Jezvina entdecken: Landschaft und Dorfgeschichte
Unterkünfte in Jezvina
Jezvina liegt am Jezvinský potok, am Rand von Wäldern und Wiesen neben Hradce. Heute bewahrt der Ort seinen historischen Charakter und seine alt-tschechische Atmosphäre. Wenn Sie bei der Wahl eines Reiseziels neben der Landschaft auch die Ortsgeschichte berücksichtigen, finden Sie in Jezvina konkrete Anknüpfungspunkte.
Landschaft und Wortgeschichte
Das alte tschechische Wort „jezvina“ bezeichnete eine Schlucht, einen Unterschlupf oder markante Felsvorsprünge auf Weiden. Seine Bedeutung umfasst damit unterschiedliche Geländeformen und auch einen Schutzort. Diese ältere Wortbedeutung bildet eine sprachliche Ebene neben der heutigen Beschreibung Jezvinas am Bach und am Rand von Wäldern und Wiesen.
Ortsnamen und frühe Geschichte
Die erste schriftliche Erwähnung von Jezvina stammt aus dem Jahr 1352, als die Rožmberkové das sogenannte „sedlčanské zboží“ erwarben. In mittelalterlichen Verzeichnissen wurden Horní Jezvina und Dolní Jezvina unterschieden, auch Větší Jezvina und Menší Jezvina genannt. Neben Jezvina und Jezvino erscheint die Siedlung in historischen tschechischen Schriften auch als Jezviná.
Ein Hof in Jezvina wurde 1539 als Teil des Guts Křepenice erwähnt. Die frühen Jahreszahlen verweisen auf unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte: Die erste schriftliche Nennung fällt mit dem Erwerb des „sedlčanské zboží“ zusammen, während die spätere Erwähnung einen Hof einem Gut zuordnet.
Ackerbau, Viehhaltung und Pflichten
Die Berní rule von 1654 nennt die Bauern Martin Štěpánek und Kříž Pejša. Sie besaßen 81 strych Ackerland, entsprechend 23 Hektar. Die Umrechnung macht die Größenordnung neben der historischen Flächeneinheit verständlich. Die Bauern von Jezvina hielten sich an eine Dreifelderwirtschaft und hielten Rinder, Pferde und Zuchtsauen. Im Tereziánský katastr von 1756 ist eine Ackerfläche verzeichnet, die der früheren Fläche ähnlich war.
Für die Grundherrschaft mussten die Bauern jede Woche drei Tage mit zwei Ochsengespannen arbeiten. Auch vom Gemeindeteich in Jezvina mussten historisch zwei Drittel einer Kopa Karpfen abgeliefert werden. Die beiden Pflichten waren unterschiedlicher Art: Die eine beanspruchte Arbeitszeit und Gespanne, die andere betraf Karpfen aus dem Teich.
Ein Fund aus dem 19. Jahrhundert
Beim Ausheben der Fundamente der Hütte von Matěj Švagr, Hausnummer 1, wurde 1886 ein Becher mit tschechischen Silbergroschen gefunden. Der Fund verbindet eine konkrete Jahreszahl mit einem benannten Bauvorhaben und einer Adresse.
Glockengeschichte im nahe gelegenen Hradce
Auch im nahe gelegenen Hradce gibt es eine eigene lokale Geschichte: Die Glocke wurde 1990 feierlich geweiht und erhielt den Namen Josef. 1993 wurde das manuelle Läuten durch elektrisches Läuten ersetzt. Weihe und technische Umstellung liegen nur drei Jahre auseinander; sie markieren zwei verschiedene Stationen in der Geschichte der Glocke.
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