Meride: Fossilien, Kirchen und Monte San Giorgio
Unterkünfte in Meride
Wälder, Felder und Weinberge umgeben Meride; im historischen Ortskern stehen zahlreiche stattliche Gebäude aus dem 16. bis 18. Jahrhundert in kompakter Folge. Zum Gemeindegebiet gehört auch der Gipfel des Monte San Giorgio. Der pyramidenförmige, bewaldete Berg liegt am Luganersee und prägt den Natur- und Kulturraum der Umgebung. Meride selbst wurde auf triassischem Kalkstein errichtet, der als Calcare di Meride bezeichnet wird.
Fossilien und Erdgeschichte
Der Monte San Giorgio gilt als weltweit bedeutendster Fossilnachweis für Meereslebewesen aus der Trias vor 245 bis 230 Millionen Jahren. Einen vertieften Einblick in die Funde bietet das Museo dei fossili del Monte San Giorgio: Es zeigt fossile Tiere und Pflanzen aus der UNESCO-Welterbestätte Monte San Giorgio. Die Ausstellung erstreckt sich über vier Etagen und erklärt mithilfe von Illustrationen und Modellen das prähistorische Leben im Meer und an den Küsten des südlichen Tessins vor 245 bis 180 Millionen Jahren.
Die Ausstellung wurde vom Tessiner Architekten Mario Botta umgebaut und erweitert und am 13. Oktober 2012 eröffnet. Für die Einordnung sind zwei Zeitspannen relevant: Die Bedeutung des Berges als Fossilnachweis bezieht sich auf Meereslebewesen aus der Trias, während die Ausstellung das prähistorische Leben über den Zeitraum von 245 bis 180 Millionen Jahren behandelt.
Kunst und historische Bauten
Das Museo via Peyer zeigt Skulpturen aus Holz und Metall, Reliquiare, Kerzenleuchter und kleine Altäre aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Zur Sammlung gehören außerdem Ölgemälde auf Leinwand und Freskenfragmente von F. A. Giorgioli, seiner Werkstatt sowie anonymen Künstlern. Im Museum befindet sich auch die Sala Scalmegna, ein unterirdischer Raum, der früher als alter unterirdischer Zugang zum Dorf Meride diente.
Ein weiteres kunsthistorisches Thema sind die Kirchen und Kapellen. San Silvestro steht auf einem mit einer früheren Burg verbundenen Vorgebirge und ist bereits für das Jahr 1483 belegt. Die Kirche enthält barocke Fresken von F. A. Giorgioli, die Episoden aus dem Leben von Papst Sylvester und Kaiser Konstantin darstellen. Bei der Cappella degli Oldelli treffen Weg- und Kunstgeschichte aufeinander: Die Kapelle aus dem 16. Jahrhundert liegt an den ersten Anstiegen des Weges Via ai Monti, der zum Monte San Giorgio führt. In ihr sind Spuren von Fresken aus dem frühen 17. Jahrhundert erhalten, die San Zaccaria und Santa Lucia zeigen; der Künstler ist unbekannt.
Auch die Cappella Madonna di Loreto in Spinirolo in Campagna stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ihr Fresko trägt eine Inschrift aus dem Jahr 1563. Zusammen mit dem früheren Beleg für San Silvestro bietet das Datum einen konkreten zeitlichen Bezugspunkt für die Sakralbauten Merides, ohne die unterschiedlichen Gebäude und ihre Kunstwerke gleichzusetzen.
Wege und Erlebnisse im Freien
Acqua del Ghiffo ist ein Freilichtmuseum mit Modellen und Rekonstruktionen der damaligen Tiere und des damaligen Meeres. Es ist ganzjährig Tag und Nacht zugänglich. Acqua del Ghiffo und die Aula di Carpanee liegen 45 Gehminuten vom Dorf Meride entfernt, in Richtung Serpiano am grenzüberschreitenden geopaläontologischen Weg mit violetter Markierung. Wenige Schritte vom Museo dei fossili entfernt liegt an diesem Weg in Richtung Serpiano eine Panoramaterrasse zum Mittleren Trias. Im Wald oberhalb des Bachs Gaggiolo befindet sich außerdem ein pädagogischer Lernort.
Für eine Wanderung zum Monte San Giorgio beginnt eine Route in Meride und führt durch den Wald sowie über einen gepflasterten Steinweg bis zum Gipfel. Laut Routenbeschreibung sind von dort der Ceresio und die umliegenden Berge zu sehen. Die Wanderung lässt sich mit Abstiegsvarianten nach Serpiano und Crocifisso oder mit einer tiefer verlaufenden Rückroute über den Sentiero del Meriggio nach Meride verbinden.
Eine andere Möglichkeit bietet die Radrundroute Monte San Giorgio, die über Meride führt und See und Berge verbindet. Sie ist 28 Kilometer lang, vollständig asphaltiert und für jede Art von Fahrrad geeignet. Damit unterscheiden sich die ausgewiesenen Unternehmungen klar im Format: Die Wanderroute führt durch Wald und über einen gepflasterten Steinweg zum Gipfel, während die Radrunde als asphaltierte Rundroute beschrieben ist. Vor einer Fahrt empfiehlt es sich, Beschilderung und Bedingungen zu prüfen.
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