Bermun: Romanische Kirche Santa María
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Romanische Kirche und Bauform
Santa María de Bermún ist die romanische Pfarrkirche von Bermún und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Abgesehen von barocken Veränderungen am Portal und an der Sakristei ist sie vollständig erhalten. Ihre Architektur lässt sich anhand verschiedener Bereiche betrachten: der Grundform des Kirchenraums, des Hauptportals und der kunstvollen Ausstattung im Inneren. Diese Merkmale geben der Kirche ein klar umrissenes Profil, ohne dass dafür unterschiedliche Bauelemente miteinander vermischt werden müssen.
Die Kirche besitzt ein einziges Schiff und eine gerade Apsis mit vollständigem Ostfenster. Ein einschiffiger Kirchenbau ist um ein Hauptschiff angelegt; die Apsis bildet den Abschluss des Kirchenraums. In Bermún ist dieser Abschluss gerade ausgeführt. Das Ostfenster gehört zu den ausdrücklich erhaltenen Bauteilen. Wer romanische Bauformen einordnet, kann so zunächst die Anordnung von Schiff und Apsis beachten und sie anschließend mit den figürlichen Details am Portal vergleichen. Grundriss und Schmuck erfüllen dabei unterschiedliche Rollen: Der eine prägt die bauliche Gliederung, der andere die Gestaltung einzelner Flächen und Elemente.
Portal und figürlicher Schmuck
Das Hauptportal besitzt ein altertümlich wirkendes Tympanon, das ungewöhnlicherweise aus drei Teilen besteht. Ein Tympanon ist das gestaltete Feld eines Portals; in Santa María de Bermún fällt seine Dreiteilung als Merkmal des Aufbaus auf. Auch die Säulen des Portals sind geschmückt: Zu sehen sind ein menschliches Gesicht, Vögel und ein Vierfüßler. Für die architektonische Einordnung ist die Trennung von Aufbau und Motiv hilfreich. Die Dreiteilung beschreibt das Tympanon, während Gesicht und Tiere den figürlichen Schmuck der Säulen bilden. Zusammen geben diese Einzelheiten dem Zugang eine eigene Gestaltung, die sich von der schlichten Beschreibung der Grundform unterscheidet.
Weitere Bildmotive befinden sich unter dem Triumphbogen. Dort sitzen kunstvoll ausgearbeitete Kapitelle mit ineinander verschlungenen Vierfüßlern und dem Propheten Daniel zwischen Löwen. Ein weiteres Objekt ist in der Sakristei verortet: ein Antefixkreuz auf einem Agnus Dei. Ursprünglich befand sich dieses Kreuz an der Vorderwand der Apsis. Damit sind sowohl sein heutiger Ort als auch seine ursprüngliche Position benannt. Die Unterscheidung zwischen den Kapitellen am Triumphbogen und dem Kreuz in der Sakristei hilft, die verschiedenen Teile der Ausstattung räumlich einzuordnen und ihre Motive nicht zu einer einzigen Darstellung zusammenzufassen.
Einordnung in die Kulturlandschaft
Santa María de Bermún ist Bestandteil der Kulturlandschaft Ribeira Sacra. In den Gemeinden der Ribeira Sacra sind sakrale und religiöse unbewegliche Kulturgüter wegen ihrer besonderen Verbindung zu den kulturellen Werten der Kulturlandschaft einbezogen. Die Einordnung ergänzt den Blick auf die einzelnen Bauteile um einen regionalen Zusammenhang: Die Kirche ist nicht nur durch Schiff, Apsis, Portal und Ausstattung charakterisiert, sondern gehört auch zu diesem kulturellen Gefüge. Als weiteres benanntes Merkmal ist der Crucero de Bermún de Arriba unter dem Kategoriecode ETN* klassifiziert.
Kirchenroute und Jakobsweg
Santa María de Bermún ist außerdem in zwei unterschiedlichen Routenzusammenhängen verortet. Die offizielle Ruta de las Iglesias Románicas del Interior führt die Kirche als eine der aufgeführten Kirchen. Daneben liegt sie an einem Jakobsweg. Für die thematische Einordnung einer Reise ergeben sich daraus zwei getrennte Anknüpfungspunkte: die romanische Kirchenroute und der Camino-Bezug. Die erste Verbindung richtet den Blick auf romanische Kirchen; die zweite bezeichnet die Lage an einem Jakobsweg. Wenn Sie sich bei der Wahl Ihres Reiseziels für Baukunst oder für die Einordnung entlang eines Jakobswegs interessieren, liefern diese beiden Bezüge unterschiedliche Perspektiven auf Bermún.
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