Banyoles: Karstsee, Altstadt und Wasserwege
Unterkünfte in Banyoles
In Banyoles prägt der Estany de Banyoles das Bild des Ortes – als Karstsee, geschützter Naturraum und Bezugspunkt für Wege, Kultur und Geschichte. Für die Planung Ihres Aufenthalts können Sie daher unterschiedliche Seiten der Stadt verbinden: den See und seine Landschaft, mittelalterliche Bauwerke und Routen, die Wasserläufe oder das lokale Festleben.
Karstsee und geschützter Naturraum
Der Estany de Banyoles entstand durch Absenkung; unter dem See wurden bis zu 13 Grundwasser-Austrittsstellen festgestellt. Travertin kommt am Ufer und im See ebenso häufig vor wie in den Straßen und Gebäuden von Banyoles. Der Naturraum des Estany ist seit 1992 als Espai d'Interès Natural im katalanischen PEIN geschützt. 2002 kam die Aufnahme in die Ramsar-Liste international bedeutender Feuchtgebiete hinzu; außerdem ist das Gebiet ein besonderes Schutzgebiet des Natura-2000-Netzes.
Der Naturraum des Estany und die Platja d'Espolla erstrecken sich über Banyoles, Porqueres und Fontcoberta. Im Naturraum des Estany de Banyoles kommen mehr als 75 Arten vor, die in den Anhängen der EU-Habitat-Richtlinie aufgeführt sind. Wer sich für die Entstehung der Landschaft interessiert, findet im Museo Darder neben einer naturkundlichen Sammlung einen Interpretationsbereich zum Seebecken des Estany.
Mittelalterliche Spuren und historische Bauwerke
Im historischen Zentrum liegt La Pia Almoina, ein katalanisches Zivilpalais der Gotik. Sein quadratischer Innenhof und die gotische Galerie mit Spitzbögen geben dem Bauwerk seinen besonderen Charakter. Im mittelalterlichen Altstadtbereich ist außerdem ein bedeutender Abschnitt der Stadtmauer erhalten, die seit dem 13. Jahrhundert dokumentiert ist.
Das Kloster Sant Esteve wurde 812 gegründet und bewahrt ein gotisches Retabel aus dem 15. Jahrhundert. Eine Möglichkeit, mittelalterliche Spuren in den heutigen Straßen kennenzulernen, ist die geführte Route „Banyoles Medieval, del carrer al campanar“: Sie steigt zum Glockenturm des Klosters hinauf und endet mit dem Besuch der Arqueta de Sant Martirià, eines bedeutenden Werks katalanischer mittelalterlicher Goldschmiedekunst aus dem 15. Jahrhundert. Diese Route wird auf Reservierung angeboten.
Auch die historischen Bewässerungskanäle erzählen von der Verbindung zwischen Wasser und Stadt. Mönche des Klosters Sant Esteve legten sie ab dem 9. Jahrhundert an. Das Netz erstreckt sich über 33 Kilometer; eine zugehörige Route folgt dem Wasserlauf bis in die Altstadt. Anders ausgerichtet ist die Route des Rec Major: Sie führt vom See ins Zentrum und verbindet elf Punkte des industriellen Erbes, die mit Erläuterungstafeln versehen sind. Geführte Besichtigungen werden einmal monatlich angeboten; prüfen Sie für Ihre Planung den jeweiligen Termin.
Routen, Aussichtspunkte und Naturerlebnisse
Die Route zu Can Morgat und Puig Clarà führt zur romanischen Kirche Santa Maria de Porqueres und zu den Lagunen von Can Morgat. Bei Puig Clarà liegen auf 315 Metern Höhe zwei hölzerne Aussichtspunkte. Von dort reicht der 360-Grad-Panoramablick über den Estany de Banyoles und die Stadt, Teile des Empordà sowie die Vorpyrenäen und Pyrenäen.
Eine andere Landschaft zeigt die Route nach La Puda beziehungsweise Font Pudosa und Les Estunes. Sie führt zu mehreren Lagunen und zu einem Feuchtgebiet, in dem Weißstörche und Wasserbüffel leben. Am Estany steht ein Kajakverleih zur Verfügung; private Kajaks dürfen wegen der Empfindlichkeit des Ökosystems nicht genutzt werden. Wenn Sie diese Aktivität einplanen, beachten Sie die Beschränkung und prüfen Sie die Verfügbarkeit des Verleihs vor Ihrem Besuch.
Am Süd- und Ostufer des Sees stehen die kleinen Pesqueres auf dem Wasser. Diese charakteristischen Bauwerke sind von der Regierung Kataloniens als Kulturgüter von nationalem Interesse in der Kategorie „Historischer Garten“ eingestuft. Einige Pesqueres können im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden; die meisten werden privat genutzt und sind nur von außen zu sehen.
Auch die neolithische Siedlung La Draga am Seeufer prägt die Verbindung von Natur und Geschichte. Im Parc Neolític de la Draga können Sie maßstabsgetreue Rekonstruktionen neolithischer Gebäude besichtigen. Zum Programm gehören Vorführungen oder Aktivitäten wie Feuererzeugung, Flintbearbeitung und das manuelle Mahlen von Getreide.
Fest und lokale Traditionen
Die Festa Major de Sant Martirià findet jedes Jahr am Wochenende vor dem 24. Oktober statt. Zum Programm gehören Wettbewerbe mit Cobla-Musik und Sardanas sowie das Musikprogramm der Barraques. Wenn Sie Ihre Reise auf das Fest abstimmen möchten, prüfen Sie die konkreten Veranstaltungstermine.
Zur überlieferten kulinarischen Tradition von Banyoles gehören Chicorée, schwarzer Rettich und violetter Knoblauch. Bei den handwerklich hergestellten Süßwaren sind Tortades, Cansalada, Xuixo und Rocs de l'Estany bekannt. Diese Spezialitäten geben einen weiteren Einblick in den lokalen Charakter des Reiseziels.
Anreise und Planung
TEISA bietet von Banyoles aus Busverbindungen nach Girona, Olot, Figueres und Barcelona an und betreibt außerdem den Stadtverkehr sowie einen Überlandverkehr im Pla de l'Estany. Prüfen Sie vor der Fahrt den Fahrplan. So können Sie Ihre Anreise und Wege durch die Region anhand der tatsächlich passenden Verbindung planen.
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