Zum Inhalt

Santa Luzia: Koloniales Erbe und religiöse Traditionen

Unterkünfte in Santa Luzia

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
Anzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.

Santa Luzia erschließt sich besonders über seinen historischen Ortskern. Seit 1998 steht er unter staatlichem Schutz und ist in die entsprechenden Denkmalbücher für Archäologie, Ethnografie und Landschaft, bildende Kunst sowie Geschichte eingetragen. Das Stadtgefüge gilt als charakteristisch für das koloniale Minas Gerais: Die Straßen verlaufen geschwungen und organisch. So lässt sich die historische Gestaltung nicht nur an einzelnen Bauwerken, sondern auch am Straßenverlauf erkennen.

Historisches Zentrum und Kirchen

Die Rua Direita bildet im historischen Zentrum eine zwei Kilometer lange Hauptachse. Zu ihr gehören der Largo do Bonfim, der Largo do Rosário und die Matriz de Santa Luzia. Wenn Sie die Namen dieser Plätze und Kirchen einordnen möchten, bietet die Straße einen konkreten Bezugspunkt für das Zentrum.

Die Igreja Matriz de Santa Luzia wurde zunächst zwischen 1721 und 1729 errichtet und zwischen 1744 und 1778 auf ihre heutigen Maße erweitert. Ihre Grundrissgestaltung ist für die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts charakteristisch. Zur Ausstattung zählt ein reicher Bestand an Gemälden und Schnitzarbeiten aus dem 18. Jahrhundert, die Felipe Vieira und Francisco Lima Cerqueira zugeschrieben werden. Damit verbindet die Kirche Baugeschichte mit kunsthandwerklichen Arbeiten derselben Epoche.

Bei der Igreja Nossa Senhora do Rosário ist die Datierung ins 18. Jahrhundert eine Annahme; ihre offizielle Segnung erfolgte 1756. Die Fassade ist typisch für die brasilianische Kolonialarchitektur, während die Altardekoration barock-rokokohaft gestaltet und reich geschnitzt ist. Die Capela Nosso Senhor do Bonfim setzt einen anderen architektonischen Akzent: Die schlichte Lehmziegelkapelle entstand zwischen dem späten 18. und dem frühen 19. Jahrhundert. Zu ihrer Sammlung gehören Heiligenbilder und liturgische Gegenstände aus dem 18. Jahrhundert.

Feste und wiederkehrende Traditionen

Das traditionelle Fest Nossa Senhora do Rosário an der gleichnamigen Kirche findet jedes Jahr im Oktober statt und umfasst Feiern und Tänze; die genauen Termine können variieren. Das Jubileu de Santa Luzia ist durch das Gesetz Nr. 3833 von 2017 als immaterielles Kulturerbe anerkannt und findet im Santuário Arquidiocesano Santa Luzia statt. Die Feierlichkeiten verdichten sich im Vorfeld des 13. Dezember zu 13 Nächten mit Novenen, Gebeten, Buße und Verehrung der Schutzpatronin. Bei jeder Feier wird die Heiligenfigur gesegnet. Das Programm im jeweiligen Jahr kann sich ändern.

Zum Jubileu gehören außerdem Imbissstände im historischen Zentrum; konkrete Anbieter und Anordnungen können wechseln. Für Ihre Reiseplanung unterscheiden sich die beiden Feste vor allem durch ihre Zeit im Jahr: Das Fest Nossa Senhora do Rosário ist im Oktober verankert, die 13 Nächte des Jubileu liegen im Vorfeld des 13. Dezember.

Anzeige

Bahnhof und praktische Orientierung

Das Ensemble der Estação Ferroviária Rio das Velhas wurde 1893 gegründet. An der Station findet samstagvormittags ein Kunsthandwerksmarkt statt. Prüfen Sie vor der Reise, ob der Markt aktuell stattfindet. Für die Igreja Matriz de Santa Luzia sind Öffnungszeiten von Montag bis Samstag zwischen 8 und 20 Uhr sowie sonntags von 7 bis 12 Uhr und von 18 bis 20 Uhr angegeben. Da sich Zeiten ändern können, prüfen Sie sie vor Ihrem Besuch.

Kultur im Gemeindegebiet

Auch im Gemeindegebiet von Santa Luzia gibt es weitere kulturhistorische Themen. Félix da Costa gründete 1712 das Recolhimento do Monte Alegre de Macaúbas und die Ermida de Nossa Senhora da Conceição. Der Bau des Recolhimento begann 1714 mit kirchlicher Genehmigung; vorgesehen war es als Wohngebäude für zwölf junge Frauen. Die zeitliche Abfolge unterscheidet damit die Gründung von dem später begonnenen Bau.

In Taquaraçu de Baixo befindet sich das Teatro Rural São Francisco. Im 20. Jahrhundert wandelte José Lobo einen ehemaligen Viehstall in ein Theater um; es gilt als eines der weltweit wenigen Beispiele mit ländlichen Merkmalen. Der Cemitério dos Escravos ist ein Bauwerk aus Steinmauerwerk von etwa 150 Quadratmetern, das zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert entstand. Zur ländlichen Kultur des Gemeindegebiets gehört auch die quilombolische Gemeinschaft von Pinhões, die Süßigkeiten, Kekse und bekannte Tontöpfe herstellt. Diese Orte und Traditionen ergänzen den Blick auf Santa Luzia über die Kirchen und Plätze des historischen Zentrums hinaus.

Weitere Reiseziele entdecken: Cambuquira, Taparuba, Alagoa, Barra Alegre, Itabira, Rio Acima, Ituiutaba, Nova Serrana

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Minas Gerais.

Anzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.