Wiesental: Römerkastell, Ortsgeschichte und Erinnerungsorte
Unterkünfte in Wiesental
Wenn Sie ein Reiseziel auch nach seiner Geschichte auswählen, bietet Wiesental mehrere unterschiedliche Themen: die Entwicklung des Ortsteils, die römische Vergangenheit am Wagbachkastell, die Badische Revolution sowie Kirchenbau und Gedenken. Diese Schwerpunkte geben Ihnen verschiedene Anhaltspunkte, um zu entscheiden, ob Wiesental zu Ihren Reiseplänen passt.
Siedlungsentwicklung und Lage
Der Ortsteil Wiesental wurde 1297 gegründet. Seine Siedlung wird als ursprünglich straßenförmig beschrieben; später entwickelte sie sich zu einer Kreuzform. Wiesental liegt auf der Rheinniederterrasse westlich der Wagbachniederung. Gründung und spätere Kreuzform markieren dabei zwei unterschiedliche Etappen: 1297 steht für den Anfang des Ortsteils, während die Kreuzform eine spätere Entwicklung bezeichnet. Die Lage in der Landschaft ergänzt diese Ortsgeschichte um einen geografischen Bezug.
Das Wagbachkastell und seine römische Geschichte
Das bedeutende Kulturdenkmal Wagbachkastell liegt bei Wiesental auf der Gemarkung Waghäusel. Das Kastell war ehemals rechteckig und etwa 2.400 Quadratmeter groß; die Wallkrone maß 46 mal 53 Meter. Errichtet wurde es unter Kaiser Vespasian (69–79 n. Chr.). Wahrscheinlich wurde es unter Kaiser Trajan (98–117 n. Chr.) aufgegeben. Die Aufgabe ist also als wahrscheinliche, nicht als sichere Datierung überliefert.
Das Heimatmuseum im ehemaligen Wiesentaler Rathaus präsentiert verschiedene römische Fundstücke sowie ein anhand archäologischer Erkenntnisse erstelltes Modell des Wagbachkastells. Fundstücke und Modell stehen damit für zwei unterschiedliche Zugänge zur römischen Geschichte: zum einen die konkreten Funde, zum anderen die modellhafte Darstellung der Anlage.
Revolution und regionale Geschichte
Bei Wiesental und Waghäusel fanden am 20. und 21. Juni 1849 entscheidende Gefechte zwischen badischen Revolutionstruppen und preußischen Soldaten statt. Die Geschichte der Badischen Revolution gehört auch zu den Ausstellungsschwerpunkten des Heimatmuseums. Daneben widmet sich das Museum dem für die Gegend typischen Erwerbsanbau von Tabak und der Zigarrenfertigung. So umfasst die regionale Geschichte neben der Römerzeit sowohl politische Ereignisse als auch Themen des damaligen Erwerbslebens.
Kirchenbau und Gedenkorte
1843 genehmigte die großherzogliche Regierung offiziell den Neubau der St.-Jodokus-Kirche in Wiesental; anschließend begannen die Bauarbeiten. Ein weiterer historischer Schwerpunkt sind die Wiesentaler Denkmäler. Das Mahnmal „Die große Nachdenkende“ wurde am Volkstrauertag 1985 auf dem Wiesentaler Friedhof enthüllt. Die 2,70 Meter hohe, trauernde Frauenfigur aus weißem Carrara-Marmor schuf der Speyerer Bildhauer Franz W. Müller-Steinfurth. Das Mahnmal erinnert auch an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs (1939–1945).
Ein weiteres Denkmal gilt den Wiesentaler Gefallenen der Kriege 1870/71 und 1914–1918. Geschaffen hat es der Karlsruher Bildhauer Karl Seckinger (1897–1978). 1929 wurde das Denkmal auf dem alten Friedhof aufgestellt; seit 1992 steht es an seinem heutigen Standort. Die Angaben zu Künstler und Aufstellungsorten unterscheiden die Geschichte dieses Denkmals von der des Mahnmals auf dem Wiesentaler Friedhof.
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