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Sankt Joachimsthal: Bergbau, Kurtradition und UNESCO-Erbe

Unterkünfte in Sankt Joachimsthal

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Sankt Joachimsthal (Jáchymov) ist ein Reiseziel mit einer reichen Bergbaugeschichte, Montanerbe, sakralen Bauwerken und der Entwicklung des Radon-Kurbetriebs. Für Ihre Reiseplanung macht es einen Unterschied, ob Sie historische Bergbaustätten, Museumsinhalte, Architektur oder Lehrpfade in den Mittelpunkt stellen. Die Stadtgeschichte lässt sich anhand dieser Themen und Orte aus mehreren Blickwinkeln erkunden.

Bergbau, Münzprägung und Kurtradition

Das Bergwerk Důl Svornost stammt aus dem Jahr 1518 und ist seit 1530 das am längsten betriebene Bergwerk Mitteleuropas. Auch die Kurgeschichte ist mit dem Grubenwasser verbunden: Aus Důl Svornost werden vier Heilquellen gefördert, die in den balneotherapeutischen Einrichtungen von Jáchymov genutzt werden. In Jáchymov wurden 1906 die weltweit ersten Radonbäder gegründet. Dabei kam radioaktives Grubenwasser aus der Region zur Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats zum Einsatz.

Das Museum Královská mincovna präsentiert die Geschichte des Silberbergbaus und der Münzprägung, darunter den unter der Herrschaft des Adelsgeschlechts Šlik geprägten Taler. Zum Ausstellungsthema gehört auch der spätere Radon-Kurbetrieb. Eine weitere historische Perspektive bietet die Ausstellung der Bibliothek der Lateinschule: Sie zeigt eine einzigartige Sammlung angeketteter Bücher, der sogenannten »libri catenati«. Die Sammlung ist mit den Anfängen der Stadt im frühen 16. Jahrhundert verbunden.

Die Hornická krajina Jáchymov ist eine von fünf tschechischen Komponenten des UNESCO-Welterbes Erzgebirge/Krušnohoří. Wer sich für die Geschichte des Bergbaus interessiert, kann die unterschiedlichen Schwerpunkte der Stadt gut auseinanderhalten: Das Museum beleuchtet Bergbau und Münzprägung, während die historischen Grubenstätten Einblicke in Abbau und Bergbautechnik geben.

Bauwerke und Stadtgeschichte

Die Špitální kostel ist Jáchymovs ältestes erhaltenes Baudenkmal. Ihre vollständig fachwerkliche Konstruktion ist einzigartig; das Bauwerk hat sein ursprüngliches Erscheinungsbild bewahrt. Besichtigungen sind zu festgelegten Zeiten mit Führung sowie während kultureller Veranstaltungen möglich. Für einen Besuch sind also die vorgesehenen Zeiten und das Veranstaltungsprogramm maßgeblich.

Die Kirche Kostel sv. Jáchyma wurde zwischen 1534 und 1540 als erste lutherische Kirche in Böhmen errichtet. Nach dem verheerenden Brand von 1873 wurde sie von 1874 bis 1876 nach einem Entwurf des Baumeisters Josef Mocker in ihre heutige Gestalt umgebaut. So unterscheiden sich die historischen Akzente der beiden Bauwerke: Bei der Špitální kostel stehen Fachwerkkonstruktion und erhaltenes Erscheinungsbild im Vordergrund, bei Kostel sv. Jáchyma die frühe lutherische Baugeschichte und der Umbau des 19. Jahrhunderts.

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Grubenbesuch und Lehrpfade

Die Štola č. 1 ist ungefähr 250 Meter lang und wurde 2008 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bei Führungen werden ihr Zweck, ursprüngliche Techniken des Erzabbaus und die darin vorkommenden Mineraladern erläutert. Die Besucherroute umfasst authentische Abbaubereiche aus dem 16. Jahrhundert. Eine kleine Ausstellung zur Bergbautechnik zeigt Förderwagen, Bohrer und Schienen. Damit stehen in der Stola sowohl die Arbeit unter Tage als auch die Werkzeuge des Bergbaus im Mittelpunkt.

Der Lehrpfad Jáchymovské peklo ist 8,5 Kilometer lang und hat zwölf Stationen. Er erinnert an das Leben politischer Gefangener aus den Uranbergbau-Arbeitslagern in der Umgebung von Jáchymov. Am Šlikovský hrad endet der Lehrpfad; von dort bietet sich ein weiter Blick auf Jáchymov und die umliegenden Krušnohorské kopce. Einen anderen Schwerpunkt setzt der Radon-Lehrpfad: Er vermittelt an mehreren Stationen umfassende Informationen über Radioaktivität in der Natur, ihre Messung und wirksame Schutzmöglichkeiten und endet im Kurviertel von Jáchymov.

Radroute und öffentliche Einrichtungen

Die Radroute 2005 beginnt am unteren Ende des neuen Radwegs Horní Žďár–Jáchymov. Sie führt auf der ehemaligen Bahnstrecke nach Jáchymov und verläuft über die Dvořákova ulice bergauf bis zur Siedlung Suchá. Wenn Sie diese Route in Ihre Planung aufnehmen, können Sie ihre einzelnen Abschnitte anhand der Ortsnamen einordnen.

Das Aguacentrum Agricola ist für die breite Öffentlichkeit geöffnet. Es bietet ein 25-Meter-Schwimmbecken, eine Sauna, einen Kneipp-Pfad, einen Whirlpool, eine Wasserrutsche und ein kleineres Becken für Kinder. Da öffentliche Zugänglichkeit und Ausstattung vor der Reise erneut bestätigt werden sollten, empfiehlt es sich, die aktuellen Besuchsinformationen zu prüfen.

Weitere Reiseziele entdecken: Nové Město, Suchá, Schönwald, Petschau, Gießhübl-Sauerbrunn, Ottowitz, Luditz, Waltsch.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bezirk Karlsbad.

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