Dřevčice – Geschichte zwischen Kirche und Festung
Unterkünfte in Dřevčice
Dřevčice verbindet Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten mit archäologischen Spuren von Siedlung und Bestattung. Für Ihren Aufenthalt lassen sich die Themen in drei Bereiche gliedern: Kirchen- und Festungsbau, Funde aus der Bronzezeit und die Landschaft zwischen Prager Hochebene und Elbeniederung. Gemeinsam eröffnen sie unterschiedliche Zugänge zur Geschichte des Ortes.
Kirche und Glockenturm: Bauphasen im Blick
Die ursprünglich romanische Kirche St. Bartholomäus in Dřevčice stammt aus dem 11. bis 12. Jahrhundert. An ihrer Südseite erhielt sie einen frühgotischen Anbau; im 18. Jahrhundert wurde ein neuer Chorraum errichtet. Die Baugeschichte umfasst damit mehrere zeitlich unterscheidbare Phasen. Der Glockenturm besitzt eine eigene Vorgeschichte: Er wurde 1695 an der Stelle einer früheren Kapelle des heiligen Florian errichtet und bewahrt drei Glocken auf. Während sich die Kirche über mehrere Jahrhunderte veränderte, ist der Turm mit dem Jahr 1695 ein eigener zeitlicher Bezugspunkt.
Festung und Portale: Wehrbau und spätere Hofstruktur
Die ursprünglich bischöfliche Festung Dřevčice entstand im 14. Jahrhundert auf einem Sporn und war durch eine Wasserbefestigung geschützt. Die erhaltenen Teile der Festung sind öffentlich zugänglich; dort finden verschiedene Veranstaltungen und Feiern statt. Wenn Sie wegen einer bestimmten Veranstaltung anreisen, prüfen Sie deren Terminangaben vorab.
Eine anders geartete Spur der Anlage bilden die barocken Portale von 1776. Sie bilden die Einfahrten zu Bauernhöfen, die durch die Aufteilung des herrschaftlichen Hofes an der ursprünglichen Festung entstanden. Damit stehen zwei Aspekte nebeneinander: die mittelalterliche Festung mit ihrer Wasserbefestigung und die spätere Nutzung des Hofareals für Bauernhöfe.
Archäologische Spuren aus mehreren Epochen
Am südöstlichen Rand von Dřevčice liegt die Fundstelle Na Výsluní neben der Straße nach Svémyslice. Bei archäologischen Untersuchungen wurden dort 95 Objekte mit Siedlungs- und Bestattungscharakter entdeckt und untersucht. Zu den bedeutenden Funden gehört ein Brandgräberfeld der jüngeren Bronzezeit, das der Knovízer Kultur der Urnenfelderzeit (1350–1050 v. Chr.) zugeordnet wird. Die Fundstelle umfasst damit sowohl Siedlungs- als auch Bestattungskontexte; das Gräberfeld gibt der Bestattungsseite eine konkrete zeitliche und kulturelle Einordnung.
Ein weiterer Fund ist das sogenannte „Dřevčický příbor“: ein Keramikensemble, das am 24. Dezember 1932 beim Ausheben eines Grabens an der Straße von Dřevčice nach Popovice gefunden wurde. Es befindet sich heute im Nationalmuseum und gilt unter anderem als Beleg für ein Ritual im Zusammenhang mit dem Trinken von Getränken. Der Fundort und der heutige Aufbewahrungsort sind also verschieden: Die Entdeckung erfolgte bei Dřevčice, das Ensemble befindet sich im Nationalmuseum.
Landschaft und Orientierung
Etwa 250 Meter nördlich der durch Dřevčice führenden Hauptstraße fällt das Gelände in das große Tal „v Chobotech“. Durch das Tal fließt der von Vinoř kommende Vinořský potok, der auch Valcha oder Chobot genannt wird. Im größeren Maßstab liegt Dřevčice auf einer Geländestufe am Übergang von der Prager Hochebene zur Elbeniederung. Das Tal beschreibt den Geländeverlauf im Umfeld der Hauptstraße genauer; die Hochebene und die Elbeniederung ordnen den Ort in die weitere Landschaft ein.
Die Straße II/610 führt durch das Zentrum von Dřevčice und verbindet Prag-Vinoř mit Brandýs nad Labem. Da sich Straßenverhältnisse und Verkehrsregelungen ändern können, prüfen Sie vor der Anfahrt aktuelle Hinweise. Eine andere Orientierung bietet die Pilgerwanderroute „Pražská pěší pouť do Staré Boleslavi“: Sie zweigt bei Jenštejn in Richtung Dřevčice ab. Wenn Sie diese Route für Ihre Reise einbeziehen, prüfen Sie die Angaben zur konkreten Ausgabe.
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