Alta Gracia: Jesuiten-Estancia und Kultur
Unterkünfte in Alta Gracia
Alta Gracia bietet unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt: die Geschichte der Jesuiten-Estancia, Museen mit verschiedenen historischen und kulturellen Schwerpunkten sowie den Arroyo Chicamtoltina. So können Sie bei Ihrer Reiseplanung entscheiden, ob Sie sich vor allem für das bauliche Erbe, für einzelne Lebensgeschichten oder für die Landschaft interessieren.
Jesuiten-Erbe und historische Wassertechnik
Die Estancia Jesuítica de Alta Gracia hat ihren Ursprung im Jahr 1643. Sie liegt im historischen Zentrum und gehört zu den fünf Jesuiten-Estancias in Córdoba, die als UNESCO-Welterbe anerkannt sind. In ihrer Residenz befindet sich das Museo Nacional Estancia Jesuítica de Alta Gracia y Casa del Virrey Liniers. Der Ort verbindet damit die Geschichte der Estancia mit einem Museum in ihrem historischen Gebäudekomplex.
Auch der Tajamar gehört zu diesem historischen Zusammenhang. Er wurde 1659 von den Jesuiten erbaut und gilt als der älteste künstliche Staudamm der Provinz Córdoba. Ein von Juan Krauss geplantes Tajamar im Umfeld der Estancia wurde über Bewässerungsgräben gespeist. Das Wasser lieferte hydraulische Energie für zwei Getreidemühlen und einen Walkmühlenbetrieb und diente zugleich der Bewässerung von Obst- und Nutzgärten. An diesen Funktionen lässt sich ablesen, wie die Anlage Wasser sowohl für den Betrieb als auch für die Bewirtschaftung nutzte.
Museen und persönliche Geschichten
Villa Nydia erzählt eine jüngere, mit der Familie Guevara verbundene Geschichte. Die Stadtverwaltung stufte das Gebäude als Kulturerbe ein, erwarb es im November 2000 und eröffnete dort am 14. Juli 2001 das Museo Casa Ernesto Che Guevara. Im Museum zeigen Fotografien die verschiedenen Wohnhäuser, in denen die Familie Guevara De la Serna während ihres Aufenthalts in Alta Gracia von 1932 bis 1943 lebte.
Ein weiterer kultureller Ort ist La Peña. Ab 1932 war es das Wohnhaus von Gabriel Dubois und seiner Familie; dort richtete Dubois die erste Kunstwerkstatt für Bildhauerei in Alta Gracia ein. Eine andere künstlerische Biografie steht im Mittelpunkt des Museo Manuel de Falla: Es befindet sich im Chalet Los Espinillos, in dem Manuel de Falla seine letzte Lebensphase verbrachte. Das im November stattfindende Mes Aniversario de Falla ehrt ihn mit Konzerten, Theater, Filmvorführungen und weiteren Begegnungen. Wenn Sie Ihre Reise mit dem Festival verbinden möchten, prüfen Sie die aktuellen Veranstaltungstermine.
Das Museo Arqueológico Municipal setzt einen eigenen Schwerpunkt. Es zeigt Materialien aus der Zeit vor der spanischen Eroberung in Teilen der Sierras Centrales sowie zu den ersten Kontakten zwischen Spaniern und indigenen Völkern. Seine Sammlung erzählt die Geschichte der indigenen Völker der Umgebung; Bildung gehört zu den zentralen Zielen des Museums.
Arroyo Chicamtoltina und Veranstaltungen
Der Arroyo Chicamtoltina durchquert Alta Gracia von Nordwesten nach Südosten. Klares, ruhiges Wasser und eine von schattenspendenden, dicht belaubten Bäumen geprägte Umgebung bestimmen seine Landschaftscharakteristik. Entlang des Ufers kann man wandern. Das bietet einen landschaftlichen Kontrast zu den Museen und historischen Gebäuden, ohne dass der Bach auf seine Rolle als Wasserlauf reduziert wird.
Der Tajamar hat neben seiner historischen Bedeutung auch einen heutigen Erholungsbezug: Er gilt als Treffpunkt für Familien und als Ort der Erholung. Für eine andere Art gemeinsamer Aktivität steht das traditionelle gastronomische Festival Peperina, das in der Karwoche stattfindet und Kochkurse für alle Altersgruppen anbietet. Die beiden Themen zeigen verschiedene Seiten des Ortes: historische Wasserwirtschaft und öffentliche Erholung einerseits, regionale Gastronomie und gemeinsames Kochen andererseits.
Weitere Reiseziele entdecken: José de la Quintana, La Bolsa, Villa San Nicolás, Villa Anisacate, Malagueño, San Antonio De Arredondo, Villa Serranita.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Departamento Santa María.