Tvarožná – Kirchen, Santon und Schlachtgeschichte
Unterkünfte in Tvarožná
Tvarožná verbindet sakrale Baugeschichte und Erinnerungsorte zur Schlacht bei Slavkov mit eigenen Naturthemen. Für Ihre Reiseplanung lassen sich die Kirchen und Kunstwerke im Ort, die mit dem Santon verbundenen Schauplätze sowie Lehrpfad und Radwege als unterschiedliche Schwerpunkte betrachten. Dabei stehen verschiedene Bauzeiten neben Gedenkzeichen und einer geschützten Landschaft.
Kirchen und Baugeschichte
Die Pfarrkirche St. Nikolaus zählt zu den markanten architektonischen Dominanten Tvarožnás und ist ein Kulturdenkmal. Ihr neugotischer Bau entstand 1880 bis 1881 an der Stelle einer Kirche, die bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bestanden hatte. Die Wallfahrtskapelle Panny Marie Sněžné auf dem Santon erzählt eine andere Baugeschichte: Sie wurde 1832 auf den Grundmauern einer hölzernen Kapelle aus dem Jahr 1700 errichtet. Wenn Sie sich für Sakralarchitektur interessieren, zeigen diese beiden Bauten unterschiedliche historische Bezüge – vom mittelalterlichen Vorgänger der Pfarrkirche bis zur früheren Holzkapelle auf dem Santon.
Skulpturen und Erinnerungszeichen
Im zentralen Bereich des Dorfplatzes stehen die Tvaroženské Venuše: drei bronzene Plastiken stilisierter Frauen von Vladimír Drápal, jeweils auf einem Betonsockel. Ebenfalls auf dem Dorfplatz, am Bach, befindet sich die Statue des heiligen Johannes Nepomuk. Ihr Künstler ist unbekannt; die Statue ist als Denkmal eingetragen. Zwei Erinnerungszeichen sind mit Václav Kosmák verbunden, dem Pfarrer und Schriftsteller aus Tvarožná. Das Denkmal unterhalb der Kirche errichteten dankbare Gemeindemitglieder 1923. Kosmákův kříž ist dagegen ein polychromiertes Holzkreuz im Jugendstil von Matouš Plotěný. Es wurde 1893 zum Gedenken an Kosmáks Abschied von den örtlichen Gemeindemitgliedern aufgestellt.
Ein weiteres Denkmal erinnert an den Autorennfahrer Bedřich Soffer. Das Betonmonument im Stil des Funktionalismus steht an der Stelle, an der der 30-Jährige am 15. September 1928 bei einer Probefahrt ums Leben kam. Auch ein Gebäude der ehemaligen Windmühle gehört zur örtlichen Baugeschichte: Es stammt aus dem dritten Viertel des 19. Jahrhunderts und ist örtlich als Bahnerův mlýn, die Bahner-Mühle, bekannt. Diese Bau- und Gedenkzeichen unterscheiden sich in Zweck, Gestaltung und Zeitstellung – von einem eingetragenen Denkmal über ein Kreuz bis zu einem Erinnerungsort für einen Rennfahrer.
Erinnerung an die Schlacht bei Slavkov
Das Diorama der Schlacht bei Slavkov wurde 1990 der Gemeinde Tvarožná von der Wiener Gruppe Deutschmeister Schützenkorps geschenkt; geschaffen hat es Alfred Frühwirth. Es befindet sich im ersten Stock des Gemeindeamts. Eine weitere militärhistorische Darstellung ist die Replik Jeannette, die Kopie eines französischen Achtpfünder-Geschützes des Typs Gribeauval, das in der Schlacht bei Slavkov eingesetzt wurde. Auf der Nordwand der Kapelle auf dem Santon besteht die Galerie der Heerführer aus Porträts von Befehlshabern, die während der Schlacht Truppen in der Umgebung des Santon führten.
Auf dem Santon befinden sich außerdem Reste von Schützengräben, die französische Soldaten 1805 bei der Befestigung des Santon anlegten. Der Standort der Feldbefestigungsreste gehört zum Naturdenkmal Santon. Auch die Erinnerung an Schlachtnachstellungen hat einen historischen Zeitbezug: Spätestens 2007 war der Santon in Tvarožná seit mehr als 25 Jahren Schauplatz eines Hauptprogrammpunkts der Gedenkveranstaltungen zur Schlacht bei Slavkov, einer Nachstellung der Schlacht.
Landschaft und Wege
Der Santon ist eine felsige Steppe auf Kulm-Konglomeraten mit besonders geschützten Pflanzenarten. Die Fläche beträgt 0,39 Hektar. Unterhalb von Tvarožná liegt am Zusammenfluss des Tvaroženský potok und der Roketnice ein Feuchtgebiet, das zahlreichen Wasservögeln Lebensraum bietet. So unterscheiden sich die Naturthemen: Am Santon stehen Geologie und geschützte Pflanzen im Vordergrund, am Zusammenfluss der Lebensraum für Wasservögel.
Der Lehrpfad zur Schlacht der drei Kaiser wurde 2003 von der gemeinnützigen Gesellschaft Mohyla míru-Austerlitz angelegt. Er führt zu Beobachtungsstellen, die an bedeutende Orte des damaligen Schlachtfelds erinnern. Wege vom Rasthaus Rohlenka und von Tvarožná enden an der Kapelle Panny Marie Sněžné; prüfen Sie für Ihre Orientierung den konkreten Wegverlauf vor Ort. Durch Tvarožná verlaufen außerdem Radwege mit Routen über das Schlachtfeld der Schlacht der drei Kaiser und durch die Brünner Weinregion. Da sich Routendetails ändern können, empfiehlt es sich, vor einer Radtour die aktuelle Führung zu prüfen.
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