Uttenreuth, Baiersdorf, Bubenreuth, Gremsdorf, Eckental, Kalchreuth, Adelsdorf, Hemhofen, Marloffstein, Röttenbach.
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