Calahorra entdecken
Unterkünfte in Calahorra
Wenn Sie ein Hotel in Calahorra suchen, können die kulturellen Schwerpunkte Ihnen bei der Planung Ihres Aufenthalts helfen. Die Stadt verbindet eine Kathedrale mit langer Baugeschichte, archäologische Sammlungen, Zeugnisse verschiedener Religionsgemeinschaften und wiederkehrende Feste. So begegnen Ihnen auf engem thematischem Raum sehr unterschiedliche Kapitel der Stadtgeschichte.
Kirchen und sakrale Kunst
Die Catedral de Santa María entstand durch aufeinanderfolgende Bauarbeiten vom späten 15. bis zum 18. Jahrhundert und präsentiert sich dennoch in einem einheitlichen spätgotischen Stil. Zu ihren Besonderheiten zählen 16 Kapellen mit jeweils eigenen Altaraufsätzen. Das Portal de San Jerónimo an der Nordseite stammt aus dem 16. Jahrhundert. Seine drei Bauteile verbinden platereske, gotische, renaissancezeitliche und manieristische Stilelemente – mehrere Epochen treffen hier also in einem einzigen Kirchenportal zusammen.
Im Kreuzgang der Catedral de Santa María befindet sich das Museo Diocesano mit einer permanenten Ausstellung sakraler Kunst. Zu sehen sind Altaraufsätze, Skulpturen und Goldschmiedearbeiten aus dem 16. bis 20. Jahrhundert. Zu den besonderen Objekten gehören eine Pergamentbibel aus dem 12. Jahrhundert, eine von Enrique IV. gestiftete Monstranz und ein Fragment einer jüdischen Tora aus dem 15. Jahrhundert. Auch die Iglesia de San Andrés verbindet verschiedene Zeiten: Ein gotischer Abschnitt aus dem 16. Jahrhundert steht einem Teil aus dem 18. Jahrhundert mit Kreuzgrat- oder Lunettengewölben gegenüber. In der Kirche befinden sich außerdem ein Rokoko-Hochaltar von Manuel Adán und ein Chor mit 53 floral verzierten Sitzen sowie einem barocken Bildnis der Immaculata aus der Werkstatt von José Ribera.
Römische Spuren und Stadtgeschichte
Das Museo de la Romanización liegt in der Altstadt, im modernistischen Palais, das als «Casa del Millonario» bekannt ist. Mehr als 1.000 Stücke veranschaulichen die Entwicklung Calahorras von der keltiberischen Kultur bis zur vollständigen Romanisierung – vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. Zu den gezeigten Objekten zählen Münzen, Legionärswaffen und Katapultgeschosse aus nahegelegenen archäologischen Fundstätten. Einen konkreten Blick auf römische Baukunst bietet das Yacimiento de la Clínica: Dort ist ein monumentales Gebäude aus dem dritten Viertel des 1. Jahrhunderts n. Chr. mit Mosaiken, Malereien und Stuckverzierungen erhalten.
Auch die Iglesia de Santiago verknüpft Baukunst mit älterer Stadtgeschichte. Sie steht an der Plaza del Raso, dem ehemaligen römischen Forum, und gilt als herausragendes Beispiel des riojanischen Neoklassizismus. Wer sich für die Deutung von Bildmotiven interessiert, findet an der Iglesia de San Andrés ein reich verziertes gotisches Portal: Sein Tympanon mit Sonne, Mond und Synagoge symbolisiert den Triumph des Christentums über das Heidentum.
Jüdisches Viertel und Pilgertradition
Die ehemalige Judería lag im Umfeld des Rasillo de San Francisco und war durch die Straßen Sastres, Cabezo und Murallas begrenzt. Sie besaß eine eigene befestigte Einfriedung und eine Synagoge. Auf ihrem Höhepunkt im 15. Jahrhundert lebten dort etwa 600 Menschen; damit war sie die größte Aljama in La Rioja. Calahorra gehört seit 2001 zum Netzwerk der jüdischen Viertel Spaniens, Caminos de Sefarad.
Calahorra liegt außerdem am Camino Jacobeo del Ebro. Pilger aus Richtung Rincón de Soto betreten den Ort über den Camino del Carmen und werden am Crucifijo oder Humilladero begrüßt, einem seit dem 16. Jahrhundert bestehenden Ort des Gebets und der Besinnung. Archivbelege bestätigen den Durchzug von Pilgern und die Existenz mittelalterlicher Herbergen. Die historische Pilgerspur und die Kirchenkunst setzen unterschiedliche Akzente: Die eine erzählt von Wegen und Einkehr, die andere von religiösen Objekten und Bauformen.
Alltagsgeschichte, Feste und Zeit im Freien
Am Südeingang von Calahorra steht die Fuente de los Trece Caños, ein monumentaler neoklassizistischer Brunnen. Er wurde 1872 fertiggestellt und nach seinen 13 Wasserrohren benannt. Nur wenige Meter entfernt liegt das Antiguo Lavadero, das traditionell von den Frauen Calahorras zum Wäschewaschen genutzt wurde. Zusammen erzählen Brunnen und Waschhaus von öffentlicher Wasserversorgung und alltäglicher Arbeit.
Zur Semana Santa gehört die Escenificación de la Pasión: Die immersive Aufführung erstreckt sich über mehr als einen Kilometer entlang der Avenida de Valvanera, dauert über zwei Stunden und wird zu Fuß begleitet. Seit 2014 trägt die Semana Santa de Calahorra den Status eines Festes von nationalem touristischem Interesse. Mercaforvm wird seit 1995 am Wochenende des Palmsonntags organisiert. Dabei verwandelt ein römischer Markt das historische Zentrum und bildet Calagurris Nassica Iulia detailreich nach. Wenn Sie gezielt zu einem Fest anreisen, prüfen Sie vorab die aktuellen Termine.
Auch die Gemüse- und Esskultur ist Teil des Veranstaltungsangebots: Die Jornadas Gastronómicas de la Verdura finden seit 1996 statt. Eine Woche lang stehen unter anderem Gespräche, Kolloquien, Verkostungen und Live-Kochvorführungen rund um Gemüse im Mittelpunkt; das Programm kann sich ändern. Das Museo de la Verdura gliedert sich in sechs Ausstellungsbereiche, die jeweils einem wichtigen Abschnitt des landwirtschaftlichen und gastronomischen Prozesses der Region gewidmet sind.
Für eine längere Runde im Freien ist der Paseo 4 (Vega del Ebro) eine mögliche Orientierung: Die Route ist 9,15 Kilometer lang, hat einen geringen Schwierigkeitsgrad und führt durch ökologisch wertvolle Flusslandschaften. Prüfen Sie vor dem Aufbruch den aktuellen Zustand der Route. Casa Santa ist für Menschen mit Behinderungen zugänglich und verfügt über taktile Bodenleitsysteme und Stationen, QR-Codes sowie Untertitel; prüfen Sie diese Ausstattungsmerkmale vor Ihrer Reise. Dort umfasst eine permanente Fotoausstellung eine große Sammlung von Fotoapparaten, Negativen, Filmen und weiterem Material zur jüngeren Entwicklung der Stadt.
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