Ripoll entdecken
Unterkünfte in Ripoll
Ripoll erschließt sich über unterschiedliche Themen: die Gründung des Monestir de Santa Maria, mittelalterliche Handschriften, romanische Bildhauerei und die Geschichte von Handwerk und Industrie. Museen setzen eigene Akzente bei Landwirtschaft und Viehhaltung; ausgeschilderte Wege führen zu Aussichtspunkten. Für die Planung eines Aufenthalts können Sie so zwischen Baugeschichte, Schriftkultur, industrieller Vergangenheit und Bewegung im Freien unterscheiden.
Klostergeschichte und mittelalterliche Schriftkultur
Das Monestir de Santa Maria de Ripoll wurde 879 von Graf Guifré el Pelós gegründet. Seine Portalada stammt aus dem 12. Jahrhundert und zählt zu den bedeutenden skulpturalen Werken der europäischen Romanik. So stehen die Klostergründung und ein späteres Kunstwerk aus unterschiedlichen Jahrhunderten für zwei prägnante kulturhistorische Aspekte. Die Església de Sant Pere ergänzt den Blick auf Ripolls frühe religiöse Baugeschichte: Sie wurde 890 als Pfarrkirche geweiht. Die Daten markieren dabei verschiedene Vorgänge: eine Gründung auf der einen und die Weihe einer Pfarrkirche auf der anderen Seite.
Im Scriptorium de Ripoll rückt die Arbeit an Manuskripten in den Mittelpunkt. Die interaktive Dauerausstellung behandelt ihre Herstellung und das Kopieren im Monestir de Santa Maria de Ripoll während des 10. bis 12. Jahrhunderts. Sie können dort erfahren, wie Pergament hergestellt, eine Gänsefeder zum Schreiben vorbereitet und ein mittelalterlicher Kodex gebunden wird; anschließend können Sie selbst die Rolle eines Kopisten erproben. Zum Programm gehören außerdem Kurse in Kalligrafie und Paläografie sowie Kulturprogramme zur mittelalterlichen Welt. So verbindet das Scriptorium die Darstellung mittelalterlicher Buchproduktion mit praktischen Arbeitsschritten und Kursen zu Schrift und Geschichte.
Sammlungen und Handwerk
Die Dauerausstellung des Museu Etnogràfic de Ripoll umfasst Sammlungen zur Schafhaltung und zur Landwirtschaft. Damit kommen zu den Themen Klostergeschichte und Handschriften auch Einblicke in ländliche Arbeit und Viehhaltung hinzu.
Das Arxiu Museu Folklòric de Ripoll wurde 1929 gegründet und in den Dachräumen der ehemaligen Església de Sant Pere eingerichtet. Es war das erste ethnografische Museum Kataloniens. Diese frühe Museumsgeschichte bildet einen eigenen historischen Bezugspunkt innerhalb der verschiedenen kulturellen Themen Ripolls.
Auch die Herstellung tragbarer Feuerwaffen prägte die Stadtgeschichte: Im 17. und 18. Jahrhundert war sie aufgrund der Menge und Qualität der Produktion eine der angesehensten und bedeutendsten Industrien Ripolls. Zu den erhaltenen Bestandteilen der La Farga Palau zählen im Erdgeschoss Wassertrompen, Hämmer, ein Kohlenlagerraum, ein Ofen und eine Esse. Die Sammlungen und erhaltenen Ausstattungsstücke führen so von landwirtschaftlichen Themen zu unterschiedlichen Formen städtischer Produktion.
Wege und Ausblicke
In Ripoll gibt es vier ausgeschilderte Routen zu vier Aussichtspunkten. Sie erschließen die natürliche Umgebung und bieten von den umliegenden Anhöhen Ausblicke auf den Ortskern. Damit verbinden diese Wege den Blick auf die Landschaft mit einer Perspektive auf den Ort.
Der Camí de Ronda wurde nach dem Vorbild eines Modells im Museu Etnogràfic de Ripoll gestaltet; dieses Modell beruht auf Quellen aus dem 17. Jahrhundert. Eine weitere Strecke, die für Fuß- und Fahrradtouren geeignet ist, gehört zum Netz der Vies Verdes und folgt der Trasse der ehemaligen Bahnlinie Ripoll–Sant Joan de les Abadesses (Toralles). Die Bezugspunkte unterscheiden sich: Bei den vier Routen stehen Aussichtspunkte und Naturumgebung im Vordergrund, beim Camí de Ronda das Museumsmodell und bei der Vies-Verdes-Strecke die frühere Bahntrasse.
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