Asmara: Stadtgeschichte und Baukultur
Unterkünfte in Asmara
Asmara liegt auf einem Hochlandplateau im Zentrum Eritreas und ist die Hauptstadt des Landes. Ihr Stadtbild verbindet eine geplante Entwicklung unter italienischer Kolonialherrschaft mit unterschiedlichen Bauformen, klar abgegrenzten Freiräumen und einer ausgeprägten Tradition des Spazierens auf den Hauptstraßen und -avenues. Neben einzelnen Gebäuden gehören damit auch Stadträume und die Formen des Zusammenlebens zum Reiseinteresse. Weitere Reiseziele entdecken:
Stadtentwicklung und architektonischer Charakter
Unter italienischer Kolonialherrschaft entwickelte sich Asmara zwischen 1893 und 1941 in mehreren Planungsphasen zu einer geplanten Kolonialstadt. Die Entwicklung erstreckte sich damit über einen längeren Zeitraum. Asmara bewahrt einen ungewöhnlich intakten menschlichen Maßstab, eklektische und rationalistische Bauformen sowie klar abgegrenzte Freiräume. Die Stadt lässt sich deshalb sowohl über ihre städtebauliche Ordnung als auch über die Vielfalt ihrer Architektur betrachten. Für Ihre Reiseplanung bietet diese Verbindung einen hilfreichen Zugang: Neben einzelnen Bauwerken ist auch das Gesamtbild der Stadt ein Thema.
Spaziertradition und Stadtraum
La Passeggiata ist eine ausgeprägte lokale Tradition: Asmaras Einwohner pflegen das Spazieren auf den Hauptstraßen und -avenues. Es handelt sich um eine soziale Praxis, nicht um eine organisierte Führung oder ein fest terminiertes Ereignis. Zu den städtebaulichen Elementen gehören die Harnet Avenue und die Sematat Avenue, Fußwege sowie alte Tafeln mit Spuren früherer Straßennamen. Auch der Mai Jah Jah Park gehört zu Asmaras städtebaulichen Elementen. So lassen sich die Gestaltung des Stadtraums und die lokale Spaziertradition als unterschiedliche, miteinander verbundene Perspektiven auf die Stadt einordnen. Die alten Tafeln bringen zudem frühere Straßennamen ins Stadtbild.
Viertelzentren und religiöse Bauformen
Zu den historischen Zentren der Stadtviertel zählen das italienische Viertel, der Marktplatz und der Moscheeplatz. Damit ist Stadtgeschichte auch in den Viertelkernen verankert, nicht allein in einzelnen Bauwerken. Bedeutende Sakralbauten prägen Asmaras Stadtbild mit Glockentürmen, Turmspitzen und Minaretten. Sie spiegeln unterschiedliche Architekturstile und Bautechniken sowie die Vielfalt und Multikulturalität der Stadt wider. Auch zivile und militärische Friedhöfe veranschaulichen die Vielfalt der Bevölkerung und ihrer Rituale. Diese Themen eröffnen verschiedene Zugänge zur kulturellen Geschichte Asmaras: über die religiöse Architektur, die historischen Zentren der Viertel und die Rituale, die mit den Friedhöfen verbunden sind.
Einblicke in einzelne Bauwerke
Die 1938 erbaute Enda Mariam (St Mary) Orthodox Cathedral verbindet lokale traditionelle Bautechniken, besonders an der Fassade, mit modernen Elementen. An ihr wird das Nebeneinander unterschiedlicher gestalterischer Ansätze an einem konkreten Bauwerk sichtbar. Das Postgebäude an der Segeneyti Street gehört zu den Gebäuden, Komplexen und Anlagen, die aus den Bauprogrammen der 1930er-Jahre hervorgingen. Beide Beispiele bieten einen konkreten Bezug zur Baugeschichte Asmaras: Die Kathedrale verbindet ein genau benanntes Baujahr mit einer charakteristischen Fassadengestaltung, während das Postgebäude den Bauprogrammen der 1930er-Jahre zugeordnet ist.
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