Vilacolum: Befestigung und Sant Esteve
Unterkünfte in Vilacolum
Vilacolum zwischen Befestigung und Kirche
Vilacolum verbindet eine mittelalterliche Befestigungsanlage mit der Kirche Sant Esteve und einer Landschaft, deren Wasserführung im 19. Jahrhundert verändert wurde. Für Ihre Reise eröffnet das mehrere historische Perspektiven: die mutmaßliche Entstehung der Befestigung, die Architektur einer Kirche des 18. Jahrhunderts und die Umgestaltung eines früheren Seegebiets. Die Ortsgeschichte erschließt sich damit nicht nur über einzelne Bauwerke, sondern auch über den Wandel der Landschaft.
Die Befestigungsanlage von Vilacolum ist als Bé Cultural d’Interès Nacional (BCIN), also als Kulturgut von nationalem Interesse, eingestuft. Die Einstufung erfolgte 1949. Ihre Errichtung wird vermutlich ins 13. und 14. Jahrhundert gesetzt. Die beiden Zeitangaben bezeichnen Verschiedenes: Die Jahrhunderte betreffen die vermutete Bauzeit, 1949 die spätere Anerkennung. So bleiben Entstehung und kulturelle Einstufung als unterschiedliche historische Ebenen erkennbar.
Die Pfarrkirche Sant Esteve de Vilacolum stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ihr Grundriss umfasst ein einschiffiges Langhaus, Seitenkapellen und eine polygonale Apsis. Einsiffig bezeichnet dabei ein Hauptlanghaus; die Seitenkapellen ergänzen diesen Grundaufbau. Eine polygonale Apsis bildet einen mehrseitigen Abschluss. Diese Merkmale geben Ihnen konkrete Anhaltspunkte, um Sant Esteve architektonisch einzuordnen und die Kirche von der älter datierten Befestigungsanlage zu unterscheiden.
Tore und archäologische Spuren
Östlich des Platzes von Vilacolum befindet sich ein rundbogiges Portal, das mit Keilsteinen ausgeführt ist. Es führt in einen überwölbten Durchgang zur Kirche und zum Friedhof. Ein gut erhaltenes Portal der mittelalterlichen Befestigungsanlage dient als Durchgang zur Pfarrkirche Sant Esteve de Vilacolum. Die Portalbeschreibungen verbinden die Baugeschichte der Befestigung mit den Wegen zur Kirche; Lage und überwölbter Durchgang ergänzen das Bild um konkrete architektonische Details.
Ältere Spuren reichen über diese Bauphasen hinaus. Bei archäologischen Ausgrabungen im Inneren von Sant Esteve wurden neun Vorratsgruben, sogenannte Silos, identifiziert. Für die Zeit vor dem 10. Jahrhundert wurde der Ort als nichtreligiöser Platz interpretiert. Diese Deutung betrifft die frühere Nutzung des Standorts und nicht die Entstehungszeit der Kirche des 18. Jahrhunderts. So lassen sich die archäologische Interpretation und der spätere Kirchenbau zeitlich auseinanderhalten.
Vom ehemaligen Seegebiet zur Agrarlandschaft
Auch die mit Vilacolum verbundenen ehemaligen Seen erzählen von einer grundlegenden Veränderung der Landschaft. Sie wurden Mitte des 19. Jahrhunderts trockengelegt, um fruchtbare Ackerflächen zu schaffen. Zu den eingesetzten Mitteln gehörten eine Dampfpumpe sowie ein System aus Kanälen und Entwässerungsgräben. Die Entwässerung war dabei nicht der einzige Zweck: Das System diente auch der Bewässerung.
Die Seen von Siurana, Sant Tomàs und Vilacolum wurden mit diesem System entwässert. Das Wasser wurde zum Rec Sirvent und schließlich zur Mündung des Fluvià geleitet. Damit umfasst die Landschaftsgeschichte sowohl die Trockenlegung zugunsten landwirtschaftlicher Flächen als auch eine weiterführende Wasserführung. Die genannten Gewässer und technischen Elemente machen den Maßstab der Veränderung nachvollziehbar: Es ging um mehrere Seen und ein zusammenhängendes System, nicht nur um eine einzelne Wasserfläche.
Orientierung für Ihre Reiseplanung
Die C-31 zwischen La Bisbal d’Empordà und Figueres führt durch Vilacolum und bietet einen konkreten Straßenbezug für die Ortsorientierung. Wenn Sie Hotels in Vilacolum suchen, können Sie den Ort anhand der hier beschriebenen Bau- und Landschaftsgeschichte als Reiseziel einordnen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Torroella De Fluvià.